möchte meine möblierte Wohnung kündigen meine Vermieterin möchte die Kaution nicht verzinsen ich wohne dort 20 jahre?

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8 Antworten

Du hast sie noch nicht gekündigt. Du kannst jetzt noch den Nachweis der getrennten Anlage verlangen und die Verzinsungs rückwirkend. Stellt sie sich jetzt schon stur, zeigt Dir also, dass sie einen gravierenden Rechtsbruch begehen möchte, dann solltest Du nicht davor zurück schrecken, die letzten Mietbeträge einzubehalten, sodass Du die Kaution samt Zinsen auf diese Weise erlangst.

Normalerweise darf man das nicht. Weist aber ein Vermieter die getrennte Anlage nicht nach, hat man als Mieter aber das Recht, die gezahlte Kaution auf diese Weise wieder zurück zu holen. Das gilt auch und gerade zu Beginn eines Mietverhältnisses und somit natürlich auch am Ende.

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Sie wird rechtlich aber nicht darum herum kommen, die hinterlegte Kaution auch rückwirkend angemessen zu verzinsen. Die Verzinsung hätte dabei in einer durchschnittlichen Höhe der Verzinsung von Spareinlagen mit 3 Monaten Kündigungsfrist erfolgen müssen. Und da sollte man im minimum duchaus mal zur Bank gehen und dort mal nachfragen, wie sich die Zinssätze für Spareinlagen in den letzten 20 Jahren entwickelt haben, um daraus einen angemessenen mittleren Zinssatz berechnen zu können.

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Muß sie aber bzw. sie hätte die Kaution 20 Jahre lang auf ein separates Sparkonto anlegen müssen.

Notfalls wirst Du sie auf Zahlung der Zinsen verklagen müssen.

Lass dir aber vorher ausrechnen ob das lohnt.

Aktuell sind Zinsen für Sparkonten so niedrig  das es pro 1000 € bestenfalls 1 - 2 €  pro Jahr gibt.

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Kommentar von Parhalia
29.10.2016, 17:45

Muss man in so einem Fall nicht die Zinsentwicklung ( gemittelter Zinseszins ) der letzten 20 Jahre als vermittelnde Berechnungshilfe beiziehen ? Es geht hier schliesslich um ein bereits 20 Jahre fortlaufendes MV.

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Du hast ein Recht auf Verzinzung der Mietkaution.

Auch, wenn es i. d. R. kein enormer Betrag ist, so ist eine Mietkaution immer bei einem Kreditinstitut zu den üblichen Zinsen anzulegen.

§ 551 BGB

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Kommentar von johnnymcmuff
29.10.2016, 13:46

Kommt  darauf an wie hoch die Kaution war und wie lange es sie gibt.

 Bei 1000 € Kaution kommt bei so langer Laufzeit ca. 390 € zusammen.

Jetzt im Moment sind die Zinsen niedrig und wenn das weiter so bleibt dann würde es in 20 Jahren bei 1000 € einiges weniger geben.

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Die Vermieterin muss die Kaution inclusive Zinsen zurückzahlen.

Hier mal ein Zinsrechner:

http://kautions-zins.de/

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"Möchte" gibt's dabei nicht. Sie muss die Sicherheit getrennt von ihrem Privatvermögen anlegen. In der Praxis ist das auf einem Sparbuch, das sogar auf Deinen Namen laufen muss, über das Du aber nur mit schriftlicher Zustimmung des Vermieters verfügen könntest. Im Laufe von 20 Jahren wären das eine Menge Zinsen; derzeit allerdings kaum noch.

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Die Vermieterin hätte die Kaution vor 20 Jahren separat auf ein Konto legen müssen. Du könntest sie anzeigen.

http://www.mietrecht.org/mietkaution/mietkaution-nicht-angelegt/

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Kommentar von bwhoch2
30.10.2016, 10:24

Aber nix mit "anzeigen". Das Versäumnis ist keine Straftat, sondern löst einen zivilrechtlichen Anspruch auf Schadensersatz aus.

Entweder auf die ganze Kaution nebst Zinsen, wenn Vermieter alles verführstückt hat oder eben nur auf die Zinsen, wenn die Kaution ohne Zinsen zurück gezahlt wurde.

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Grundsätzlich ist eine Kaution vom Vermieter verzinslich anzulegen, wobei die 'normalen' Zinsen auf eine Bankeinlage in Form des Mietkontos nicht hoch sind und waren.

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Kommentar von bwhoch2
30.10.2016, 10:29

Der Zinseszins machts! Bei einem lang andauernden Mietverhältnis erhöhte sich der Kautionsbetrag automatisch. Nach 30 Jahren war er schon verdoppelt. Bei einem 40 Jahre laufenden MV vielleicht schon verdreifacht.

Das bedeutet, dass auch der Wert der Sicherheit für den Vermieter in dieser Zeit deutlich angestiegen ist, was letztlich auch notwendig ist, aber mit den derzeitigen Zinssätzen nicht mehr zu erreichen ist.

Wenn nach 20 Jahren Mietdauer die Kaution endlich wieder an den ausgezahlt wird, der sie irgendwann der Vermieterin anvertraut hat, sollte er auch die "Früchte" dieser "Anlage" ernten können.

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