Monogamie oder Polygamie? Für was ist der Mensch vorherbestimmt Und warum?

...komplette Frage anzeigen

Das Ergebnis basiert auf 3 Abstimmungen

Ploygamie 66%
Monogamie 33%

4 Antworten

Monogamie
  • Die naturwissenschaftliche Antwort ist ganz geradlinig und sicher: Serielle Monogamie
  • Serielle Monogamie bedeutet, dass feste Partnerschaften eingegangen werden, in denen Treue und Exklusivität erwartet wird, aber die Partnerschaften nicht unbedingt ein Leben lang halten. Das entspricht der biologischen Veranlagung des Menschen. Alles andere ist höchstwahrscheinlich kulturell bedingt.
  • Bedenke, dass evolutiv optimierte Gefühle wie Verliebtheit, Liebe, Eifersucht, Trauer nicht einfach so entstehen, sondern zur Natur des Menschen gehören und offensichtlich erhebliche Vorteile bilden, sonst wären solche komplexen biologischen Verhaltensweisen nicht entstanden. Auch die im Gegensatz zu den meisten anderen Arten verdeckte Fruchtbarkeit der Frau, die ständige Paarungsbereitschaft der Menschen, sexuelle Lust und Höhepunkte, sind auf feste Partnerschaften und zur Paarbindung ausgerichtet.
  • Die Paarbindung ermöglicht das gemeinsame Aufziehen der Kinder und Schutz und Versorgung der Frau auch während Schwangerschaft und früher Kindheit des Nachwuchses. Ohne Liebe und exklusive Paarbindung wäre das Überleben erheblich unwahrscheinlicher gewesen. Paarbindung gehört zum biologischen Mechanismus der menschlichen Fortpflanzung dazu. Lust auf Sex und regelmäßiges Ausüben von Sex auch außerhalb der fruchtbaren Zeit, bindet die Partner biologisch aneinander.
  • Echte Monogamie mag es durchaus biologisch auch immer gegeben haben, wenn beide überlebten und die Lebenssituation stabil war. Angesichts der unter evolutiven Bedingungen sehr hohen Sterblichkeit (Wochenbett, Krankheiten) und geringer Lebenserwartung spielte der Aspekt des Partnerwechsels wahrscheinlich keine so entscheidende Rolle. 
  • Polygamie, also häufiger Wechsel des Geschlechtspartners ohne feste Paarbindung, ist eine absurde Annahme, die die Existenz von Verliebtheit und Liebe nicht erklären kann.
Siouxschatten 26.02.2016, 16:49

Polygamie, also häufiger Wechsel des Geschlechtspartners 

Bedeutet Polygamie nicht mehrere Partner gleichzeitig zu haben?Zumindest ist es doch gr. für "Vielehe". Und so definieren sich doch Polygamisten und sagen auch,dass sie alle ihrer Ehepartner lieben.  

Demnach ist die Liebe doch unabhängig von der Anzahl an Menschen. Ich meine selbst wenn man monogam lebt, liebt man ja  zur gleichen Zeit nicht nur seinen Ehepartner, sondern auch seine Freunde und Familienmitglieder.

1
Kajjo 26.02.2016, 18:05
@Siouxschatten

Ja, die Definitionen von Polygamie sind leider uneindeutig. Du hast recht, dass die wörtliche Bedeutung "Vielehe" ist und in diesem Sinne auch "mehrere Ehen gleichzeitig" gemeint sein könnten. 

Dies ist beim Menschen in der Form "ein Mann, mehrere Frauen" sicherlich nicht auszuschließen, in der umgekehrten Form gewiss nicht biologisch sinnvoll begründbar.

Ob der Mensch unter evolutiven Bedingungen polygam gelebt hat, ist nicht bekannt, aber nicht auszuschließen. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass Männer ohne Potential zu Schutz und Versorgung leer ausgingen und Männer, die viel zu bieten hatten, mehrere Frauen hatten. 

Du hast recht, dass Liebe und Ehe zwei verschiedene Dinge sind. Ob mehrfache partnerschaftliche Liebe möglich ist, ist umstritten. Liebe zu Familie, insbesondere Kindern und Eltern, ist aber ohnehin eine andere Form der Liebe.

1
ViktorLeberecht 28.02.2016, 22:11

So geradlinig und sicher ist das nicht. Weder für Menschen noch für Tiere. Wüsste gerne, auf welcher wissenschaftlichen Basis diese Aussage steht. Bereits um das Jahr 2000 veröffentlichte David Barash, selbst übrigens überzeugter Monigamist, ein Buch, das den Stand der Wissenschaft zusammenfasste und für Tiere und Menschen ganz klar feststellte: Promiskuität. Seitdem hat insbesondere die Genetik und die Anthropologie das mit immer weiteren Studien befestigt.

Siehe dazu auch meine Antwort unten.

0
Kajjo 28.02.2016, 22:57
@ViktorLeberecht

Auch wieder so eine Definitionssache, die häufig der politisch Ideologie untergeordnet wird und dann zu falschen Eindrücken führt.

Monogamie / Polygamie bezieht im wörtlichen und biologisch sinnvollen Sinne auf  "-gamie= "Ehe", also eine Form des individual-sozialen Zusammenlebens.

Etliche Tierarten führen eine monogame Beziehung im Sinne von "Ein-Ehe", z.B. manche Storch- oder Pinguin-Arten. Sie sind ihr Leben lang aufeinander fixiert -- dennoch gehen sie offenbar ab und zu fremd, wie man genetisch an den Nachkommen ermitteln kann. Spricht das gegen das Konzept "Einehe"? Ich denke nicht! Eine Zweierbeziehung trifft auf diese Tiere eindeutig zu und beschreibt ihr Alltags-, Fütterungs-, Aufzuchtverhalten korrekt und beinhaltet bei etlichen Arten sogar Trauer, gegenseitige Fürsorge und energische Verteidung. Diese Definition ergibt biologisch Sinn, weil sie das Sozialverhalten der aufeinander fixierten und miteinander lebenden Tiere gut beschreibt.

Meint man mit "Polygamie" in Wirklichkeit Treue, so verfehlt der Begriff seine soziale ("auf das Zusammenleben bezogene") Bedeutung. Wenn man Treue vs. Untreue meint, dann sollte man das auch einfach sagen, und ich räume ein, dass 100% treue Arten wohl rar sind. Das gleiche gilt, wenn man über Promisikuität, also häufig wechselnde Geschlechtspartner, sprechen will, dann sollte dafür genau diesen passenden Begriff verwenden und nicht über Mono- oder Polygamie schwadronieren, wie es heutzutage so in ist..

Polygamie bedeutet, dass ein Tier mit mehreren gegengeschlechtlichen Artgenossen gleichzeitig fest zusammenlebt. Solche Arten mit Rudelbildung "ein Männchen, viele Weibchen" gibt es etliche. Ich halte nichts davon, Treue und Monogamie zu vermischen. Ein polygames Tier ist nicht untreu, sondern eben polygam. Ein monogamer Storch, der mal die Störchin von Baum nebenan beglückt, ist durchaus monogam, nur eben nicht treu.

Promiske Arten, die einfach so Sex miteinander haben und in einer Gruppe von vielen Weibchen und Männchen leben, sind im engeren Sinne weder polygam noch monogam, sondern führen eben gar keine eheähnliche Beziehung, sondern leben promisk in der Herde. So weit ich weiß, trifft dies z.B. auf Bonobos zu.

Zurück zum Menschen: Die evolutiv optimierten Gefühle wie Verliebtheit, Liebe und Eifersucht lassen auf seriell-monogames Verhalten der noch nicht kulturell überfrachteten Species schließen. Untreue wird dabei gewiss nicht selten gewesen sein, widerspricht aber wie gesagt nicht dem Konzept der Monogamie im Sinne der klaren Zweierbeziehung. Dass es durch kulturelle Überfrachtung schon recht früh zu allen möglichen Formen, vor allem polygames Verhalten mit einem Mann und meheren Frauen gekommen sein kann, ist naheliegend. 

Auf den modernen Menschen im westlichen Kulturkreis trifft auf jeden Fall zu, dass er monogam lebt und viele mal untreu sind. Such daran erkennt man, wie sinnvoll es ist, die Begriff "monogam" und "treu" zu trennen. Polygame Lebensweisen wie früher "ein reicher Araber, vier Frauen" wurden ja ganz offen ganz so gelebt -- und womöglich dennoch von allen Beteiligten Untreue begangen. Auch in diesem Sinne ist es richtig "polygam" und "treu/untreu" klar zu unterscheiden. Auch polygame Arten können treu sein oder eben untreu.

1
ViktorLeberecht 29.02.2016, 10:25
@Kajjo

Stimme völlig zu, dass monogam und polygam von Treu/Untreu zu trennen sind.

Nach allem was ich gelesen habe, war zuerst die Promiskuität in Horden da (das ergibt sich u.a. aus Beobachtungen indigener Gruppen, die heute so leben, wie vermutlich die Jäger und Sammler lebten, wo es keine Zweierbeziehungen gibt), dann kamen irgendwann (weiß keiner so genau, weil das in der vorschriftlichen Zeit war) dauerhafte und dabei - zumindest nominell - exklusive Beziehungen, sowohl in polygamer als auch monogamer Form. Die von dir genannten Liebesgefühle zwischen Mann und Frau sind für lange Zeit in der Geschichte nicht nachweisbar, bzw spielten keine Rolle bei der Wahl des Ehepartners; der wurde von den Eltern / dem ganzen Clan gewählt, um Beziehungen zu festigen und Besitz zu wahren oder zu mehren. Die auf freier und persönlicher Wahl der Ehepartner beruhende Liebesheirat ist keine "evolutionäre Errungenschaft", sondern eine Erfindung des 19/20. Jhdts. Siehe dazu das meines Wissens als beste Geschichte der Ehe geltende Buch: Stephanie Coontz, In schlechten wie in guten Tagen.

0

ad Kajjo:
Ich unterschreibe die Sinnhaftigkeit der „seriellen Monogamie“ (– nur nicht ganz). In der Tat: Diese unterstützt die Versorgung des Nachwuchses; und diese erhöht die biologische Vielfalt. Serielle Monogamie ist nichts Ungewöhnliches: Z. B. in der Vogelwelt herrscht diese mehrheitlich vor (dann aber immer nur für eine Brutsaison); lebenslange Paarbildungen sind in der Vogelwelt selten. Aber die serielle Monogamie hat ihre Schwächen!

Die Tatsache, dass es „Verliebtheit, Liebe, Eifersucht, Trauer“ gibt, belegt NICHT, dass sie Vorteile bieten. Die Natur hält zahlreiche Entwicklungen vor, die nicht sinnvoll sind, sich jedoch erhalten haben, weil sie nicht (schwerwiegend) hinderlich und somit keinem Selektionsdruck zum Opfer gefallen sind. • Die Vorstellung von der "romantischen" Liebe befriedigt ein emotionales Grundbedürfnis des Menschen, befördert aber nicht das Anliegen der Natur nach maximaler Vervielfältigung.

Die ständige Fruchtbarkeit der Frau ist KEIN Hinweis darauf, dass feste Partnerschaften und Paarbindung evolutiv richtig und sinnvoll seien. Die Frau könnte ebenso gut ihre "ständige" Fruchtbarkeit nutzen und ständig Sex zu haben, gern auch mit wechselnden Partnern, um einerseits die Vervielfältigungsrate, zum anderen die biologische Vielfalt zu erhöhen. Auf eine etwaige Ressourcenknappheit gehen weder Monogamie noch Enthaltsamkeit sinnvoll ein, sondern nur gezielte Geburtenkontrolle (siehe z.B. die australischen Aborigines, die aufgrund der knappen natürlichen Ressourcen und der Unmöglichkeit, durch Auswanderung – in den eigenen Kontinent hinein – tragfähige Ressoucen zu erschließen), um die Anzahl der langfristig Überlebenden zu steuern und deren Überlebenschancen zu vergrößern!

MIT Liebe und exklusiver Paarbindung wäre das Überleben erheblich unwahrscheinlicher gewesen! Alles andere ist die kulturell gewollte Sichtweise. Denn LIEBE lässt leiden, wenn aus irgendwelchen Gründen der Partner ausfällt: Stirbt die Frau oder geht die Frau, dann kann der Mann als Verteiler genetischen Materials aus Frustration heraus ausfallen. Stirbt oder geht ein Mann, dann kann die Frau mithin die Existenz des Nachwuchses noch gleich mitgefährden, weil ihre Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist. In Dorfgemeinschaften haben sich solche Dramen regelmäßig abgespielt: Einer Witwe hing ein Ruch an – die verlassene Frau war unvermittelbar! Aber denken wir noch weiter zurück an Zeiten, in denen Menschen sich seltener begegnet sind: Da war ggf. die Fortpflanzungsfähigkeit daran geknüpft, fast hemmungslos jeden Kerl zu akzeptieren, der nicht allzu unpassend erschien – und umgekehrt konnte der Kerl nicht wählerisch sein, weil ihm wahrscheinlich bereits gebundene Frauen nicht rege erboten wurden. • Die Inuit dürften eine echte Ausnahme sein, die dem männlichen Gast die Frau anboten – und Frau hat das zumindest nicht verhindert. Andererseits konnte der Gast sich auch nicht an der Frau vergehen, derweil die Wände eines Iglus oder auch eines Sommerzeltes dünn sind: Es gab eine unmittelbare soziale Kontrolle darüber, dass die Frau zumindest nicht litt, im besten Falle aber ihren Spaß hatte! De facto konnte so einerseits die Hege des Nachwuchses gesichert werden (monogame Bestandsehe), andererseits unter dem Druck der dünnen Besiedlung des Lebensraumes biologische Vielfalt zumindest verbessert werden.

In Kajjo’s Kommentar auf Kommentar von Siouxschatten: Weshalb sollte die Polygamie des weiblichen Geschlechts denn – und dann auch noch „gewiss“ (!) – „nicht biologisch sinnvoll begründbar“ sein? Im Gegenteil (!): Hat EINE Frau zwei oder mehr Männer, so ist die Hege des Nachwuchses viel gesicherter, zugleich aber die biologische Vielfalt auch. Männliche Polygamie wird erst dann als einzig oder nur überwiegend denkbar sinnvoll, wenn der Lebenswandel des Menschen dazu führte, dass ein erheblicher Frauenüberschuss bestünde – die Lebensgewohnheiten also die Anzahl der Männer bzw. schon der Jungen (hier also: bereits VOR der Geschlechtsreife) so stark dezimierte, dass für eine Vielzahl von Frauen die Wahrscheinlichkeit sehr klein würde, überhaupt zur Reproduktion zu gelangen. • Und im Gegenteil gefährdet die männliche Polygamie sogar die Frau: Stirbt der Mann, der mehrere Frauen „besitzt“, so sind Frau und Nachwuchs existenziell bedroht. Und während ein Mann die „freie“ Frau noch gern und schnell schnappt, ist noch lange nicht gesagt, dass er auch den Nachwuchs akzeptiert. Eine weibliche Polygamie aber würde die Hege des Nachwuchses kontinuierlich sichern, weil keiner der mehreren Männer sich sicher sein könnte, auch garantiert nur fremden Nachwuchs zu vernachlässigen!

ad Siouxschatten:
Gut gesehen – und geschickt an der Frage vorbeigegangen, wie die präferierte Polygamie denn aussehen sollte.

ad Nooh48er in seinem Kommentar auf Siouxschatten:
Der Islam läuft in genau die FALSCHE Richtung. Und das nur, um den Männern eine privilegierte gesellschaftliche Position zu sichern! Dabei allerdings geht es nicht bloß um Privilegien den Frauen gegenüber (die sind nur die Opfer in dem Spiel), sondern es geht um Status, Ansehen – ganz banal also: Brunftgehabe. DENN noch einmal ganz klar hervorgehoben – und auch auf die Gefahr hin, dass ich damit der so genannten herrschenden „Wissenschaft“ widerspreche:

Ursprünglich und in der Kleingesellschaft war schon die Paarbildung eine gefährdende Festlegung: Stirbt der eine Partner, dann ist die Versorgung des Nachwuchses bedroht, selbst wenn die Frau in einer Kleingesellschaft (mit z.B. drei Familien) lebt, weil die Mitversorgung durch die anderen kulturell gestützt sein müsste – und biologisch IMMER auf der Kippe steht, wenn die Ressourcen der Kleingesellschaft zu knapp sind. Genau dieses hat sich stets durch die uns bekannten Kulturen hindurch bewiesen: Bleiben Frauen allein zurück, waren die Kinder regelmäßig mit bedroht, und zwar rein biologisch (Hunger) ebenso wie sozial. • Bindet die Frau aber zwei oder mehr Männer, so sichert sie sich gegen Ausfälle der Versorgung, während sie selbst dazu nicht in der Lage ist (Schwangerschaft und Hege zumindest sehr kleiner Kinder!!!). Darüber hinaus sichert sie den langfristigen Bestand einer Familie (womit ich jetzt nur den Komplex Mutter-Kind meine) langfristig, also bis die Kinder wirklich unabhängig leben können. Weiterhin verringert die fest gebundene, aber polygame Frau die Wahrscheinlichkeit, dass einer der Männer abwandert, wenn sie diese auch noch emotional bindet – und verschafft sich somit einen „Vermögensvorteil“: Biologische Vielfalt inklusive! • „Emotional“ binden kann sie die Männer, wenn sie ihren Kopulationsdrang (vordergründig: den sexuellen; biologisch: den der Vervielfältigung; tiefergründig: die Versicherung, nicht allein zu sein) befriedigt. Der Mann bekommt den Vorteil, hormonell ausgeglichen zu sein; zugleich kann er sich seiner Bedürfnisbefriedigung (die dann über die rein sexuelle hinausgeht) sicher sein – und bindet sich somit gern! Im Vorteil dabei aber ist jene Frau, die das schafft, ohne sich ihrerseits emotional zu stark zu binden: Vernachlässigt einer der Männer seine Versorgungspflichten, dann wird er rausgeworfen (möglichst: nicht nur aus dem Zelt, sondern aus der Lebensgemeinschaft = Gruppe!), sobald sich die Gelegenheit dazu ergibt. ERGO: Die GEGENSEITIGE Liebe ist ein evolutiver Hemmschuh, erleichtert es aber der Frau, einen Mann oder mehrere Männer in ihrer Nähe zu akzeptieren und diese auch emotional zu binden.

Ploygamie

Das meiste deutet darauf hin, dass wir promiskuitiv veranlagt sind:

1: Monogamie trat erst vor ca 6.000 Jahren das erste mal auf, vermutlich im Zusammenhang mit dem Übergang von nomadischen Lebensweisen, bei denen Menschen in Gruppen lebten, die alles teilten, auch den Sex, zu sesshaften auf Ackerbau beruhenden Lebensweisen. 

2. Seitdem versuchen Autoritäten, zumeist religiöser Art, uns in den westlichen Gesellschaften zur monogamen Lebensweise zu erziehen. Klappt aber nicht, denn sonst wären die Bibel und unsere gesamte Literatur, Geschichte und Rechtsgeschichte nicht voll von Ermahnungen, Strafandrohungen und trotzdem immer wieder vorkommender sexueller Untreue. Selbst in Zeiten und Ländern, als und wo auf Ehebruch der Tod stand/steht, taten und tun Menschen es immer wieder. Der Antrieb zur Promiskuität ist offenbar stark, und daher vermutlich eine unserer Grundanlagen.

3. Anthropologie, evolutionäre Psychologie, Soziologie, Genetik haben gezeigt, dass bis heute über 80% aller Gesellschaften Polygamie erlauben und die offiziell monogamen Gesellschaften tatsächlich nur offiziell monogam sind, also trotzdem munter kreuz und quer gevögelt wird. 

Laut Oxford Handbook of Evolutionary Psychology von 2007 sind über 80 Prozent aller menschlichen Gesellschaften polygam. Dabei praktizieren die meisten, nämlich 83%, die Polygnie, und 0,05% haben die Praxis der Polyandrie. Unter den offiziell monogamen Gesellschaften sind viele nicht wirklich monogam sondern haben Elemente der Polygynie.  Diese Angaben finden sich in Kapitel 30.3.1. des Oxford Handbook of Evolutionary Psychology von 2007. https://books.google.co.uk/books?id=8K7Hc09xcQAC&lpg=PA449&dq=Ecological%20and%20socio-cultural%20impacts%20on%20mating%20and%20marriage%20systems&lr&pg=PA453#v=snippet&q=30.3.1.&f=false

Die zugrundeliegenden Daten sind allerdings zum Teil veraltet. Inzwischen gibt es Forschungen, welche zeigen, dass Polyandrie weiter verbreitet ist, als bisher angenommen, leider ist mir keine neue Zahl zu deren prozentualen Anteilen an den Gesellschaften bekannt. Außerdem praktizieren in den polygynen Gesellschaften nur ca. 5-10% der Männer Polygynie.

3. Der Vollständigkeit halber: Im Tierreich gibt es sexuelle Monogamie so gut wie gar nicht, was es häufig gibt ist soziale Monogamie, also längere Zeit bestehende Paarbindungen. Aber auch während der Bindung haben beide Partner Sex mit anderen, so dass zum Beispiel der männliche Part nie sicher sein kann, dass er seine eigenen Kinder aufzieht.

PlueschTiger 04.06.2016, 15:08

Theoretisch bräuchte es keiner Studie, man müsste eigentlich nur die Augen im Fernsehen oder im Realen Umfeld aufmachen. Man wird in der einen oder anderen weise immer wieder damit konfrontiert. Da es jedoch nicht den Namen Polygamie trägt ist es nichts schlimm wie Polygamie, ist halt nur Fremdgehen oder ähnliches. Das ist zwar für die Leute auch nicht schick, aber nun auch nicht besonderes.

0
Ploygamie

Gesellschaftlich gesehen natürlich für die Monogamie.

Natürlich gesehen, also wie es die Natur vorherbestimmt, jedoch für diePolygamie.

Der Grund ist einfach, dass der Mensch eigentlich so viele Nachfahren wie möglich zeugen möchte und sein Erbgut weitergeben will( so sind eigentlich fast alle genetisch programmiert, auch Tiere). Er hat jedoch statistische gesehen mehr Erfolg, wenn er dazu alle paar Jahre den Partner wechselt oder mehrer gleichzeitig hat, also polygam lebt.



Jeder muss das aber für sich selber entscheiden. Ich selber tendiere zu Monogamie, aber da die Frage 'vorherbestimmt' enthält, ist die Antwort nunmalPolygamie

Nooh48er 26.02.2016, 08:43

Da ist der Islam offensichtlich weiter als die Gesellschaft 

0
Kajjo 26.02.2016, 12:29

Er hat jedoch statistische gesehen mehr Erfolg, wenn er dazu alle paar Jahre den Partner wechselt

Das ist aus Sicht der Frau ja schon mal falsch. Sie kann nur eine begrenzte Anzahl Kinder kriegen, die körperliche Investition ist sehr groß und der Aufzuchterfolg hing evolutiv ganz wesentlich davon ab, ob sie und ihre Kinder von einem Mann versorgt und beschützt wurden. Paarbindung hat für die Frau in dieser Zeit immer Vorteile.

0
PlueschTiger 04.06.2016, 15:18
@Kajjo

Das bedeutet doch aber nicht das diese eine 2 oder 3 Frau oder einen weiteren Mann ausschließt. Beide Fälle hätten logisch betrachtet, gerade aus deiner genannten Sicht Vorteile, da Mutter und Kind besser geschützt und der Nachwuchs bei mehreren Frauen auch bei Abwesenheit der Mutter besser versorgt sind, von den Finanzen gar nicht zu reden.

Bedenke das auch bei einer 3er oder 4er Beziehung es ebenso eine Paarbindung gibt und kein Betrieb wie am Bahnhof wo mal der oder die kommt. Anders als mit Emotionen würden doch auch solche Beziehungen gar nicht Funktionieren. Anders als bei der Monogamie kommt aber noch der Faktor hinzu das die Bindung mitunter nicht nur zum anderen Geschlecht entsteht sondern auch zu den Geleichgeschlechtlichen Partnern, auch wenn die dann eher freundschaftlich ist.

1

Was möchtest Du wissen?