Moralische Justizfrage?

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8 Antworten

Er würde - falls seine Schuld feststeht - wahrscheinlich verurteilt. Man könnte dann aber von Haftunfähigkeit nach § 455 StPO ausgehen. 

Bei einer manifestierten Amnesie ohne Aussicht jemals wieder das Gedächtnis wiederzubekommen, wäre es ein Fall für ein Gnadenverfahren. Wie das abläuft, hängt vom verurteilenden Gericht und vom Bundesland ab. 

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Moral gibt es bei der Justiz nicht, da geht es nach dem Gesetz.

Zudem wird der Zustand des Täters während der Tat berücksichtigt, nicht was im jetzt ist. Sofern der Täter damals "im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte" war, wird er auch entsprechend abgeurteilt. Das erkennst du auch daran, dass z. B. Taten, die nach 30 Jahren erst aufgeklärt werden, dennoch nach dem Jugendstrafrecht behandelt werden, weil der Täter damals noch darunter fiel, aber wenn er nun Ende 40 sein sollte.

Bewährung oder sagen wir das absehen einer Gefängnisstrafe ist nur dann möglich, wenn der Täter bereits todkrank ist und nur noch eine kurze Lebenserwartung hat.

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Eine Justizfrage kann dir nur jemand beantwortet, der Jura studiert hat und das Gesetz dazu kennt.

Aber ich glaube schon, denn er könnte sich ja evtl. doch irgendwann mal wieder erinnern.

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Wenn die Sache damit erledigt wäre - müsste man verurteilen Menschen nicht anbieten nach einer Lobotomie frei zu kommen?

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Kommentar von furbo
29.10.2016, 17:24

Eine Lobotomie? Weisst du was das ist? Da wird - bildlich gesprochen - versucht, mit dem Schmiedehammer eine Armbanduhr zu reparieren. 

Selbst bei Einverständnis des Betroffenen würde unsere Verfassung dagegen stehen. 

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Kein Urteil ohne Schuld.Ein hochgradiger Psychopath ist schuldunfähig.Eine verminderte Schuldfähigkeit,kann zu einem Urteil wie Unterbringung in einer psychiatrischen Anstalt führen.So etwas ist hochkomplex und ist ohne Gutachter und Fachpsychologen nicht zu klären.Liebe Grüße

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Kommentar von furbo
29.10.2016, 17:27

Fehlende oder verminderte Schuldfähigkeit während der Tat führen zu den von dir genannten Folgen. Nicht aber, wenn jemand schuldhaft handelt und erst danach seine Schuldfähigkeit verliert. 

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Dann würde er vermutlich nicht wegen Mord / Totschlag angezeigt, sondern in eine geschlossene Anstalt eingewiesen werden.

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Schau dir doch mal die strafzwecktheorien an. Das könnte dich vielleicht interessieren. Insbesondere Kant

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Kommentar von furbo
29.10.2016, 17:54

Sehr gute Antwort. Hegel, aber auch Feuerbach, sollte man dabei nicht vergessen.

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Sicherlich. Solche Menschen kommen in gesonderten Vollzug für Psychisch Kranke. Ein Leben lang.

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