Möglichkeiten gegen ergangenes Versäumnisurteil vorzugehen

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5 Antworten

Materielle Einwendungen wirst du kaum erheben können. Damit die Forderung nicht ins unermessliche steigt, solltest du Zahlungen nur zur Verrechnung auf die Hauptforderung leisten. Und dein Schadensersatzanspruch gegen deinen Anwalt dürfte wohl auch verjährt sein, denn gegen ein Versäumnisurteil hätte er per Fax Einspruch einlegen können, ohne dass es einer Begründung bedurft hätte.

15% Zinsen waren durchaus einmal üblich.

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Also, nein... ich habe ein kleine Firma nebst Inventar gekauft. Ich habe den ursprünglichen (5stelligen) Betrag abgezahlt, dieser steht nun ungefähr nochmal an... faktisch müsste ich hier noch min. 20 Jahre abzahlen, da die Zinsen alles fressen. Mein damaliger Anwalt hat mich verarscht... um es mal klar zu sagen. Der hatte schlich keinen Bock und hat mal eben etwas in die Tasche gesteckt.

Eine Privatinsolvenz ist doch völliger Blödsinn. Zum Einen ich mal sicher keinen neuen Job, wenn ich gleich mit einer Pfändung um die ecke komme, zum Anderen bekommt mein Herr Gläubiger sicher keinen Cent mehr. Welches Interesse sollte da bestehen!?

Wenn man das Verfahren wieder in Gang setzen würde, könnte man vielleicht einen Vergleich erreichen? Auch könnte ich mal auspacken und dann dem Richter von Sozialversicherungsbetrug erzählen, das verjährt glaube ich nicht!? Ich bin für den Kerl ein schickes Nebeneinkommen... damit muss Schluss sein. Irgendwie!

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jurafragen 20.03.2013, 19:57

dieser steht nun ungefähr nochmal an... faktisch müsste ich hier noch min. 20 Jahre abzahlen, da die Zinsen alles fressen

Na da rechne mal nochmal nach. Wenn der Betrag noch immer in ursprünglicher Höhe offen ist, dann hast du bislang die Kosten und die Zinsen gezahlt, die weite verzinste Hauptforderung aber allenfalls leicht angekratzt.

Ich kann nur dazu raten, hier nochmal ganz genau nachzurechnen und zu prüfen, ob sich das lohnt oder ob hier nicht eher eine Insolvenz in Betracht kommt.

Eine Privatinsolvenz ist doch völliger Blödsinn.

Im Gegenteil. Eine Verbraucherinsolvenz ist eine Chance.

Zum Einen ich mal sicher keinen neuen Job, wenn ich gleich mit einer Pfändung um die ecke komme

Im Insolvenzverfahren gibt es ein Pfändungsverbot, wo also soll da eine Pfändung herkommen. Die droht allenfalls ohne Insolvenz. Durch den Gläubiger.

zum Anderen bekommt mein Herr Gläubiger sicher keinen Cent mehr

Und das ist ein Problem?

Wenn man das Verfahren wieder in Gang setzen würde, könnte man vielleicht einen Vergleich erreichen?

Die Chance, da überhaupt wieder etwas im Gang zu setzen geht gegen Null. Und selbst wenn, ist der Ausgang ungewiss.

Auch könnte ich mal auspacken und dann dem Richter von Sozialversicherungsbetrug erzählen, das verjährt glaube ich nicht!?

Du glaubst falsch.

Ich bin für den Kerl ein schickes Nebeneinkommen... damit muss Schluss sein. Irgendwie!

Die einzig sinnvolle Antwort gefällt dir ja nicht. Warum auch immer.

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JosefGarthmann 20.03.2013, 21:00
@jurafragen

Es gefällt mir dahingehend nicht, als das ich selbständig als Makler bin und damit mein Gewerbe vergessen kann. Eine Anstellung, um die ich mich gerade bemühe, bekomme ich ganz sicher auch nicht. Selbst bei einem Pfändungsverbot ist das ein Aus für mich.

Eine Insolvenz hat auch zur Folge, dass ich nichts mehr haben kann als diese 1000 Euro im Monat. Damit kann ich keine Familie ernähren. 7 Jahre wird das nicht gutgehen.

Ich halte die Zinsen für Sittenwidrig, dass ich nie etwas von den gekauften Sachen gesehen habe für die ich aufkomme, diese sogar verpfändet worden sind von meinem Verkäufer... dass man ein Versäumnisurteil nicht wieder verhandeln kann... kaum zu glauben. Es ist nie recht gesprochen worden.

Wenn ich die Finger hebe, dann muss doch meinem Gegenüber klar sein, dass damit nichts mehr kommen wird und er alles andere in den Wind schreiben kann. Welches Interesse sollte da vorhanden sein?

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jurafragen 20.03.2013, 21:16
@JosefGarthmann

Eine Insolvenz hat auch zur Folge, dass ich nichts mehr haben kann als diese 1000 Euro im Monat.

Du. Wirst mehr als 1.000 Euro haben, da unterhaltsberechtigte Personen zur Erhöhung des Freibetrags führen...

Damit kann ich keine Familie ernähren.

Doch, das kannst du, das können andere auch.

7 Jahre wird das nicht gutgehen.

Braucht es auch nicht. Das Insolvenzverfahren dauert ein paar Monate, das Restschuldbefreiungsverfahren endet 6 Jahre nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens.

Das Problem mit dem § 34c solltest du mit einem auf Insolvenzrecht spezialisierten Anwalt klären (GmbH-Gründung und 34c-Erlaubnis durch Ehefrau o.ä.).

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Oder du einigst dich mit dem Gläubiger.

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Kurz nach dem Versäumnisurteil hätte man vielleicht noch was machen können, aber vermutlich ist das nach längerer Zeit so gut wie nicht mehr möglich, das noch anzufechten. Die Zinsen erscheinen mir auch zu hoch, eigentlich müsste da doch wohl der gesetzliche Basiszinssatz (um die 5 Prozent) angesetzt werden.

Am besten bei der Bank ein Pfändungsschutzkonto einrichten lassen. Dann ist monatlich ein Festbetrag von ca. 1000 Euro pfändungsfrei.

Dann mal mit einer Schuldnerberatung beratschlagen, wie man am besten weiter vorgeht, ob eine Privatinsolvenz sinnvoll ist, und wie man taktisch da am besten vorgeht. Schuldnerberatungen gibt es in jeder Stadt.

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Hast du den Kauf als Privatperson getätigt? Und war der Zinssatz in den AGB geregelt?

Dann dürfte er nach § 309 Nr. 5 oder Nr. 6 BGB ungültig sein. Es würde dann der Zinssatz nach § 288 BGB gelten, der seit einigen Jahren um die 5 % liegt.

Das ganze liegt aber möglicherweise anders, wenn der Verzugszinssatz in dem Versäumnisurteil höher festgelegt wurde.

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So lange, wie die Restschuld incl. der Zinsen und sonstig angefallenen Kosten nicht gezahlt wurde ist der Kaufvertrag nicht erfüllt worden! so einfach ist das. Diese Titel laufen sehr lange. Das war kommen wird ist die Privatinsolvenz!

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