Mormonen, Kirche oder Sekte?

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11 Antworten

Die Mormonen sind zwar nach den allgemeinen Definitionen eine "Sekte", aber viel weniger gefährlich als manche Kirche oder Religion.

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Kommentar von WotansAuge
25.06.2014, 11:45

DAS hier ist eine gefährliche Glaubensrichtung

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/nigeria-atheist-wegen-gottlosigkeit-in-psychiatrische-klinik-eingewiesen-a-977315.html

Nigeria: Atheist offenbar wegen Gottlosigkeit in Psychiatrie eingewiesen

Und bedenke: Wir haben es in oben genanntem Fall mit den gemäßigten Vertretern dieser Religion zu tun. Staaten wie Saudi-Arabien oder Katar lassen in solchen Fällen mehrfach auspeitschen bis zur Besinnungslosigkeit oder gleich "hinrichten". Und auch das ist noch nicht die extremste Form dieses Glaubens.

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Ich habe gehört, dass die Mormonen eine Sekte (nach neuerem Sprachgebrauch) sein soll.

Du meinst, dass sie als gefährlich eingestuft ist oder Mitglieder in ihren Freiheiten einschränkt. Das wäre dann definitiv falsch. Es gibt allerdings Abspaltungen, in welchen Werte gelebt werden, die nach manchen weltlichen Gesetzen nicht gerade legitim wären, doch soweit mir bekannt, gibt es solche Abspaltungen nur in wenigen Gemeinden in Kanada oder den USA. Der Großteil dieser Kirche ist mit Sicherheit nicht als Sekte im moderneren Sinne einzuschätzen - es sei denn, um falsche Vorurteile gegenüber dieser Kirche zu verbreiten oder zu erhalten.

Wenn das so ist, was macht die Mormonen so gefährlich?

Dahingehend wüsste ich nichts. Mormonen leben nach christlichen Werten und schätzen die Nächstenliebe als wichtigste gelebte christliche Eigenschaft ein (nach deren Eigenschaften sie gemäß 1. Korintherbrief 13,4-7 sie möglichst vollkommen leben wollen, und für sich entsprechend nach dieser Vollkommenheit streben). Folglich sind Mormonen in keiner Hinsicht als gefährlich einzuschätzen.

Oder sind die Mormonen eine friedliebende Religion, wo man in die Kirche gehen kann, um es sich mal anzuschauen?

Wenn jemand eine Gemeinde dieser Kirche besucht, wird er normalerweise freundlich begrüßt, eventuelle Fragen werden beantwortet und, da ein Erstbesucher normalerweise kaum von den Lehren innerhalb der Kirche weiß, wird in einem solchen Besuchsfall eine so genannte Besuchsklasse eingerichtet, wo direkt auf die Fragen und Interessen des Besuchers eingegangen werden kann, während die Mitglieder dieser Gemeinde in einer so genannten Klassenzeit tiefgründigeres der Lehre ihrer Kirche gegenseitig belehren. In dieser Kirche wird niemand zu irgend etwas gedrängt. Dies geschieht weder bei den Mitgliedern noch bei den Gästen (Besuchern). Es werden auch keine Vorhaltungen oder ähnliches gemacht, da dies den Lehren dieser Kirche entgegen stünde - allerdings sind die Mitglieder auch nur Menschen und daher auf ihrem jeweils eigenen Weg zu vollkommenen christlichen Werten. (Mir fällt da eine bestimmte Person aus unserer Gemeinde ein, welche schon einige andere Mitglieder verschreckt hatte, weil diese zum Einen sich nicht gerade durch Toleranz auszeichnet und sich zum Anderen als Gottes Geschenk an die Frauenwelt sieht.)

Ist davon zu oder abzuraten?

Da man mit einem Besuch einer Gemeinde dieser Kirche keine Verpflichtungen eingeht und nichts versucht wird, dass ein Besucher irgendwelche Verpflichtungen eingeht, ist zumindest in dieser Hinsicht nicht wirklich davon abzuraten. Ob es zu empfehlen ist, hängt davon ab, inwiefern man sich über eine Kirche informieren möchte, über welche so viele falsche Vorurteile kursieren.

Vielleicht habt ihr eine gute Internetseite, wo ich mich mal erkundigen kann.

Da gibt es verschiedene. Die deutsche Hauptseite der Kirche, bei der man sehr vieles über diese Kirche finden kann, ist folgende https://www.lds.org/?lang=deu&country=de

Desweiteren gibt es noch die Seite kirche-jesu-christi.org (bitte kopieren und in einem Linkfenster einfügen) und man kann noch diverse weitere Informationen mit Hilfe von "Kirche Jesu Christi org"googeln.

Diese Kirche fördert neben diversen humanitären Unterstützungshilfen, von welchen sie auch selbst entsprechende Organisationen unterhält, auch Familienforschung (beispielsweise bei new.family-search.org), und hat für diverse Materialien auch einen eigenen Onlineshop (store.lds.org). Wenn Du mehr über diese Kirche wissen möchtest, schreib mir entweder einen Kommentar auf diese Frage oder schicke eine Freundschaftsanfrage mit entsprechenden Fragen an mich.

Wie Du sicher schon geahnt hast, bin ich selbst Mitglied dieser Kirche. Ich habe diese Kirche vor 8 Jahren im April durch zwei Missionare kennen gelernt und in drei Tagen bin ich vor 8 Jahren in dieser Kirche getauft worden. Üblicherweise findet am Sonntag nach der Taufe die Konfirmation statt und als männliches Mitglied der Kirche bekommt man ab 12 Jahren das Aaronische (einfache) Priestertum übertragen, um als Diakon tätig werden zu können (ab 14 Jahren würde man Lehrer in diesem Priestertum sein können, und ab 16 Jahren Priester). mit 18 Jahren schließlich, oder sofern man mindestens in diesem Alter das Aaronische Priestertum erhalten hat, ein Jahr später, kann einem, je nach Würdigkeit das Melchesidekische (höhere) Priestertum übertragen werden und man wird zum "Ältesten" ordiniert. Manche Mitglieder sind auch nach der Ordinierung zum Ältesten auch zum Hohepriester ordiniert worden, haben in dem Fall aber die Berufung eines Bischofs in der Kirche erhalten oder eine Aufgabe in vergleichbarer Wichtigkeit. Obwohl ich zu dem Zeitpunkt meiner Taufe, eigentlich auch schon, als ich die Kirche kennen gelernt hatte, bereits 30 Jahre alt war, nahm ich aus eigener Entscheidung heraus, das Aaronische Priestertum erst im Januar vor 4 Jahren an, weil ich mich davor noch nicht für entsprechend würdig hielt

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Die Frage ist zwar schon etwas älter, aber da ich in der Nähe wohne und die Gemeinde in Wetzlar gut kenne antworte ich trotzdem. Vielleicht erreicht Sie meine Antwort ja noch.Ich bin selbst Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage (Mormone) und seit einigen Jahren in dieser Gemeinde. Hatten Sie schon eine Gelegenheit, dort vorbei zu schauen? Besucher sind immer willkommen, und gefährlich ist da sicher nichts. Mache kritisieren unsere Missionstätigkeit, aber wir teilen nun mal gerne unsere Freude am Evangelium Jesu Christi. Von unseren Erfahrungen mit Autos, Handys oder dem letzten Urlaub erzählen wir ja auch, und der Weg zu unserem Vater im Himmel ist bestimmt wichtiger... : )Wir akzeptieren aber auch ein "nein", die Entscheidungsfreiheit ist uns sehr wichtig. Also einfach mal vorbeikommen. Ansonsten können wir uns aber gerne auch mal außerhalb der Sonntags Versammlungen treffen, einfach kurz hier antworten.Viele GrüßeMichael Voigt

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Kommentar von MarcoAH
17.06.2017, 07:02

Die Gemeinde in Wetzlar kenne ich auch. War ich auch schon, glaube, drei oder vier mal gewesen. :-) Bis letztes Jahr war die Stadt Wetzlar noch meine emotionale Heimat. Ich wohne zwar immer noch nicht in der Nähe von Wetzlar, komme aber kaum noch hin.

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Mormonen sind eine anerkannte Kirche. Sie wurden im 19. Jahrhundert in den amerikanischen Oststaaten verfolgt, deshalb gingen sie mit dem großen Treck nach Westen in die amerikanische Geschichte ein. Der Staat Utah und dessen Hauptstadt Salt Lake City sind Mormonengründungen. Ein republikanischer Präsidentschaftskandidat war Mormone. Wenn Obama nicht gewonnen hätte, wäre dieser der erste Mormonische US Präsident gewesen. Die Mormonen halten viel von Familie, daher würden sich Mitglieder der Kirche im Namen von Vorfahren taufen lassen, damit die ganze Familie im Paradies zusammen wäre. Daraus resultiert das man in Salt Lake City zich Millionen Datensätze über Einwanderer der letzten 200 Jahre hat. Jeder der Verwandte und/oder Vorfahren in den USA sucht kann dort unentgeltlich suchen.

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Die Mormonen werden nur aufgrund des Buches Mormon so genannt, das aber nicht ihre Bibel sondern ein zusaetzliches Buch ist, das dieselben Lehren der Bibel enthaelt.

Die Kirche heisst "Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage" (Heilige im Sinne von Glaeubigen, wie der Apostel Paulus sich immer an die Heiligen gewandt hat), der letzten Tage bedeutet der letzten Zeiten (was auch Jahrhunderte und mehr bedeuten kann) nicht vor dem Weltuntergang, den viele predigen, sondern bevor Jesus Christus als der Messiahs wiederkommt.

Die Kirche ist keine Sekte, sondern auch in Deutschland offiziell als Kirche anerkannt!

Gefaehrlich sind sie uebrigens wirklich nicht, sondern sehr nette, friedliche Leute! Ihr braucht nur einmal bei ihnen reinzuschauen!

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Kommentar von MarcoAH
05.07.2014, 10:15

Danke für deine Antwort. Ich habe bei uns in der Innenstadt Mormonen kennengelernt. Ich habe sie als sehr nette und friedliebende Menschen kennengelernt.

Ich habe über das Internet gelesen, dass die Mormonen gefährlich und eine Sekte sein sollen. Über die Jahre allerdings habe ich generell gelernt, dass nicht alles, was gesagt wird, auch der Wahrheit entspricht. Auch wenn viele das sagen kann auch das Gegenteil zutreffen, da die Masse mit dem Strom schwimmt. Solange es für mich nicht erwiesen ist und ich es selbst nicht erlebt habe, sind solche Aussagen für mich weder wahr noch falsch. Ich kann dir das schreiben, weil Ich über einen längeren Zeitraum gemobbt wurde. Alle Mobber hatten irgendwie dasselbe oder ein ähnliches Bild zueinander von mir. Ich wusste aber, dass es nicht so ist, wie die Mobber das sagen. Die Mobber haben diese falschbehaupteten Eigenschaften von mir nach außen getragen. Ich hoffe, du verstehst, warum ich den Aussagen des Internets nicht anschließen.

In der Nähe, wo ich herkomme, in Wetzlar, gibt es eine Gemeinde. Ist nicht sehr weit von mir.

Viele Grüße.

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Gegenfrage: Ist das Droschkenpferd ein Ross oder ein Gaul?

Mit "Sekte" bezeichnen wir etwas abschätzig kleinere Religionsgemeinschaften. "Kirche" ist eine etwas respektvollere Bezeichnung für die gleiche Sache. Das hat überhaupt nichts zu tun mit Glaubensinhalten oder Gefährlichkeit. Eine andere Bedeutung hat die sog. "Jugendsekte".

Die christliche Kirche entwickelte sich übrigens aus einer antiken jüdischen Sekte.

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Man sollte sich erst einmal vor Augen halten, was eine Sekte ausmacht:

Aus der vergleichenden Betrachtung von Gemeinschaften, die einen im Vergleich mit anderen hohen Prozentsatz von Aussteigern produzieren, welche die Gemeinschaft als sektenhaft erlebt haben, können Merkmale potenziell als Sekte wirkender Organisationen (sog. Sektenmerkmale) gewonnen werden, z.B. 1) Eine Führungspersönlichkeit, deren Aussagen nicht hinterfragbar sind und der allfällige Verehrung zukommt. 2) Regulationen für viele Bereiche des Lebens. 3) Ein (institutionalisierter oder informeller) Kontrollmechanismus zur Ueberwachung des Verhaltens der einzelnen Mitglieder. 4) Ein Elitebewusstsein der Organisation. 5) Eine Innen-Aussen-Spaltung mit Abwertung der Aussenwelt, eine systematische Abwertung des bisherigen Lebens. 6) Endogamie, d.h. ein Verbot oder die Aechtung von Liebesbezie-hungen zu Aussenstehenden. 7) Hohe zeitliche Inaspruchnahme der Mitglieder. 8) Z. T. auch weitgehende Indienstnahme der finanziellen Ressourcen der Mitglieder u.a.m. Zur schnellen Prüfung der Sektenhaftigkeit von Gemeinschaften haben sich folgende drei Merkmale bewährt, die gemeinsam gegeben sein müssen, um bei einer Gemeinschaft hohe Sektenhaftigkeit erwarten zu lassen: 1) eine Führung, die von den Mitgliedern nie kritisiert wird 2) Regulationen für alle Bereiche des Lebens 3) Kontrolle der Beachtung dieser Regeln entweder formell oder informell.

http://www.relinfo.ch/sekten/definition.html

Wenn dies die Mormonen ausmacht, kann man sie mit Recht als Sekte bezeichnen.

Ich würde dir raten nie einer Kirche beizutreten, wo du mit Anders- oder Nichtgläubigen keinen Kontakt haben darfst.

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Wozu die Unterscheidung in Religion/Sekte? Nicht jede Sekte ist gefährlich und nicht jede Religion ist ungefährlich.

Die Mormonen haben in Deutschland relativ wenige Anhänger, sind aber in den USA sehr weit verbreitet, falls du das wissen wolltest.

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Wer behauptet denn, Mormonen seien gefährlich? Das "Buch Mormon" - also ihre heilige Schrift - ist erwiesenermaßen eine Fälschung. Aber eine Gefahr stellt es meines Erachtens nicht dar. Zumindest haben sie noch nie versucht, mich zu missionieren.

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Kommentar von MarcoAH
25.06.2014, 11:47

Ich habe das im Internet gelesen. Habe allerdings mittlerweile die Erfahrung gemacht, dass nicht alles so der Wahrheit entspricht, wie es gesagt oder geschrieben wird.

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Eine Kirche ist eine sehr erfolgreiche Sekte... es ist also nur eine Frage der Größe.

Und Gefährlichkeit kann man nicht immer an der Größe ablesen... tendenziell sind kleine Kirchen aggresiver, aber nicht zwingend.

zB der Islam ist sehr aggresiv, dabei ist es die zweitgröße Religion. Die Mormomen sind relativ unbedeutend, auch wenn sie in den USA einige Millionen Anhänger haben. Sie sind trotzdem sehr friedlich... das ist fast schon beschreibend für Mormonen.

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