Möchtest Du an verstaubten Ideologien und Traditionen festhalten oder stets offen für Neues sein?

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Die Frage wurde im Rahmen der Aktion „Wahl-Special“ von einem ausgewählten Politiker an die gutefrage-Community gerichtet. Ab Montag, den 13. September 2021, bis Freitag, den 17. September, stellen Spitzenpolitiker und angehende Parlamentarier Fragen an ihre potentiellen Wähler auf gutefrage.

Weitere Informationen zur Aktion findest Du hier: https://www.gutefrage.net/aktionen/wahlspecial/

36 Antworten

Möchtest Du an verstaubten Ideologien und Traditionen festhalten oder stets offen für Neues sein?

Ich bin immer "offen für Neues", aber nicht aus Prinzip, sondern immer dann, wenn es auch Sinn macht!

Daher war ich beispielsweise sehr erfreut, als bei der Bundestagswahl 2013 eine gewisse Partei, die vorgab, "an verstaubten Ideologien und Traditionen festhalten" zu wollen - Liberalismus war es, glaube ich 🤔 -, nach beinahe 65 Jahren Daueraufenthalt im Bundestag eine Pause einlegen musste. Das war mal etwas "Neues", und es bestand die Hoffnung, dass es für diese Partei für eine Bestandsaufnahme und Besinnung durchaus Sinn machen könnte.

Seit 2017 ist diese Partei wieder im Bundestag vertreten. Allerdings "Neues" ist schwer erkennbar. Ihr Vorsitzender ist auch immer noch Herr Lindner. Diese Partei vertritt weiterhin Positionen, die dem Besitz- und wohlhabenden Bildungsbürgertum des 19. Jahrhunderts vermutlich gefallen hätte. Vielleicht hat sie ja irgendwann auch mal den Mut für "Neues"?

Doch, etwas "Neues" gibt es: Herr Lindner ist jetzt offenbar der Ansicht, dass es besser sei, schlecht zu regieren als nicht zu regieren. Wenn das mal gut geht. 😊

Bleibt gesund!

Arnold

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Ich arbeite als Historiker.

Gut, dann brauch ich das ja nicht schreiben. Danke

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@Judith171

Manche Dinge kann man nicht oft genug sagen! Sonst denkt/sagt/schreibt "jemand" noch: "Unwichtige Einzelmeinung!" 😊

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Gut, dann brauch auch ich das nicht mehr zu schreiben.

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Von Experte stormy bestätigt

Kommt darauf an ;-).

"Verstaubte Ideologien und Traditionen": was genau soll das sein?

Ich bin für die Homoehe und ich bin gegen das sprachliche Gendern.

Das Familienbild hat sich grundlegend geändert. Das ist auch absolut ok! Und ich wäre auch zu 100% dafür, dass auch nicht verheiratete Väter von Anbeginn die gemeinsame Sorge haben und nicht erst umständlich vor Gericht gehen müssen.

Ich bin gegen die Silvesterknallerei - ist ja auch eine Tradition, die für mich Heute allerdings keinen Sinn mehr macht.

Religiöse Traditionen: wer es braucht - bitte schön. Mir egal, solange man mich damit in Ruhe lässt. Am Weihnachtsbaum halte ich aber fest ;-). Laterne laufen für die Kinder: schön! Und der Nikolaus kommt am 6.12. Da würde ich mir auch nicht rein redenlassen - weder von der Politik, noch von Privat.

Brauchtum in manchen Regionen Deutschlands: fördert sicherlich das Gemeinschaftsgefühl. Alles zu kippen halte ich nicht für sinnvoll! Warum auch, wenn die Menschen es möchten und zelebrieren.

Auch die Traditionen bei Hochzeiten: würde ich nicht Alles über den Haufen kippen willen. Jeder soll es nur so gestalten wie er es möchte. Modern oder ganz altmodisch. Das ist für mich immer eine persönliche Entscheidung. Und wer sich Heute noch verloben will: seine Entscheidung. Das war schon früher belegt mit den Worten: Verloben ist ein Versprechen und Versprechen kann man sich oft.

Affig und völlig unangemessen finde ich hingegen Dinge, die Menschen ausgrenzen. Sei es vom Geschlecht oder von der Herkunft her. Internate nur für Jungs oder nur für Mädchen z.B.

Ich muss nicht jeden neuen Quatsch mitmachen und ich muss auch nicht an Altem festhalten. Halloween z.B. - passt für mich gar nicht. Aber wer es toll findet...

Klar wäre es schön, wenn Männer und Frauen in allen Bereichen gleich wären. Von der Bezahlung angefangen bis hin zur Kinderbetreuung. Die Rechte der Väter stärken wäre für mich auch ein wichtiger Punkt! Und ich würde das Familienrecht, gerade in Punkto Unterhalt mal reformieren.

Man sollte sicherlich offen für Neues sein. Aber Dinner for One gibt es immer an Silvester und weckt auch Kindheitserinnerungen.

Genauso wie der Weihnachtsmann oder der Osterhase. Und da bin ich auch nicht bereit Grundsatzdiskussionen drüber zu führen, warum man seinem Kind noch was vom Weihnachtsmann erzählt. Das gehört für mich eindeutig in die persönliche Entscheidungsfreiheit.

"Verstaubte Ideologien und Traditionen": was genau soll das sein?

Da wir hier die FDP haben wohl Dinge wie:

  • Arbeitnehmerrechte
  • Steuern
  • Soziale Gerechtigkeit
  • Menschen-/Bürgerrechte
  • ...

Im Prinzip alles was dem Wohlstand der Reichen und Konzerne im Wege steht.

Affig und völlig unangemessen finde ich hingegen Dinge, die Menschen ausgrenzen. Sei es vom Geschlecht oder von der Herkunft her. Internate nur für Jungs oder nur für Mädchen z.B.

Auch bei Kleidung sollte man die Grenzen aufheben. Warum soll ein Mann nicht auch Rock und Kleid tragen können, auch ohne Trans oder sonst was zu sein? Oder Schotte. :-)

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@PlueschTiger

Mir egal was Mann trägt...Ein Sean Connery sah im Schottenrock auch sehr sexy aus ;-).

Die Grenzen sind in den Köpfen der Menschen. Da muss man sich eben durchsetzen. Und wenn Morgen in jeder Stadt sich 10000 Männer trauen im Rock auf die Straße zu gehen, dann ist es übermorgen normal.(um es mal überspitzt zu sagen)

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@Kessie1

Stimmt, doch musst mal sehen wie manche Frauen darauf reagieren wenn ein Vater dem Sohn ein Kleid kauft das der unbedinbgt wollte. Am besten gleich das Kind wegnehmen und den Mann in den Knast. Es gibt hier ein paar Fragen wo ähnliches Thema war und die welche fragten haben eher unschöne Erfahrungen gemacht, zumindest wenn es um Kinder ging.

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@PlueschTiger

Vielleicht liegt es auch daran, dass man da differenziert zwischen Kind und einem Erwachsenen, der sich nun mal bewusst ist was er will und sein will. Ein Erwachsener ist sich dessen bewusst, welche Irritationen er hervor rufen könnte.

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@Kessie1

Könnte sogar stimmen, denn wenn ich die Aussagen einiger Männer hier auf GF nehme. Es scheint zumindest bei Männer wohl von Frauen bisweilen sogar Anerkennung zu geben. Weiß aber nicht ob das die Mehrheit ist oder auch eher ausnahme. Ist dennoch etwas seltsam so ein Unterschied da zu machen. Ich fürchte das hat viel mit Vorurteile zu tun.

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@PlueschTiger

Solche Dinge haben immer mit Vorurteilen zu tun ;-). Es dauert halt, bis sich Menschen an das für sie Unbekannte und Unübliche gewöhnen. Aber ich denke auch, dass je mehr man drüber redet, desto mehr entsteht eine Mauer. Ist wie beim Gendern... Die Leute (einschließlich mir), sind nur noch genervt. Und wenn dann Welche kommen und sagen: du musst aber..., dann macht man automatisch dicht! Ich möchte, aber ich muss schon mal gar nichts...

Genau wie bei der geschlechterneutralen Erziehung. Ich mache mit oder ich mache nicht mit. Wenn man etwas nicht mitmacht, dann findet eben diese Ausgrenzung statt, die die Befürworter doch so vehement ablehnen. Irgendwie auch paradox ;-).

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Hallo,

das ist jetzt sehr weit gefasst. Was genau sind "verstaubte Ideologien und Traditionen"? Ist es das Weihnachtsfest? Dann halte ich daran fest. Nicht als christliches Fest, ich bin Atheist, sondern als Familienfeier.

Allerdings bin ich sehr tolerant, was andere Sexualitäten, Geschlechter,... angeht. Ich habe keine wirkliche Ideologie, ich bin da sehr offen, weil es ja KEINEM schadet. Ich bin für die Ehe gleichgeschlechtlicher Paare, bin Atheist, und trage keine Lederhose.

Ich würde grundsätzlich nicht sagen, dass ich mich Traditionen verpflichte, aber gewisse Feiern wie Ostern oder Weihnachten sind eben normal. Daran ist nichts schlimm.

LG

Woher ich das weiß:Hobby – Habe mich viel mit Corona befasst und bin vollimmunisiert

Traditionen sind ein Teil der Identität. Sicher sollte man nicht an allem aus Prinzip festhalten. Dennoch geben Traditionen vielen Menschen halt in einer sich ständig verändernden Welt. Nur weil etwas Neu ist, macht es das nicht automatisch gut.

Die FDP setzt viel auf den freien Markt. Wenn dieser aber ins straucheln gerät, lässt man den Steuerzahler das ausbügeln. Too Big to fail darf es nicht geben.

"Offen für Neues" sollte jeder immer sein.

Aber oft genug kann man auch auch verstaubten Ideologien und Traditionen etwas positives abgewinnen. Man kann tatsächlich das Beste aus zwei Welten schaffen - in der Kombination von "Altem" und "Neuem".

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