Möglichkeiten und Aussichten Mietschulden von einer ehemaligen Mitbewohnerin einzutreiben?

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Zuallererst stellt sich mal die Frage, inwieweit du deine Forderung beweisen kannst. Die Gesamtmiete wurde immer von dir überwiesen. Daher müsstest du das Bestehen eines Vertrages zwischen dir und der Dame, aus dem die Höhe der Mietforderung hervorgeht, beweisen. Für die Rechtmäßigkeit deiner Forderung liegt die Beweislast bei dir.

Daraufhin müsste sie eventuelle von ihr behauptete Zahlungen beweisen. Da alles in bar abgelaufen ist, wird sie das nicht können. Die Beweislast für die Zahlungen liegt bei der Dame. Hier kommen dann auch die Nachrichtenverläufe ins Spiel. Diese sind zwar keine handfesten Beweise, werden jedoch trotzdem mit berücksichtigt. Sie würde diese wohl vor Gericht kaum abstreiten können.

Nun kommen wir zum heiklen Teil der Geschichte. Ich persönlich würde dir erst mal zu einem eingeschriebenen Brief mit genauer Aufstellung und Zahlungssaufforderung mit Fristsetzung raten. Reagiert sie darauf nicht, würde ich dazu raten, beim zuständigen Mahngericht einen gerichtlichen Mahnbescheid über die offene Summe zu beantragen. Widerspricht sie diesem, kannst du die Sache direkt vors Amtsgericht bringen. Ich würde diesen Schritt auf jeden Fall gehen, da ein Gerichtstitel erst nach 30 Jahren verjährt. Eine Forderung ohne Gerichtstitel verjährt nach 3 Jahren.


Auch wer im Abwimmeln geübt ist, kann sich einem Gerichtsvollzieher nicht auf Dauer entziehen. Hier kommen dann Dinge wie Sachpfändungen, Kontenpfändungen oder auch Lohn/Gehaltspfändungen ins Spiel, was für den Schuldner sehr unangenehm werden kann. Bietest du ihr noch eine Ratenzahlungsmöglichkeit an, schätze ich die Chancen auf Zahlung recht positiv ein.

Ein Anwalt ist für diese Sache nicht zwingend notwendig. Den Mahnbescheid kannst du problemlos selbst beantragen. Auch einen Schriftsatz ans Gericht kann man als Laie mit etwas Recherche recht gut hinbekommen. Ob du dann vor Gericht alleine auftreten willst, musst du selbst entscheiden.

Genau so würde ich das auch machen.

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wohnen in ner WG... da wird vermutlich nicht viel Geld dahinter strecken. Auch das verhalten sieht danach aus. Hast du wenigstens ne aktuelle Adresse? Du kannst versuchen es zu titulieren, aber rechne mal damit das allein das zustellen des Mahnbescheids evt. mit viel Zeitaufwand und kosten (Adressauskünfte etc.) verbunden ist... wenn er durchgeht wird es dir auch nix bringen weil du auf unabsehbare Zeit nicht pfänden werden kannst weil sie (wenn ich richtig Rate) unter der Pfändungsgrenze liegt). Wenns ganz blöd läuft dann legt sie Widerspruch ein... und selbst wenn du den Prozess dann gewinnst (da ist ja das Thema Beweislage noch da) bringt dir das nur eines... du musst die Prozesskosten vorrausstrecken und am ende wird sie doch nichts zahlen weil sie immer noch unter der Pfändungsgrenze liegt.

Also sinnvoller ist, auch wenn es schmerzlich ist, das Geld abzuschreiben. Einzige Ausnahme ist wenn du weißt das sie über der Pfändungsgrenze verdient oder in absehbarer Zeit verdienen wird.

Vielen Dank für Ihre Antworten!

Da die Schuldnerin sich meiner Kenntnis und Einschätzung nach unter der Pfändungsgrenze befindet und sich daran vermutlich in absehbarer Zeit nichts ändern wird, habe ich schweren Herzens die Entscheidung getroffen, keine weitere Energie und Geld mehr in die Angelegenheit zu investieren.Ihre Ratschläge haben mir bei der Entscheidungsfindung erheblich geholfen. Vielen Dank!

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