Montessori-Erfahrungen

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5 Antworten

Das Ganze hier ist aus österreichischer Sicht geschrieben, vielleicht musst du da ein wenig "übersetzen", und bezieht sich auf "reine" Montessorischulen, nicht auf Regelschulen mit Montessorieinfluss o.Ä.

Wie alt ist deine Tochter? Ich persönlich kenne keine Montessorischule, die Schüler über 11 Jahren noch aufnimmt. Das liegt daran, dass die Materialien aufbauend sind, ihre eigenen Zählarten und Besonderheiten haben und die am besten so früh wie möglich verinnerlicht werden. Mit der Freiheit, die für jüngere Kinder einen lockeren Einstieg ist, über den sie dann beginnen, selbstständig zu arbeiten, können viele Ältere gar nicht umgehen. Selbst die, die nahe an der Altersgrenze sind, die es an meiner Schule gab, haben sich sehr schwer getan, sich wirklich immer selbst zu beschäftigen. Es kommt dabei sehr stark auf das Kind und auch auf die Pädagogen an, die an dieser Schule arbeiten.

Keine Erfahrung, kein sicherer Rat. Du wirst deine Tochter am besten einschätzen können und darauf würde ich mich verlassen. Unterhalte dich mit ihr, eventuell ihrer Freundin oder beiden, und hör dir ihre Meinung dazu genauer an und frage auch bei den Eltern der Freundin nach. Wenn Montessorischüler mal eben von ihrem Alltag erzählen hört sich das zuerst einmal unheimlich verlockend, nach Ruhe, Entspannung, nie mehr Stress und keine Hausaufgaben mehr an. Ruhe stimmt schon, das Umfeld ist auch entspannter und von "oben" kommt kein Stress. Allerdings sorgt bei einer gut geführten Schule der natürliche Lerntrieb und das Ziel vor Augen (Schulabschluss, Abitur, Berufswunsch) alleine dafür, dass die Schüler konzentriert und ausdauernd lernen. Und sich nicht selten Arbeit mit nach Hause nehmen. Freiwillig.

An meiner Schule gab es nicht die Möglichkeit, auf direktem Weg zur Matura zu kommen. Man hatte am Ende der Pflichtschulzeit den Hauptschulabschluss, aber geschätzte 70-80% der Schulabgänger sind später auf eine weiterführende Schule mit anschließender Matura gegangen und haben danach weiter (erfolgreich) studiert, anstatt eine Lehre zu machen. Es gibt allerdings auch Schulen, die bis zur Matura führen, da müsstest du dich informieren ob man die Schule bei euch bis zum Abi machen kann.

Vom Umstieg kann ich sagen, dass es ihnen vom Lernstoff her sehr leicht gefallen ist und sie durch ihre selbstständige Art gut ankamen. Das einzige, mit dem manche zu kämpfen hatten, war der mehr oder weniger respektlose und unpersönliche Umgang an den Schulen, denn auf das Gegenteil legen Montessorianer besonders viel Wert.

Ganz allgemein zur Montessorischule: Man kann nicht alle in einen Topf werfen. So viele Gute es auch gibt, mit hochwertigen Materialien, engagierten und top-ausgebildeten Pädagogen, gibt es auch einige Negativbeispiele. Das Öffentlichkeitsrecht ist ein wichtiger Faktor, denn ohne dem kommt es zu einigen Unannehmlichkeiten (Nachprüfungen etc). Ein Besuch am Tag der offenen Tür, Gespräche mit Lehrern und (ganz wichtig) Schülern und einige Male hospitieren sind wichtig, um sich ein Bild von der Schule machen zu können um den Einzelfall auf gut-schlecht zu testen.

Ein Wechsel muss auf jeden Fall gut überlegt sein, Pro und Contra mit der Tochter abgewogen werden und eine Entscheidung sollte sowohl für die Gegenwart als auch für die Zukunft, sowohl für dich als auch für sie in Ordnung gehen. Wenn du dir nach mehrmaligem Besuchen der Schule nicht sicher bist, ob deine Tochter sich an diese Schulform anpassen kann/will, dann würde ich persönlich beim Gymnasium bleiben, solange keine massiven Probleme aufkommen. Alles Gute!

Das war eine sehr ausführliche und informative Darstellung!!

Ich habe nur einen Satz für mich nicht umsetzen können:

Das einzige, mit dem manche zu kämpfen hatten, war der mehr oder weniger respektlose und unpersönliche Umgang an den Schulen, denn auf das Gegenteil legen Montessorianer besonders viel Wert.

Was meinst Du mit 'Gegtenteil' bzw. beziehst Du das 'Respektlose und Unpersönliche' auf die 'anderen' Schulen, oder bezogst Du hier auch auf Montessori?

MfG Fantho

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@Fantho

Damit das Prinzip der Montessorischulen funktioniert, und nicht eines der Vorurteile, nämlich das der nichts lernenden, "zurückbleibenden" Schülern, herauskommt, wird auf die Stärken und Schwächen der Schüler besonders geachtet und dementsprechend dann auch begleitet. An den "normalen" Schulen sind dagegen viel mehr Kinder auf weniger Lehrpersonal verteilt und so bleibt der persönliche Umgang eher auf der Strecke (natürlich gibt es Unterschiede, aber ---). Auch ist man auf einen respektvollen Umgang bedacht. Natürlich sind die Lehrer Autoritätspersonen, auf die man hören muss, aber das Kind wird nicht mit Worten auf eine niedere Stufe gestellt.

Das klingt jetzt vielleicht etwas verallgemeinert, natürlich gibt es auch unzählige "Regelschul"lehrer, die den Kindern nicht von oben herab eins auf die Rübe geben, aber das war für die Abgänger meiner Schule die einzig große Umstellung. Da deine Tochter allerdings weiß, wie genau das ist, ist das in deinem Fall nicht relevant.

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@Myraljen

Meine Tochter kommt mit manchen Entscheidungen und Zensursystem nicht klar (sie ist nicht schlecht in der Schule), und besonders mit dem Druck hat sie Schwierigkeiten. Nochmal zusammengefasst ( und dann, denke ich, lasse ich Dich in Ruhe ;-) ):

  1. Sind diese Probleme (für meine Tochter) in einer Montessori-Schule nicht so gegeben?

  2. Einem womöglichen Studiumwunsch ist ein Besuch der Montessorischule bzw. deren Abschluss kein Hindernis?

Ich Danke Dir für den Autausch!

MfG Fantho

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@Fantho
  1. Nein, Druck kommt an einer guten Montessorischule nicht vor, zumindest nicht von den Lehrern. Solange das Kind über einen gewissen Lerndrang verfügt ist der auch gar nicht nötig, weil es auch so geht.
  2. Nein, wenn die Schule auch bis zum Abitur geht. Es ist eher förderlich, da man gerade als Student auf die eigene Selbstständigkeit setzen muss.

Wenn noch Fragen auftauchen sollten dann melde dich einfach bei mir, ich beantworte sie gerne :-)

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@Myraljen

Herzlichen Dank!! Auch für Dein Angebot...

MfG Fantho

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Das Abi ist für alle gleich. D.h. sie muss sich zumindest auf demselben Niveau bewegt haben, um diese Prüfungen überhaupt zu bestehen. Ansonsten kenne ich verschiedene Berichte. Von Schülern einer solche Schule, die im Studium grandios gescheitert sind als auch von solchen, die es mit Bravour gemeistert haben. Man kann das nicht verallgemeinern und auf jeden Typ übertragen. Es kommt sehr auf das Kind an, dass diese Schulform besucht. ;-)

DANKE!!

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auch die Montessori Schule ist ein Gymnasium, Realschule oder eine Hauptschule. Ich würde mein Kind nicht ohne Not vom Gymnasium nehmen, erst recht nicht für eine Freundin, denn Kinderfreundschaften sind nun mal nicht für ewig. Ich habe nur Schlechtes von unserer Montessori Grundschule gehört. Der Montessori Gedanke ist dort völlig pervertiert. Ich helfe dir sich selbst zu helfen bedeutet da das die Kinder sich selbst überlassen werden. Die bekommen haufenweise Arbeitsblätter und Wochenpläne die sie selbstständig abarbeiten sollen.der Geräuschpegel in den Klassen ist unerträglich. Naja, so kann man den Job sich auch einfach machen und es Selbstständigkeit nennen. Für Kinder die Anleitung und Kontrolle brauchen, die sich selbst nicht gut organisieren können ist das die definitiv falsche Form.

Vielen Dank für die Mitteilung Deiner ebenso hilfreichen Kenntnisse!!

MfG Fantho

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ich war da drauf und geh jetz auf die fos ;)

Wärst Du so freundlich, mir rückblendend auch Deine Erfahrungen mitzuteilen wie z.B. Lernstress, Pädagogik, Schwierigkeiten, oder andere Wichtigkeiten. Das wäre sehr nett!

MfG Fantho

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also, wer entscheidet denn, wohin deine tochter geht? normalerweise tragen die eltern für so eine entscheidung die verantwortung. und wenn die eltern das wollen, dann sollte dies auch einen oder mehrere gründe haben.

ich selbst habe keine erfahrungen damit, aber ich habe mich viel damit beschäftigt. prizipiell ist zu sagen, dass an den montessori-schulen vieles für die kinder begreif-bar ist. das ist auch der vorteil davon. und der prädistiniert geradezu für weiterreichende ausbildungen. hinzu kommt, dass an den meisten monstessori-schulen die einstellung der lehrerinnen gegenüber den schülerinnen respektvoller ist, als an anderen schulen. in frankfurt z.b. haben irgendwann die eltern ihre kinder nicht mehr wegen dem freie-schule-konzept angemeldet, sondern wegen den hervorragenden ergebnissen im bereich mathematik.

also, wer entscheidet denn, wohin deine tochter geht?

Nun, es gibt geschiedene Elternteile, die beide das Sorgerecht innehaben, und wenn, wie in diesem Fall, die Einigkeit aus diversen Gründen nicht gegeben ist, versucht man Argumente für/gegen bzw. einen Konsens zu finden. Aus diesem Grund benötige ich Erfahrungsberichte anderer, um mir ein Bild zu machen; unabhängig meines Meinungsbildes.

Danke für Deine Erklärungen!

MfG Fantho

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@Fantho

also, ich empfehle montessori-schulen, weil das ein geschlossenes (für alle kinder) funktionierendes konzept ist. im vergleich zu regelschulen, die immer nur 'rumdoktern, oder teile aus der alternativschulbewegung übernehmen. das iss wie: das vitamin C aus dem apfel 'rausholen. funktioniert auch nicht. du musst schon den ganzen apfel essen!

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@toberg

Vielen Dank für Deine Empfehlung!

MfG Fantho

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