Moralisch vertretbar auf unschuldig zu plädieren, obwohl man von der Schuld des Angeklagten weiss?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ja, das ist moralisch durchaus vertretbar. 

Der Anwalt hat die Rechte und Interessen des Angeklagten zu vertreten. Er ist Beistand des Angeklagten. Aus eben diesem Grund gibt es auch die anwaltliche Schweigepflicht. Diese wäre ja letztlich nichts wert, wenn der Verteidiger auch alle Fakten, die den Angeklagten belasten, vorbringen müsste. Dies würde ein Vertrauensverhältnis zwischen Angeklagtem und seinem Anwalt verunmöglichen.

Es ist Sache der Staatsanwaltschaft, die Schuld des Angeklagten zu beweisen. 

Hallo.
Es ist die Pflicht eines Anwalts das beste Ergebnis herauszuholen, aber wenn Klare Fakten vorliegen wird er auch nur strafmildernt eingreifen können.
Ein RA unterliegt der  Schweigeplicht, aber auch seinem Klienten so zu vertreten, die im Rahmen der  der Gesetze liegen, das ist immer schwer zu interpretieren.

Bley 1914

Wir haben einen Rechtsstaat. Dieser setzt auch voraus, dass Angeklagte einen Verteidiger haben, der ohne Einschränkungen deren Interessen vertritt. Daraus ist es sehr wohl vertretbar, dass diese Verteidiger ihre Pflicht erfüllen und damit den Rechtsstaat schützen.

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