Molekulare Uhr

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2 Antworten

Hallo Gamma33!

Gute Frage! Natürlich sind die Mutagene für eine Population nicht weltweit gleichmäßig verteilt. Was aber für deine Fragestellung wichtig ist: es geht hier regelmäßig um extrem lange Zeiträume, die haben sicher einen nivellierenden Einfluss auf zeitlich bzw. örtlich punktuell auftretende starke Schwankungen der Evolutionsrate. Damit ist die molekulare Uhr dennoch brauchbar.

Schau dir mal das "Das Konzept der Molekularen Uhr" in der verlinkten Seite an:

http://molgen.biologie.uni-mainz.de/Downloads/PDFs/molevol/6molclock2008.pdf

Liebe Grüße!

Der Einfluss von Mutagenen aus der Umwelt wird meines Wissens bei den Berechnungen der molekularen Uhren vernachlässigt, und zwar aus dem einfachen Grund, weil er vernachlässigbar ist. Mutationen treten "ganz von selbst" bei den Replikationen der DNA in der Keimbahn auf, sowie speziell auch durch Rekombinationsfehler in der Meiose.

Eine einheitliche molekulare Uhr für die ganze Welt aufzustellen, funktioniert ebenfalls aus einem ganz einfachen Grund nicht: Die "molekulare Uhr" ist für jeden unterschiedlichen Organismus mehr oder weniger verschieden, vor allem aufgrund unterschiedlicher Generationszeiten(!). Außerdem ist die molekulare Uhr auch für unterschiedliche Gene/Bereiche des Genoms verschieden(!), da die Mutationsraten nicht überall auf der DNA gleich sind (sie hängen von vielen Faktoren ab: Basensequenz, DNA-Struktur, Lage auf dem Chromosom, epigenetische Effekte, Methylierungsgrad, etc. etc.). Meist müssen die somit jeweils unterschiedlich konzipierten molekularen Uhren dementsprechend kalibriert werden, z.B. anhand anderer molekularer Uhren sowie letztlich beispielsweise anhand paläontologischer Daten.

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