Möchte Familienministerin Schesig (SPD) wirklich den Sexismus stärken?

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3 Antworten

Von einer weiteren Bevorteilung zu sprechen, hieße das Frauen bereits Vorteile hätten. Dass dies aber nicht der Fall ist, zeigt sich doch schon daran, dass das Ziel dieser Maßnahme die Entgeltgleichheit, also die Aufhebung von existierender Ungleichheit (manchmal "Sexismus" genannt), ist.

Zudem versteht du - nach meinem Verständnis - das geplante Gesetz etwas falsch.

Die entsprechende Stelle im Koalitionsvertrag(1) lautet:

Um das Prinzip „Gleicher Lohn für gleiche oder gleichwertige Arbeit“ besser zur Geltung zu bringen, wollen wir mehr Transparenz herstellen, unter anderem durch eine Verpflichtung für Unternehmen ab 500 Beschäftigte, im Lagebericht nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) auch zur Frauenförderung und Entgeltgleichheit nach Maßgabe gesetzlicher Kriterien Stellung zu nehmen. Darauf aufbauend wird für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein individueller Auskunftsanspruch festgelegt.

Ebenso in der Meldung des entsprechenden Ministeriums(2):

Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wird ein individueller Auskunftsanspruch festgelegt. 


Das Gesetz soll also für Männer und Frauen gleichermaßen gelten.

Wenn dies in den Medien verkürzt dargestellt wird, dann darum, weil davon ausgegangen wird, dass Frauen eher weniger als mehr verdienen und daher das Gesetz eher in Anspruch nehmen werden.

(1) https://www.cdu.de/sites/default/files/media/dokumente/koalitionsvertrag.pdf , Seite 72

(2) https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/gleichstellung/frauen-und-arbeitswelt/lohngerechtigkeit/80398?view=DEFAULT

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Wie sollen Frauen das Recht auf gleichen Lohn einfordern können, wenn sie gar nicht wissen, was der männliche Kollege verdient?

Das ganze muss natürlich so transparent sein, dass jeder im Betrieb weiß, dass gleiche Arbeit auch gleich bezahlt wird.

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Kommentar von BTyker99
01.10.2016, 01:28

Auch innerhalb der Gruppe der "Männer" gibt es doch kein gleiches Gehalt, warum sollte dann nicht jeder das Gehalt von jedem anderen einsehen dürfen?

Das Gehalt ist eine Verhandlungssache zwischen Arbeitsgeber und Arbeitnehmer und es gibt sicherlich auch Menschen mit anderen gemeinsamen Merkmalen, die statistisch schlechter dastehen, die aber statistisch nicht erfasst sind. Vielleicht verdienen unterdurchschnittlich große Menschen besonders wenig, aber mit Sicherheit trifft es auf Männer zu, die eine unmännliche Stimme haben (dazu habe ich mal eine Untersuchung gesehen) - aber dennoch werden diese Personen nicht pauschal bevorzugt.

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Abgesehen davon, dass das absolut nichts mit Sexismus zu tun hat ist das ein ziemlicher Unsinn.

Übrigens, die Dame heißt Schwesig.

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Kommentar von BTyker99
01.10.2016, 01:38

Danke, hatte mich vertippt. Wahrscheinlich ist die Zeitungsmeldung fehlerhaft, aber wenn es so wäre, wie es dort beschrieben ist, würde ich es klar als Sexismus begreifen. Auch die Tatsache, dass in Stellenangeboten des öffentlichen Dienstes unten immer steht, dass Frauen bevorzugt eingestellt werden ist Sexismus und hat meiner Meinung nach für viele Frauen auch negative Folgen, da immer der Verdacht im Raum steht, dass ihr beruflicher Erfolg auf dem Geschlecht beruht.

"Unter dem Begriff werden Geschlechterstereotype, Affekte und Verhaltensweisen gefasst, die einen ungleichen sozialen Status von Frauen und Männern zur Folge haben oder darauf hinwirken." Wikipedia.

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