Mord und Totschlag?! Unterschied? Welcher?

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10 Antworten

Schade, das hier immer so viele falsche und schlechte Antworten kommen. Richtige Antwort ist natürlich:

Sowohl Mord als auch Totschlag sind Vorsatzdelikte, das heißt, dass bei beiden vorsätzlich gehandelt werden muss. Wenn eine Person nicht vorsätzlich jemand tötet, ist zu prüfen, ob die Person die andere fahrlässig getötet hat (Fahrlässige Tötung nach § 222 StGB).

Jede vorsätzliche Tötung ist zunächst mal Totschlag. Kommen dazu dann noch bestimmte subjektive und objektive Qualifikationsmerkmale des Mordes hinzu (grausam, heimtückisch, usw.) und besteht auf diese Vorsatz, dann liegt ein Mord vor.

Allerdings sind diese sehr restriktiv auszulegen, bei der Heimtücke wird beispielsweise die in Arglosigkeit begründete Wehrlosigkeit ausgenutzt. Wenn eine Person eine Waffe zieht und eine andere Person von vorne erschießt, ist das nicht heimtückisch, weil die Person gesehen hat, dass die andere eine Waffe zieht und auf sie richtet, dazu müsste sich der Täter von hinten anschleichen. Für diesen Fall wäre es dann Totschlag.

Die Körperverletzung mit Todesfolge ist nochmal besonders, hier begeht der Täter nur eine Körperverletzung, und der Täter stirbt in Folge, das ist somit eine eigene Fallgruppe.

Um diesen Abschnitt nochmal zu beantworten: Wenn du nicht vorsätzlich jemand tötest, aber auch nicht fahrlässig, dann nennt sich das Unfall und bleibt straffrei. Beispiel dazu: eine Person rennt auf die Straße, in der du, als immer aufmerksamer Fahrer mit dem Auto fährst. Du kannst nicht mehr rechtzeitig bremsen, die Person verstirbt. Kein Vorsatz im subjektiven Tatbestand für Totschlag und keine Fahrlässigkeit. Wenn dich das Prüfungsschema dazu interessiert, dann schau mal hier:

http://www.juraschema.de/?thema=stgb211

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Kommentar von Reiswaffel87
26.06.2013, 13:34

Sehr umfangreiche und korrekte Antwort, DH! :-)

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Für den Mord gibt es verschiedene Tatmerkmale die auch entprechend im § 211 StGB aufgeführt sind. So muss zum Beispiel nicht unbedingt Vorsatz gegeben sein. So handelt zum Beispiel ein Einbrecher der auf frischer Tat vom Wohnungsinhaber überrascht wird und diesen dann mit einem Messer ersticht nicht unbedingt mit Vorsatz, handelt aber heimtückisch und zur Verdeckung einer Straftat. Er wird somit als Mörder verurteilt.

Im Grunde kann man sagen das alle Tötungsdelikte die nicht in den § 211 passen nach §212 abgeurteilt werden können.

Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal ist die Bemessung der Strafe. Während es für den Mörder nur eine Strafe gibt, fängt es für den Totschläger mit 5 Jahren bis zu lebenslang an.

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Kommentar von Haglaz
26.06.2013, 11:09

Das stimmt so nicht, Mord ist ein Vorsatzdelikt und kann nur vorsätzlich begangen werden, mindestens aber mit dolus eventualis.

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bei einem mord planst du, überlegst, was passieren wird und was danach mit der leiche passiert, tatwaffe, was für ein alibi hast.

beim totschlag kommt es ungewollt zum tot. das heisst, du schubst jemand, de runglücklich fällt oder musst dich verteidigen, so das du ein messer ode rhammer ode rwas auch immer in die hand bekommst und dich wehrst.

das kann zu mord werden, wenn du dann die leiche und beweise beseitigst oder versteckst.

grundsätzlich muss der staatsanwalt und richter jedesmal genau ermitteln, was passiert ist und der täter darf dazu noch sagen, warum es passiert ist.

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Kommentar von CateDeLaurent
26.06.2013, 10:42

Aber wenn der Tod des Opfers ungewollt ist, dann müsste es doch eigentlich Körperverletzung mit Todesfolge sein?

Wenn ich mich verteidigen muss, dann müsste es doch eigentlich Notwehr sein?

Welcher Täter lässt die Beweise oder schlimmer noch, die Leiche rumliegen? Dann könnte er ja bei der Polizei gleich ein Geständis mit Schleife abliefern :)

Macht das nicht die Polizei?

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Kommentar von jurafragen
26.06.2013, 12:30

bei einem mord planst du, überlegst, was passieren wird und was danach mit der leiche passiert, tatwaffe, was für ein alibi hast.

Vielleicht, vielleicht auch nicht. Das ist beim Totschlag nicht anders.

beim totschlag kommt es ungewollt zum tot.

Nein.

das kann zu mord werden, wenn du dann die leiche und beweise beseitigst oder versteckst.

Das ganz sicher nicht. Der Unterschied zwischen Mord und Totschlag liegt in den objektiven und subjektiven Mordmerkmalen des § 211 StGB aber nicht in dem (späteren) Entschluss, die Leiche zu verstecken.

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§ 211 im StGB regelt den Mord, §212 die des Totschlags

Mord: (2) Mörder ist, wer aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen,  heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder

um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken,

einen Menschen tötet.

Totschalg:

 Wer einen Menschen tötet, ohne Mörder zu sein, wird als Totschläger mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft.
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Kommentar von CateDeLaurent
26.06.2013, 10:37

Ich kenn den Gesetzestext, hab ich ja in meiner Frage erwähnt...Und da steht, dass die Mordmotive ausschlaggebend sind! Aber weil ich ja kein Jurist bin dachte ich, ich frag lieber nochmal bevor ich das meinen Mitschülern sag....:)

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Mord setzt niedere Beweggründe voraus.

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Kommentar von jurafragen
26.06.2013, 12:39

auch das n icht zwingend. Es gibt auch andere Mordmerkmale.

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Ja. Wenn man jemanden umbringt ist das erst mal Totschlag, bis einem ein Mordmerkmal bewiesen werden kann, auch hier gilt im Zweifel für den Angeklagten.

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Kommentar von Haglaz
26.06.2013, 11:02

Wenn das Mordmerkmal vorliegt, aber nicht werden nachgewiesen kann ist es trotzdem Mord, das verhindert nur die Verfolgung.

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Mord gilt wenn die Tat geplant ist. Totschlag ist aus dem Affekt das heißt wenn sich z.B. zwei Leute streiten und der eine sich nicht mehr unter Kontrolle hat, mit irgendwas auf den anderen einschlägt, dann ist das Totschlag da die Tat ja nicht längere Zeit vorher geplant wurde.

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Kommentar von Haglaz
26.06.2013, 11:14

Nein, Mord und Totschlag sind beide Vorsatzdelikte. Mord ist Totschlag mit besonderen Merkmalen wie Heimtücke, Habgier, usw. siehe oben.

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Kommentar von jurafragen
26.06.2013, 12:37

Du guckst zu viele schlecht synchronisierte amerikanische Krimis.

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mord wird geplant. das motiv is bei beiden zweitrangig. todschlag ist aus der situation raus und passiert spontan.

natürlich gibts da viele feinheiten, wo dann auch motvie mit reinspielen etc. aber grob gesehen haben deine mitschüler recht

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Kommentar von ErsterSchnee
26.06.2013, 10:34

Totschlag kann auch geplant sein!

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Weder Du noch Deine Klassenkameraden ganz haben Recht. Mord ist eine Handlung, die darauf abzielt jemanden zu töten (also vorsätzlich, und den Tod billigend in Kauf nimmt, d.h. bei normalen Handlungsverlauf davon auszugehen ist, dass der Tod eintritt). Totschlag ist eine verbotene Handlung (Körperverletzung, i.d.R. auch vorsätzlich, aber auch im Affekt), die zum Tod geführt hat, aber nicht hätte führen müssen. Die Übergänge sind also mitunter fließend. Zur besseren Unterscheidung gibt es die sog. Mordmerkmale nach §211 StGB. Auch eine Rolle spielt der Wille, des Opfers - Bsp. man tötet eine schwerkranken Menschen. Macht das ein Pfleger, um "weniger Arbeit" zu haben. oder weil er meint "es sei so richtig", liegen " niedrige Beweggründe" vor - also Mord. Bittet das Opfer um eine sog. "Sterbehilfe", sieht das ganz anders aus, bei gleichem Tatverlauf. Anderes Beispiel jemand bricht aus Habgier (eigentlich ein Mordmerkmal) in eine Wohnung ein, und rechnet nicht damit, dass jemand zu hause ist. Er wird vom Bewohner dabei überrascht, und bringt diesen um, um die Tat zu vertuschen - klar Mord, kam es aber zu einem Handgemenge, bei dem der Bewohner unglücklich (z.B. durch einen Sturz) zu Tode kam, könnte man noch auf Totschlag plädieren (wenn keine Tötungsabsicht bestand). Körperverletzung mit Todesfolge kann auch vorsätzlich sein (Absicht jemanden zu verletzen, aber nicht schwer), als auch fahrlässig (z.B. bei einem Unfall).

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Kommentar von Haglaz
26.06.2013, 12:33

Genau so ist es eben nicht! Mord und Totschlag sind beides Vorsatzdelikte (§ 15 StGB) und können nur vorsätzlich begangen werden. Dein Einbrecher-Fall ist ein klassischer Totschlag-Fall, ein Mord ist es nicht, weil keines der Mordmerkmale gegeben ist.

Der Unterschied zwischen Mord und Totschlag ist, dass erstmal jede vorsätzliche Tötung Totschlag ist, aber wenn besondere Merkmale (die streng auszulegen sind) wie Heimtücke, und Habgier vorliegen, ein Mord gegeben ist.

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http://de.wikipedia.org/wiki/Totschlag

So schwer ist das doch nicht

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Kommentar von CateDeLaurent
26.06.2013, 10:34

Ich wollt mir halt sicher sein bevor ich das im Unterricht klarstelle...Sorry! Und was in Wikipedia steht, ist nicht immer hundertprozentig richtig....

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