Möglicherweise zu hart gehandelt?

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29 Antworten

Keine Ahnung wie nah der Schüler an euch war, aber ich würde nicht zögern wenn einer 2 Meter vor mir mit einem gezückten Messer steht. Er hat sich doch schon durch die Barrikade der Festnahme entzogen. Auch wenn es nach einem harmlosen jungen Mann klingt, dem am Freitag die letzten Sicherungen durchgebrannt sind.

"Zu hart gehandelt" ist, wenn man wie gerade in Israel einen am Boden liegenden Menschen erschießt. Ein Soldat hatte spontan aus 5 Meter Entfernung einen Palästinenser erschossen und dafür nur 18 Monate bekommen.

Du brauchst Dich nicht schlecht zu fühlen. Du hast Deinen Job gemacht. Und wie die allermeisten Menschen in Deutschland bin ich froh, daß die Polizei da ist wenn man sie braucht.

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Kommentar von SlowPhil
06.03.2017, 00:22

"Zu hart gehandelt" ist, wenn man wie gerade in Israel einen am Boden liegenden Menschen erschießt.

Zumindest sah das ein israelisches Gericht so, obgleich der Erschossene ein Messerattentäter war. Ein russisches Gericht hätte sich in einer ähnlichen Situation vermutlich nicht einmal mit dem Fall befasst.

Kritik an dem Prozess („Farce“) kam dann ausgerechnet aus dem wenigst denkbar berufenen Munde, nämlich dem einer Behörde, die Menschen, für die das Judesein eines Mitmenschen ein hinreichender Grund ist, sie zu erstechen oder totzufahren, zu Helden erklärt.

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Kommentar von Mistress321
20.03.2017, 09:52

Kann mich da nur voll anschliessen. Du hast richtig gehandelt. Oder hättest du lieber warten wollen bis der Schüler auf dich mit dem Messer los geht? Wenn die Polizei auftaucht, dann hat man ein Messer und alles was als Waffe gebraucht werden kann, sofort aus der Hand zu legen. Ich würde mir da nicht die geringsten Gedanken machen. Man sieht ja inzwischen wie schnell solche Situationen selbst mit Minderjährigen plötzlich tödlich eskalieren können.

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Es tut mir leid - sowohl, dass dieser Junge beide Eltern verloren hat und für die schwere Zeit, die vor ihm liegt und auch für dich und deinen Gewissenskonflikt sowie die Schuldgefühle, die wiederum dich quälen...

Letzteres zeigt wieder einmal, dass auch Polizisten "nur" Menschen sind - zum Glück !

Wer würde sich schon Roboter bzw. Maschinen wünschen, die scheinbar unfehlbar und "perfekt", aber dafür auch unmenschlich agieren und reagieren ? Ich nicht !

Mach dich nicht fertig - du hast in einer akuten Situation so gehandelt, wie du es gelernt hast und es in diesem Moment für richtig und angebracht hieltest...

Für Außenstehende ist es immer leicht, einen Buhmann zu finden und den ersten Stein zu werfen...

Schon Jesus sagte: "Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein !"

Soll auf dich bezogen heißen, dass wir alle "nur" Menschen sind und deshalb auch in diesem unserem Leben mit all seinen Unabwägbarkeiten nur so handeln können, wie wir eben können - mit all unseren Zweifeln, Schuldgefühlen, Fehlbarkeiten, Gefühlen und unserer menschlichen Unvollkommenheit, aber auch dem Eingestehen all dessen...

Wie bei allem im Leben gibt es auch in Bezug auf deine Situation kein "richtig" oder "falsch"...

Was, wenn er mit dem Messer auf euch losgegangen wäre oder sich selbst die Pulsadern eröffnet hätte - was, wenn er sich in seiner Verzweiflung aus dem Fenster gestürzt hätte ? Was, wenn sein Verhalten nicht nur ein Hilfeschrei gewesen wäre ? Auch da wäre schnell ein Schuldiger gefunden worden - nämlich du und evtl. deine Kollegin !

Du hast versucht, sowohl diesen Jungen und auch andere (inkl. dich und deine Kollegin) zu schützen - das ist dein Job...

Wer schreit auf, wenn junge Menschen Amok laufen und andere mit in den Tod reißen und sucht dann Schuldige ? 

Ich finde, du hast dir nichts vorzuwerfen - geh zu diesem Jungen hin, besuche ihn und rede mit ihm. Wenn es dir und ihm hilft, entschuldige dich bei ihm. Meines Erachtens benötigt er psychologische Hilfe, um das durch den Tod seiner Eltern erlittene Trauma  zu verarbeiten und vor allem braucht er Zeit...

Dann wird auch er lernen, mit seiner Trauer richtig umzugehen.

Ich wünsche sowohl diesem Jungen als auch dir viel Kraft, Mut, Trost und Hoffnung, um das Erlebte zu verkraften, um wieder nach vorne schauen zu können - alles Gute für euch ! :)

Ach ja: Hier stand wieder der Vorwurf der Trollerei im Raum:

Sollte dies wirklich eine Trollfrage sein, hat mich mein Bauchgefühl mal im Stich gelassen, damit könnte ich aber leben...

Ich gehe hier nicht davon aus, weil das Thema ein trauriges ist und darüber sollte man keine Witze machen...

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Kommentar von salmik
05.03.2017, 15:12

Ich bin das erste mal auf diesem Forum aktiv und kenn mich damit nicht aus . Der Vorwurf des trollens ist berechtigt kann ihn aber auch nicht widerlegen . Daher bleibt mir nichts Anderes übrig außer es so hinzunehmen . Aber vielen Dank für deine Antwort.

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Du hast sicher keinen leichten Beruf ergriffen.

Deine Reaktion war m. M. nach vielleicht ein wenig überzogen - allerdings stand ein junger Mann mit einem Messer bewaffnet vor Dir/Euch und da er bereits vorher nicht auf gutes Zureden reagiert hat, hast Du durch Dein Eingreifen nur verhindert, dass er sich selbst oder andere womöglich ernsthaft verletzt.

Nach dem, was man in den letzten Tagen in den Medien über getötete Polizeibeamte gehört hat, warst Du sicher auch ein wenig übereifrig - wahrscheinlich ähnlich, wie der junge Mann, dessen psychische Verfassung offensichtlich auch angeschlagen war (Verlust der Eltern).

Du solltest Dich nicht schlecht fühlen - Du hast Deinen Job gemacht.

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Kommentar von salmik
04.03.2017, 14:38

Natürlich war ich durch das Schicksal anderer Kollegen informiert , aber ich hielt das direkte sprühen bzw . den direkten einsatz von reizgas für zu hart.

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Kommentar von MissPommeroy
05.03.2017, 10:27

Danke und DH für diese faire Antwort, "Samika68" !

Niemand derer, die hier verurteilen, weiss, wie er selbst gehandelt hätte in dieser Situation - womöglich noch "härter"...

Vorverurteilen geht leider immer leicht - viel leichter, als sich selbst an die Nase zu fassen und zu schauen, wo man falsch handelt im Leben und das tagtäglich, ohne Gewissensbisse...

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Ich arbeite im Krankenhaus und sehe uns mit Polizei,Rettungsdienst und Feuerwehr in einem Boot,wir bekommen für wenig Eintrittsgeld viel menschliches Elend und schlechtes Verhalten ab. Das können sich Außenstehende nie wirklich vorstellen. Ich kenne Deine Gefühle gut und habe Ähnliches erlebt,auch was Reaktionen auf Bedrohung angeht. Das üble ist,bei uns auch,wir sollen unbedingt was tun,es darf aber nichts passieren. Du warst voller Adrenalin,musstest Dir den Weg bahnen-Du hast ja nicht geschossen oder ähnliches. Was wäre denn andersrum? Der Junge springt -Deine Schuld. Er sticht auf jemanden ein-Deine Schuld. Er sticht auf sich selbst ein-Genau. Da war doch Polizei da! Wieso hat denn niemand..?!
Du hast eine Sekundenentscheidung getroffen. Der Junge und die anderen leben. Du wirst das verarbeiten,auch,wenn Du Hilfe brauchen solltest,daran wachsen.
Ich fühle mit Dir und wünsche Dir alles Gute!

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Kommentar von salmik
04.03.2017, 15:20

Ja ich merke , gerade an den Ungläubigen Reaktionen von Außenstehenden, dass sie gar nicht wissen , wie es ist in diesem Jargon zu arbeiten , wie du es treffend genannt hast ! Damit sei ein Punkt der zweifler hier bestätigt : gute Gespräche führt man nur mit Menschen vom Fach ! Vielen Dank , du hast mir wirklich sehr geholfen!

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Kommentar von RheumaBaer
04.03.2017, 15:27

Das tut mir gut! Ich bin 50 und habe die erste Zeit im Beruf sehr gelitten. Enttäuschung,Entsetzen über "das,was möglich ist",das Mitfühlen bei Tod und Dramen,die hilflose Wut bei Unmenschlichkeit,dann eben auch Ekel usw.  Du bist auch eine fühlende Seele,so wie es klingt,Du wirst es auch nicht leicht haben,aber man selbst wächst mit den Erfahrungen und bekommt mehr Tiefe und Einblick als viele andere. Ich hoffe,Du bleibst trotz allem lange bei Deiner Arbeit,denn Du wirst nicht einfach verrohen oder abstumpfen,und damit wirst Du helfen können,obwohl es eben nie leicht sein wird. Bleib so,nachdenklich,kritisch. Aber gib immer darauf acht,nicht auszubrennen,immer genug Kraft für Dich zu haben.

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Kommentar von salmik
04.03.2017, 15:34

Vielen Dank , wie ich auch geschrieben habe , bin ich ziemlich Unsäglich im Polizeidienst ! Viel Arbeit , anstrengende Arbeit , für das was man macht ein mittleres bis schlechtes Gehalt ! Aber es gibt da auch immer wieder diese schönen Momente wo man nicht mit dem langen Zeigefinger steht sonder wo man Hilft . Aber dieser Einsatz gestern war einfach ungewohnt und ich hielt mein Handeln für falsch , aber so wie du es beschrieben hast , so hab ich das nicht gesehen , ich habe nur mein Fehlverhalten gesehen und nicht das was erhalten geblieben ist . Wirklich danke !

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Kommentar von RheumaBaer
04.03.2017, 16:20

Das kenne ich eben aus der Klinik-wobei es dort auch hilfreich sein kann,etwas NICHT zu tun. Gehalt.. eine Kollegin von mir,älter als ich,sagte mal den schönen Satz:"Wir müssen dankbar sein,hier arbeiten zu dürfen-andere kaufen für sowas Theaterkarten!!" Es braucht Zeit,bis man sich sicherer wird,und es tut mir weh,wenn ich daran denke,daß es Dir immer so gehen wird-eine bedrohliche Situation,Du bist der Helfer,Beschützer,triffst schnell eine Entscheidung-und immer werden da welche sein,die Dich kritisieren! Warum hast Du geschossen,der Sprengstoffgürtel war eine Attrappe! Warum hast Du nicht geschossen,x-Menschen könnten noch leben! Toll. Es gibt eine tolle Mini-Serie,nur auf Englisch,über Soldaten im Golfkrieg,"Generation Kill" von HBO. Dort kommt sowas auch vor. An einer Straßensperre hält ein Auto nicht an,die GI's schießen..und töten ein kleines Mädchen im Auto. Alle sind entsetzt,das soll nie mehr passieren! Also schießen sie ab da eine Farbpatrone als Warnung vor das Fahrzeug. Eines Tages fährt in einem Flüchtlingsstrom ein Auto schnell auf sie zu. Der Soldat schießt eine Farbpatrone ab-die prallt von der Straße ab und zerschmettert einem alten Mann im Flüchtlingsstrom den Schädel. Das sind keine Hurra-US-Boys,das sind Menschen.
Ich bin froh,das mit Dir ein denkender,fühlender Mensch in einer Uniform steckt. Und ich hoffe,Du wirst ein guter,Weiser "Veteran",dem bewusst ist,das er sich für einen harten,oft ungerechten Beruf entschieden hat,in dem er aber sein Bestes gibt,weil er die Aufgabe sieht,die er hat. Und er weiß,das es unter dem vielen unfreundlichen,respektlosen,verständnisfreien Volk auch etliche gibt,die ihm dankbar sind,die vertrauen können,weil er da ist. Klingt vielleicht übertrieben,aber ich habe es auch erlebt,wenn jemand zeigt oder sagt,Danke,daß Du gerade da warst,der mir helfen konnte,auf Deine Art-da kann man stolz sein,zufrieden mit der eigenen Arbeit,wenn auch nicht sehr oft,so ist die Welt leider.
Du kannst stolz sein. Und weiter an Dir arbeiten. Geh Deinen Weg,solange die Kraft reicht.

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Kommentar von MissPommeroy
05.03.2017, 09:48

Danke für diese Antwort inkl. Kommentar, "RheumaBaer" - DH ! :)

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Dein Bericht ist für mich ein weiterer Beweis, dass erzwungener Schulbesuch mitnichten zum Erlernen der Sozialkompetenz geeignet ist.

Mich interessiert vielmehr der Grund bzw. die Gründe, weshalb der betreffende Schüler so reagierte.

Aber leider wird da von betreffender Stelle nicht weiter gedacht als "(noch) härter bestrafen".
Was übrigens auch manche andere betrifft.

Wegen der Sache mit dem Respekt: Ich mache diesen nicht an einem Beruf fest, sondern daran wie mir die betreffende Person entgegen tritt.

Ich selbst verhalte mich zumindest erstmal so neutral wie mir möglich.

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Ich hätte auch so gehandelt und das auch rechtlich begründen können. 

Es lag eine Gefahrensituation - angekündigter Suizid - vor und du hast diese Gefahr abgewehrt. Zwar wollte er sich zunächst aus dem Fenster stürzen, könnte es sich durchaus anders überlegt haben und den Suizid mit dem Messer durchführen. Das es deine Kollegin als übertrieben ansieht, ist ihre persönliche Meinung, immerhin hat nicht sie, sondern du die Situation geklärt. 

Bei einer rechtlichen Würdigung des Sachverhaltes hätte ich deine Maßnahmen für rechtmäßig beurteilt.

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Kommentar von furbo
05.03.2017, 07:02

Zusatz, nachdem ich mir hier einige Antworten durchgelesen habe:

@salmik

Wenn du Klempner wärest, würdest du dich über die besten Rohrverbindungen bei Friseuren erkundigen? Warum machst du es aber als Polizist? Dass ein Außenstehender die Welt und die Arbeit der Polizei beurteilen kann, gerade hier, halte ich für naiv. 

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Kommentar von salmik
05.03.2017, 15:42

Das ist doch gerade meine Intention . Normalbürger nach ihrer Meinung fragen und ihre Einschätzung hören . Polizeilich-rational gesehen wird mir nichts zur last gelegt, aber genau das will ich ja nicht hören.ich will die Meinung von Außenstehenden hören. Meine Familie und Freunde halten mein Verhalten für korrekt und vorbildlich, aber das ist genau der Punkt der in mir Zweifel auslöst.daher will ich Menschen fragen , die nichts mit mir oder dem Geschehen zu tun haben, sondern einfach ihre Meinung abgeben und das habe ich gehört.

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Okay, du fühlst dich schlecht und möchtest aus der Situation etwas lernen.

Was hättest du tun können? Den Schüler erst mal ruhig ansprechen. Vielleicht hätte er dann das Messer weggelegt und wäre kooperativ geworden.

Das Problem: Vermutlich hast du in der Ausbildung gelernt, dass man schnell und schützend reagieren muss, wenn jemand eine Waffe trägt, und hast einfach nur blind reagiert: "Messer -> Pfefferspray".

Was du machen kannst:

Du könntest fragen, ob du mit dem Schüler reden kannst und dich für die Kurzschlusshandlung entschuldigen. Dann besteht natürlich die Frage, ob dies eine Anzeige nach sich ziehen kann (vermutlich nicht, wenn dein Handeln im Rahmen der Vorgaben war). Vielleicht kannst du aber mit einer Entschuldigung den Schüler ein bisschen aufbauen und dich selbst auch. Aufbauen in dem Sinne, dass er sich nicht als extrem gefährlich ansieht, als jemanden, vor dem man sich mit Pfefferspray schützen muss. Du hättest dann ein ruhiges Gewissen, weil du die Sache nicht einfach so stehen gelassen hast.

Vermutlich wirst du aber oft in Situationen kommen, in denen du schnell urteilen und handeln musst und nicht immer wird sich das Handeln am Ende als richtig (oder einzig mögliches) heraussstellen. Ich nehme an, dass es für solche Probleme Ansprechpartner bei der Polizei gibt, mit denen man diese Gewissenskonflikte besprechen kann (und seien es Kollegen, mit denen man gut befreundet ist oder die schon länger im Dienst sind). Dann würde ich diesen Weg mal gehen und diese Konflikte mit jemandem besprechen, der viel Erfahrung hat oder geschult ist im Bereich Psychologie und dir damit vielleicht etwas weiterhelfen kann (wie demnächst verhalten, wie solche Situationen verarbeiten).

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Später ist man immer schlauer. Lern was draus und gut ist, würde ich sagen. 

Du reflektierst dein Verhalten selbstkritisch und stellst es in Frage. Eine Eigenschaft, die leider nicht mehr sehr weit in unserer Gesellschaft verbreitet ist.

Aber es ist eine Eigenschaft, die aus meiner Sicht, zu einem guten Polizisten gehört.

Einen guten Polizisten, zeichnet nicht aus, dass er keine Fehler macht. Es zeichnet ihn aus, dass er seine Fehler erkennt, dazu steht, und daraus lernt.

Von daher würde ich sagen: Du bist auf einem guten Weg, und die Polizei hat meinen Respekt, solange es Beamte gibt, die ihr Verhalten nach einem Einsatz, kritisch hinterfragen, und sich überlegen: Was hätte ich besser machen können?

Ich habe auch so meine Erfahrungen, mit der Polizei. Ich war nicht immer ein braver Bürger. Aber ich habe, und hatte immer Respekt. 

Ich wurde auch immer gut behandelt, denn auch mit der Polizei, gilt der Grundsatz: Wie es in den Wald hinein schallt, schallt es auch wieder raus.

Es ist ein harter Job, und wir können als Gesellschaft froh sein, wenn wir noch vernünftige Menschen finden, die ihn machen wollen.

Also sei nicht so hart zu dir. Beim nächsten Mal machst du es besser. Da bin ich sicher!

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Kommentar von MissPommeroy
05.03.2017, 10:34

Schöne Antwort - mag ich... DH ! :)

Ob es im Nachhinein falsch war, bleibt allerdings offen, weil jede Situation und jeder Mensch anders ist und man somit keine Vergleichsmöglichkeiten hat - ist vielleicht auch gut so...

Ich glaube, der FS ist ein guter Polizist - auch, wenn er das noch nicht weiss bzw. wahrhaben will...:)

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Das war aus meiner Sicht eine absolut saubere Regelung des Vorfalls. Alle Leben, keiner ist schwer verletzt. Wenn jemand, der mit einem Messer rumfuchtelt und komische Sachen macht, bei einer polizeilichen Maßnahme nicht ein paar Haare lässt, hätte mich ehrlich gewundert.

Sicher hätte man anders reagieren können. Wer wüßte ob es nicht auch anders ausgegangen wäre (aber besser?). Aber Pfefferspray gegen eine potentielle Messerattacke einzusetzen ist im Rahmen der Verhältnismäßigkeit. Selbst Schusswaffengebrauch wäre gerechtfertigt gewesen, wobei man jemanden nicht gleich einen Kopfschuss verpassen muss.

Ähnliche Beispiele:

http://www.retter.tv/de/polizei.html?ereig=-Polizist-schiesst-Mann-geht-mit-Baseballschlaeger-auf-Polizeibeamte-los-&ereignis=26381

https://www.all-in.de/nachrichten/polizeimeldungen/Memminger-18-bedroht-Polizeibeamte-mit-Baseball-Schlaeger;art2756,1734001

http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/6337/3494902

http://www.morgenpost.de/berlin/polizeibericht/article208332935/Polizei-schiesst-mutmasslichen-Raeuber-in-der-Provinzstrasse-an.html

https://www.polizei.bayern.de/oberbayern/news/presse/aktuell/index.html/244728

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Zuerst einmal: Man macht keine Leerzeichen vor Satzzeichen (.?!,...), sondern danach.

Zu deiner Frage: Es ist eine Ausnahmesituation, wie hättest du reagieren sollen? Darauf kann man nicht immer vorbereitet sein.

Er hatte ein Messer in der Hand, hat mit Selbstmord gedroht und anscheinend irgendwen verletzt, damit war er eine Gefahr für sich und alle anderen.
Man könnte sagen: "Rede doch erst einmal mit ihm in Ruhe und fordere ihn auf, das Messer weg zu legen", doch auch hier ist nicht klar, wie er reagiert hätte.
Hätte er sich selbst verletzt? Anscheinend war er ja in eurer Nähe, also hätte er auch auf euch losgehen können (ich möchte dem Jungen nichts unterstellen oder ihn als Schwerkriminellen darstellen, aber anscheinend war eben auch er in einer Ausnahmesituation: verwirrt, in Trauer und nicht er selbst)?

Bei solchen Situationen gibt es keine richtige Entscheidung, aber du hast verständlich reagiert und es konnte schlimmeres vermieden werden.

Du solltest dir also keine Vorwürfe machen.

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Kommentar von MissPommeroy
05.03.2017, 10:01

Das denke ich auch - DH ! :)

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Es ist schon in Ordnung so, finde ich. Eigensicherung hat absoluten Vorrang und es war eben eine sehr sichere Methode, die Situation zu beenden. Lieber so, als ein Messer im Körper, weil Du Dich zu lange zurückgehalten hast. Wenn es wirklich SO übertrieben wäre, hättest Du jetzt ein Verfahren wegen gef. KV im Dienst an der Backe Hast Du aber nicht.

Mit etwas Abstand ist man immer schlauer. Und Dein erster Reflex war vielleicht genau richtig.

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Hallo!

Solange du dein Verhalten als richtig erachtest bzw. deine Kollegin das ähnlich bzw. deine Handlungsweise zwar als theatralisch, aber dennoch als nötig ansieht, würde ich mir da keinen Kopf machen. Anders wäre es, wenn du jemanden dabei ernsthaft verletzt hättest, aber das scheint hier nicht der Fall zu sein.

Klar hätte man das auch anders bzw. weniger "kraftvoll" lösen können, aber da kannst du dir auch keinen Vorwurf machen -----> mit 24 steht man am Anfang seines Berufslebens & kann noch nicht jeden Kniff kennen, den vllt. ein kurz vor der Rente befindlicher Kollege drauf hat. Ein älterer Kollege hätte das vermutlich ruhiger gelöst und die Situation zunächst einmal verbal zu entschärfen versucht anstelle spontan loszusprayen...

...aber wie gesagt ------> versuche es so zu sehen, dass du noch im Lernprozess bist & mit den Jahren wissen wirst, wie man es dann löst bzw. dann die rhethorische Stärke dafür vorhanden ist bzw. die Lebenserfahrung und Menschenkenntnis, wie man in solchen Fällen vorgeht!

Würde das als Anstoß dazu ansehen, in Zukunft erst mal die Lage zu checken & dann zu schauen, ob Pfefferspray und Handschellen sein müssen.

Ich habe zu Anfang meiner jetzigen Stelle bei einer Tageszeitung sicher auch manches falsch gemacht, aber mir hat dann ein zwischenzeitlich in Rente gegangener Kollege nach und nach alles erklärt, sodass ich mich weiterentwickeln konnte. Wir alle werden mit den Berufsjahren reifer & es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen :)

Wenn dich das weiterhin ernsthaft belasten sollte, versuche doch nochmals den Dialog mit der Kollegin zu suchen, die da ebenfalls mit dabei war. 

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Kommentar von Feministin3000
05.03.2017, 22:32

Wenn man jemanden Pfefferspray ins Gesicht sprüht ist das eine schwere Körperverletzung....

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Also ersteinmal, danke das es noch Menschen gibt die den Polizeidienst ausüben. Ich habe größten Respekt vor eurer Arbeit!

In diesem Falle den du beschreibst, sehe ich als nicht Polizist nur eine falsche Handelsweise. Das RSG war vollkommen richtig eingesetzt, denn so konnte er sich nichts antun und die Situation war entschärft. So was war also nicht so optimal gelaufen? Richtig die Handschellen wären MEINER Meinung nach nicht nötig gewesen, da die Situation schon entschärft war.

Aber alles in allem war es meiner Meinung nach notwendige Maßnahmen. Da du ja noch sehr jung bist, kannst du aus dieser Erfahrung lernen und weißt das das RSG richtig war und die Handschellen in Ordnung aber unnötig.

Du wirst deinen Weg machen und aus gemachten "Fehlern" lernen, nur so kann man ein guter Polizist oder allgemein Arbeitnehmer werden. (MEINE MEINUNG)

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Kommentar von salmik
04.03.2017, 14:42

Vielen Dank, ich wollte mir eine objektive Meinung einholen , die nur das Geschehen und die Handlung bewertet !

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Das mit dem Pfefferspray war wirklich übertrieben. 

Aber offenbar warst du mit der Situation überfordert? 

Erstmal reden und ihn möglichst dazu bringen das Messer weg zu legen.  

Nun sehen wir es aber mal so wie es ist.  Du hast überreagiert, was mal passieren kann, der Schüler hat davon aber augenscheinlich keine ernsthaften Schäden davon getragen. 
Und ganz ehrlich, du mußtest nunmal eine Entscheidung treffen, zur Sicherheit des Schülers und der Anderen.

Ich kenne solche Situationen aus Sicht der Anderen Seite. Wurde auch schon mit Handschellen verpackt und grob festgehalten bzw irgendwo hingezerrt weil ich mir das Leben nehmen wollte. 
Ob da jetzt noch was auf dich zukommt kann ich natürlich nicht beurteilen, aber denke der Schüler hat im Moment ganz andere schlimmere probleme als deine Handlung.

Vieleicht kannst du dich ja damit auseinander setzen,also mit solchen Situationen um es in Zukunft besser zu machen.

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Kommentar von salmik
04.03.2017, 17:07

Ich habe aller Wahrscheinlichkeit nichts zu befürchten, da ich im Namen der Sicherheit für alle Beteiligten gehandelt habe , also auch für seine eigene! Heißt ich werde rechtlich keine Probleme bekommen( es sei denn der geschädigte reicht zivilklage ein) . Aber dennoch danke ich dir für die Rückmeldung.

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Kommentar von furbo
04.03.2017, 20:34

Aber offenbar warst du mit der Situation überfordert?

Woher willst du das wissen. Warst du schon einmal in solcher Situation?

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Kommentar von Laury95
05.03.2017, 13:12

Was war daran übertrieben? Was würdest du machen, wenn jemand mit einem Messer vor dir steht? Therapeutisches Gebrabbel anwenden, bis du das Messer im Hals sitzen hast? lol

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Ich habe deine Frage gerade erst gelesen und habe auch nicht die ganzen Antworten gelesen, aber ich will dir nur eins sagen: Danke für den tollen Job den du tust!!! Manchmal (Köln) macht es mich richtig wütend, wie Polizisten nur alles falsch machen können: Sind sie zu hart, sind sie die Bösen die sich nicht unter Kontrolle haben und ihre Macht ausnutzen. Sind sie zu locker, machen sie ihre Aufgabe nicht richtig und man fragt, warum sie nicht mal durchgegriffen haben. 

Ich habe wirklich Respekt vor deinem harten Job und der zugehörigen Verantwortung! Der Vater meines Verlobten hätte ihm damals am liebsten verboten auch die Ausbildung zum Polizisten zu machen, eben weil er das gleiche sagte: Krasser Job bei dem man nicht den Respekt gezollt bekommt, den man sich verdient hätte! 

Ich wünsche dir alles Gute und dass du nicht an dir zweifelst! Deutschland braucht Polizisten und erst Recht solche wie du es bist- die ihre Entscheidungen reflektieren und für Kritik offen sind. 

Mein Verlobter ist übrigens mittlerweile 29 und er meint, mit der Zeit hat er mehr Respekt gezollt bekommen als noch zu Anfang, weil er einerseits gerade mit Jugendlichen gut klar kommt, weil er relativ nah dran ist und sie somit besser versteht, aber andererseits trotzdem ein ganzes Stück älter ist, um als Erwachsener respektiert zu werden. Ich hoffe, dass du das auch bald so erlebst! 👍

Also nochmal ein großes Dankeschön!

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Kommentar von LeylaU
05.03.2017, 22:53

Achso, und zu der Frage an sich: Als Krankenschwester hatte ich auch schon solche Fälle (Pfefferspray durch Polizei) auf Station und habe nie eine Sekunde daran gezweifelt, dass die Polizisten falsch gehandelt haben. Ich selber als a) Krankenschwester und b) Frau, bin da, glaub ich, ein bisschen feinfühliger (nicht böse gemeint 😉😇) und habe immer schnell Mitleid und frage mich, wie ich der/dem Jugendlichen helfen kann, gerade dann, wenn sie mir genau solche Dinge erzählen, wie du geschildert hast (Eltern gestorben, Mutter unheilbar krank, Vater arbeitslos 😯) 

Aber ich denke, man muss halt den richtigen Draht zu den Teenies haben und in meinem Job habe ich hakt mehr Zeit dszu, ihn aufzubauen, während du in Sekundenschnelle reagieren musstest... Deshalb kann ich dich verstehen! Falls du weißt in welchem Krankenhaus er liegt (wann war das denn?) Könntest du ihn ja besuchen :)

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Ich weiss nicht ob dir das weiterhilft, aber ich habe ein gewisses "Mindset" entwickelt was sich an folgendem Motto orientiert:

"Lieber eine "ok" Entscheidung die direkt kam, als eine perfekte Entscheidung die zu spät kam."

Demnach denke ich dass dein Handeln zu 100% richtig war. Du hast schnell gehandelt, und im Nachhinein lief alles gut (niemand wurde ernsthaft verletzt).

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Respekt vor Dir !

Du bist bereit unser Leben mit deinem Leben vor anderen zu schützen.

Dieser Einsatz bedrohte uns zwar nicht aber deine handlungsweise gegenüber dem Schüler ist menschlicher Natur. Konnte niemand wissen wenn dieser Junge schon psyschich angeknackst ist, wie er reagiert.

Es ist dein JOB und Du bist aber auch gleich zeitig damit verantwortlich, dein Gesundtheit vor anderen zu schützen.  

Natürlich ist die momentane Situation des Schülers sehr traurig, doch es ist Dir hoch anzu erkennen, dass Du hierbei trotz deines handels  auch noch menschliche Gefühle zeigst.

Kurzum, menschlicher wie Du, kann man nicht sein. Kopf hoch. Du passt in unsere Welt.

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Ganz ehrlich?

Sie machen sich darüber Gedanken, welches Lobenswert ist. Aber eben weil es so ist, denke ich das Sie den falschen Beruf haben. So etwas dürfen Sie sich nicht zu Herzen nehmen, meine Güte Sie haben ihn ja nicht erschossen, sondern mit der Geringst Möglichen Gewalt außer Gefecht Gesetzt. Bin zwar kein Polizist aber gerade das sollte Ihnen zu denken geben, denn Sie haben das gelernt und müssten wissen, da? Ihre Reaktion eine richtige war. 

Ich wünsche Ihnen für die Zukunft mehr Selbstvertrauen und Glück :-)

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Ich denke, ich kann das Handeln nachvollziehen, da es ja auch aus einer "besonderen" Situation heraus geschehen ist. Allerdings finde ich das Pfefferspray doch sehr hart, wenn nicht mal mit dem Schüler geredet wurde, was meiner Meinung nach eine Grundvoraussetzung ist

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Kommentar von Samika68
04.03.2017, 14:36

Nach längerem ansprechen des Schülers , drohte dieser sich aus dem Fenster zu stürzen .

Es wurde vorab auf den Schüler eingeredet...

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Hallo, ich glaube dir kein Wort. Ein Polizist würde sich nie so ausdrücken wie du. Falls ich mich irre, hast du bei der Polizei nichts zu suchen. Bitte ergreife einen Beruf, der dir besser liegt. LG

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