Monarchie in Deutschland?

8 Antworten

Deutschland ist eine Republik, und das - mit Unterbrechung - seit 1918. Warum sollte man mit dieser Tradition brechen?

Hätte die Monarchie Vorteile? Das kommt drauf an. Jedenfalls käme nur eine parlamentarische Monarchie infrage, in der der Monarch nur diejenigen Funktionen und Befugnisse ausübt, die unser Bundespräsident ausübt.

Wenn man auf andere Monarchien in Europa schaut, so erfreuen sie sich, gerade bei langjähriger Regentschaft und wenn sie ihre Aufgaben gut erledigen, großer Beliebtheit. Sie nehmen eine integrative Funktion wahr, gerade in solchen Staaten, die, wie die Bundesrepublik, föderale Strukturen aufweisen. Ihre Beliebtheit sorgt dafür, dass die monarchisch gesinnten Bürger sich mit ihrem Monarchen und über diesen mit ihrem Staat identifizieren. Außerdem bieten alle Monarchien ihren Bürgern über das Jahr verteilt gewisse "karnevalistische" Spektakel, die von den Mühen des Alltages ablenken. In dieser Hinsicht sind unsere Bundespräsidenten recht blass, wenn sie nicht außergewöhnliche, charismatische Persönlichkeiten sind - und von denen gab es in der bundesdeutschen Geschichte nur wenige. Außerdem besitzen gerade gute Monarchen politische Erfahrungen und Kenntnisse sowie persönliche Beziehungen innerhalb des Landes und international, die sie dem Wohle des Landes und den gewählten Regierungen, die sie ständig über Staatsgeheimnisse und die aktuelle Politik informieren, zur Verfügung stellen können. Bundespräsidenten haben allenfalls 2 Amtszeiten und müssen dann abtreten. Nur der amtierende Bundespräsident hat das Recht, über staatliche Geheimnisse und die aktuelle Politik umfassend informiert zu werden. Eine Monarchie kostet, wie gerade die skandinavischen Monarchien belegen, keinesfalls mehr als Deutschland seine Bundespräsidenten. Denn Bundespräsidenten behalten lebenslänglich ihre Bezüge und erhalten für Büro, Fahrbereitschaft und Sicherheit weitere staatliche Leistungen. Zur Zeit zahlt Deutschland für 4 gewesene und 1 amtierenden Bundespräsidenten.

Nachteile hat eine Monarchie insofern, als die Befähigung des Monarchen vom Zufall der Geburt abhängt. Im Falle eines Dummkopfs müsste sich die Regierung mit demselben vielleicht jahrzehntelang herumschlagen - oder einen Regenten einsetzen. In jedem Fall wäre ein defizitärer Monarch eine Belastung für das Land. Ein dummer Bundespräsident tritt in jedem Falle nach 7 Jahren ab!

Wenn man genau hinschaut, dann ist der Bundespräsident seinen Funktionen und Befugnissen nach ein Ersatzmonarch. Er hat sogar einen kleinen Vorteil gegenüber der Monarchie, wenn er eine Persönlichkeit ist: er redet und sagt in aller Öffentlichkeit seine politische Meinung, darf die Politiker sogar ungestraft schelten, wenn sie schlecht arbeiten. Nur ein Monarch bzw. eine Monarchin hat sich das in den letzten Jahrzehnten getraut: Beatrix der Niederlande. Ansonsten üben die Monarchen strikte Zurückhaltung und Neutralität in politischen Angelegenheiten - wenigstens in der Öffentlichkeit. Weil sich das Amt des Bundespräsidenten insgesamt bewährt hat, gibt es wohl keinen ernsthaften Grund, in Deutschland wieder eine Monarchie einzuführen.

Aber wenn man mich zum Monarchen ausrufen sollte, dann will ich die große Bürde dieses Amtes gerne tragen. An diesem Tage gibt es auch schulfrei!  :-))

MfG

Arnold

Zunächst stelle ich ein paar Sachen richtig: "Monarchie" sagt nichts über die Machtstellung des Staatsoberhauptes oder die Rechte der Bürger aus (siehe heute die europäischen Monarchien). Auch ist eine Monarchie nicht zwangsläufig erblich (siehe den Vatikanstaat). Zu den Argumenten: Nachteile: 1. Die Regierung des Staatsoberhaupts dauert ein ganzes Leben. 2. (Erbmonarchie) Eine Familie oder zumindest eine einzelne Person wird ohne eigenen Leistungsaufwand zu einem wichtigen Organ des Staatswesens erhoben. 3. (Erbmonarchie) Undemokratisch. Vorteile: 1. Die Einnahmen durch Monarchietourismus übersteigen die Ausgaben für die Monarchie deutlich. 2. Sie kann in den meisten Fällen eine kulturelle und nationale Identität stiften oder stärken. 3. (Erbmonarchie) Der Thronfolger wird für sein Amt länger vorbereitet. 4. (Parlamentarische Erbmonarchie) Ein beständig-elitäres Gegengewicht zum demokratisch-egalitären Parlament.

*Nachteil: 1. Bis zum Ableben des Staatsoberhaupts.

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Hei, Abi2018, die Monarchie ist eine überkommene Form . dort, wo sie noch existiert, hat sie allenfalls traditionelle Gründe. Mit Recht sind ansonsten die Könige von ihren Thronen verjagt - als teure, wenig dem Volk nützlich und repräsentierende Kostgänger der Steuerzahler. Und so. Grüße!

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