Möchte gerne Fluglotse werden, aber wie gut muss ich sein?

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2 Antworten

Zur Ausbildung als Fluglotse wird zugelassen, wer das jeweilige Auswahlverfahren des Landes, in dem er sich bewirbt, bestanden hat. In den meisten Ländern Europas ist dieses Auswahlverfahren sehr streng, aber der Vorteil ist, dass ein erfolgreicher Bewerber eine rund 80–90%ige Chance hat, auch die Ausbildung erfolgreich zu Ende zu bringen. Die DFS (Deutsche Flugsicherung GmbH) beschreibt das geforderte Bewerberprofil in etwa so (Auszug in Stichworten): Abitur, gute bis sehr gute Englischkenntnisse, ausgeprägtes räumliches Vorstellungsvermögen, gutes Gedächtnis, Interesse an Technik sowie ein überdurchschnittliches Konzentrationsvermögen. Teamfähig, belastbar, hohes Verantwortungsbewusstsein. Sehkraft 100 %, Hörvermögen nicht eingeschränkt.

Die Ausbildung zum Fluglotsen gliedert sich in zwei Teile:

    Die institutionelle Ausbildung in einer speziellen Ausbildungseinrichtung. In Deutschland ist das die Flugsicherungsakademie der DFS in Langen (Hessen). In der Schweiz gibt es dafür das Skyguide Training Center in Dübendorf, in Österreich die Austro Control Academy in Wien, in Frankreich die École nationale de l’aviation civile (ENAC) in Toulouse, usw.Die Ausbildung am Arbeitsplatz (On the Job Training).

Je nach späterer Flugsicherungsdisziplin dauert die institutionelle Ausbildung zwischen 1 und 1,5 Jahren. Hier werden neben den theoretischen Inhalten in Fächern wie Flugverkehrskontrolle, Luftrecht, Meteorologie, Navigation, Luftfahrtkunde und Technik auch praktische Fähigkeiten vermittelt. Dabei kommen zum Teil Simulatoren zum Einsatz, welche die reale Arbeitsumgebung eines Fluglotsen nahezu 1:1 widerspiegeln. Englische Sprachfertigkeiten werden teils vorausgesetzt, teils sind sie Bestandteil der Ausbildung. Nach dem erfolgreichen Bestehen aller Prüfungen erhalten die angehenden Fluglotsen die „Student Licence“, die zur weiterführenden Ausbildung am Arbeitsplatz berechtigt.

Diese findet in der Regel am vorgesehenen Verwendungsort statt und dauert noch einmal zwischen 1 und 2 Jahre. Ortsbezogene theoretische Kenntnisse werden hier vermittelt, aber den Schwerpunkt der praktischen Ausbildung bildet das Arbeiten am Lotsenarbeitsplatz unter der Aufsicht eines Ausbilders. Für jeden Arbeitsplatz, an dem der angehende Lotse (Trainee) später selbstständig arbeiten soll, wird eine praktische Prüfung (Check Out) gefordert. Am Ende erwirbt der Trainee mit der letzten Prüfung seine Lotsenlizenz, die ihn zum selbstverantwortlichen Einsatz berechtigt.

Dieser beschriebene Ausbildungsverlauf ist in ganz Europa in etwa vergleichbar. Auch die Inhalte, die Lernziele und die Anforderungen an die Ausbildungsstandards sind durch europäische Richtlinien der EASA (European Aviation Safety Agency) weitestgehend harmonisiert.

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1. Das spielt keine Rolle

2. Das ist von Vorteil, aber spielt eigentlich auch keine Rolle. Wichtig ist, dass du gut englisch verstehst und sprichst, und das wird im Eignungstest geprüft

3. Gar nicht - jeder der formal die Kriterien erfüllt, bekommt den biographischen Fragebogen zugesendet, auf den du ehrlich antworten solltest. Ansonsten ist Selbständigkeit auch immer eine gute Eigenschaft, wenn man Fluglotse werden will ;-)

4. Englisch. Alles andere ist dir gegeben, oder eben nicht. Lernen für die Tests bringt nix, da du dann zwar vielleicht den Test schaffst, aber in der Ausbildung scheiterst.

5. Auch hier würde Selbständigkeit helfen - auf der Website der DFS steht u.a. dass der Grenzwert bei +5 / -6 Dioptrin liegt.

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