Mörder, die wegen psychischen Krankheiten nicht in den Knast kommen - Krankheit?

6 Antworten

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Eine mögliche, oft benutzte Einteilung für psychische Erkrankungen ist die in Neurosen und Psychosen.

Was (leider) als "verrückt" abgestempelt wird, sind eher die Psychosen. Doch, die Schizophrenie in all ihren verschiedenen Formen und Erscheinungen gehört unbedingt dazu.

Und bitte. Benutze in diesem Zusammenhang nicht das Wort "nur". Eine Schizophrenie ist keine Kleinigkeit. Und auch die Depression hat mit sehr viel Angst und großer Not zu tun.

Nein, so meine ich das ganz und gar nicht. Natürlich sind Depressionen, Schizophrenie und auch andere psychische Krankheiten schlimm (Bei mir wurden selbst Angststörungen und Depressionen diagnostiziert, also weiß ich, wovon ich spreche). Ich meine eher: Wegen "nur" einer Depressionen, kann man ja keiner Strafe entkommen.

:)

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Bei der Frage, ob Gefängnis oder Psychiatrie, geht es um die Schuldfähigkeit. Das ist der genaue Gesichtspunkt (und nicht die Krankheit alleine). Um das festzustellen, wird immer der ganze Mensch begutachtet, natürlich einschließlich seiner Krankheit.

Es könnten also zwei Menschen die gleiche Diagnose haben - bei dem einen wird Schuldfähigkeit festgestellt, bei dem anderen nicht.

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@ereste

übrigens, was meinst du denn mit "gerechter Strafe"? In beiden Fällen, Gefängnis und Zwangspsychiatrie (geschlossene Anstalt), wird der Täter eingesperrt und die Öffentlichkeit wird vor ihm geschützt.

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@ereste

Ja, das kann ich irgendwie nur schwer erklären. Ich meine, die Gerechte Strafe wäre ja ein Gefängnisaufenteil, in manchen Ländern auch die Todesstrafe (die ich eher ungerecht finde. Man sollte einem Menschen nicht das Recht zu leben wegnehmen). Ich habe mal von einem Fall gehört, bei dem der Mörder getan hatte, als wäre er psychisch Krank, um der Todesstrafe zu entweichen und in eine Psychiatrie zu kommen, aber das hat nicht geklappt und er wurde zum Tode verurteilt.

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@EasySmileForYou

Ich denke, in den üblichen Gefängnissen wäre es wohl ziemlich schwer für das Personal, mit Psychotikern umzugehen. Das wird auch was in der Gruppe bewirken und kann evtl. für Resozialisierungsmaßnahmen schwierig sein, wenn Menschen mit einer Psychose dabei sind.

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Der Straftäter entgeht nicht dem Freiheitsentzug - im Gegenteil. Wenn er nicht ins Gefängnis kommt, kommt er in eine forensische Einrichtung. Das dient zum einen dazu, zumindest den Hauch einer Chance für eine Rehabilitation zu schaffen (eine psychische Krankheit wird ja vom Strafe-Absitzen nicht besser). Zum anderen dient es auch unserer und somit auch deiner Sicherheit. Denn der Aufenthalt in einer Forensik dauert u.U. länger als die Haftstrafe, wenn davon auszugehen ist, dass der Betreffende nicht stabil ist. Am Ende seiner Haftzeit hingegen würde er entlassen werden - egal, wie die Prognosen aussehen. Mir persönlich ist es jedenfalls lieber, wenn ein psychisch kranker Straftäter behandelt wird ;)

Der Betreffende wird auch nicht "als verrückt abgestempelt", sondern es wird geschaut, ob er schuldfähig ist oder nicht, wie ereste schon sagte. Wenn davon auszugehen ist, dass der Täter aufgrund seiner Krankheit so gehandelt hat, ist er nicht zwangsläufig als voll schuldfähig anzusehen.

Es geht dabei um die Schuldfähigkeit. Diese kann durch zahlreiche psychische Erkrankungen erheblich eingeschränkt sein, zB eine Suchterkrankung (häufig bei Delikten im Rahmen von Beschaffungskriminalität oder bei Verkehrdelikten), schwere Persönlichkeitsstörungen oder eben psychotische Erkrankungen wie Schizophrenie. Mit "Verrücktheit" hat das nichts zu tun. Neben Hilfsmöglichkeiten für den Erkankten (zB bei Sucht) geht es dabei oft eher um die Frage, wo jemand am sichersten aufgehoben ist, auch für die Bevölkerung sicherer. Nach einem Maßregelvollzug in einer Forensischen Psychiatrie ist daher auch unter neuem Recht eine nachfolgende Sicherungsverwahrung möglich, im normalen Stafvollzug ja nicht mehr (insbes. seit dem Urteil des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte 2011).

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