Mobilität in den 60er Jahren. Ist hier jemand mit persönlichen Erfahrungen?

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7 Antworten

Hallo :)

Mein Opa war in dieser Zeit schon motorisiert --------> und als autobegeisterter Mensch sprach er sehr gern von dieser Zeit :) 

Damals hatte er als gutverdienender Handelsvertreter das Glück, ein eigenes Auto haben zu können & fuhr einen Opel Kapitän. Den nutzte er sowohl geschäftlich als auch privat ... sein ganzes Berufsleben bis auf die letzten 2 Jahre fuhr er nur große Opels, zum Schluss den Senator.

Er betonte oft, dass der Verkehr geringer war (es gab ja viel weniger Autos), das Fahren insgesamt weitaus weniger stressig gewesen sei & der Ton im Verkehr insgesamt rücksichtsvoller. Die Leute seien disziplinierter gewesen, hätten polizeiliche Vorschriften strikter beachtet als heute. So hat er es zumindest immer erklärt.

Er hat das Autofahren kurz vor seinem 88. Geburtstag aufgegeben & seinen 1989 kurz vor der Rente neu gekauften Mercedes 230E aus zwei Gründen verkauft: Der TÜV wäre nicht mehr schaffbar gewesen wg. Rost und außerdem war ihm der Verkehr inzwischen zu hektisch. Er hat gerade in der Zeit noch oft von der "Gemütlichkeit" in den 60ern gesprchen.

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Kommentar von Eileeeeen628
15.03.2016, 20:55

Ganz lieben Dank :) wäre es für dich in Ordnung wenn ich das mit in meine arbeit aufnehme?

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In den "späten" sechzigern hatte fast jeder Haushalt schon einen PKW. Wenn es nicht der berühmte Käfer von VW war, gab es jede Menge Kleinwagen von Trabi-Format: beispielsweise war der LLoyd Alexander von Borgward prinzipiell eine Trabi-Kopie: zweizylinder Zweitakter mit überwiegend aus Holz gefertigtem Aufbau mit Kunststoffbeplankung. In schon halbwegs wieder "funktionierenden" Großstädten gab es Strassenbahnen oder auch Oberleitungsbusse. Die üblichen Fernstrecken im Eisenbahnverkehr wurden von großen Dampfloks bedient, deren Pünktlichkeit wirklich sprichwörtlich war. Unterstützt wurden die recht schnell durch Dieselloks. Ich kann mich lebhaft an meine erste Begegnung mit einer rot- schwarzen V200 erinnern: Ich war mit meiner Mutter auf dem Weg von Kassel (Hbf) nach Hofgeismar und mußte als schsjähriger Knirps meinen Kopf in den Nacken legen, um den Fahrer dieser Lok sehen zu können. Neben der Bahn gab es einen gut funktionierenden Busverkehr von DB UND der Bundespost mit anfangs beigefarbenen Büssing-Fahrzeugen. Die Busse der DB waren dunkelrot. Kleine "besondere Geschichte": Meine Mutter war mit mir unterwegs nach Tann\\Rhön und ab Bebra gab es keine regelmäßige Verbindung mehr. So nahm uns tatsächlich ein weichherziger Lokführer im Fahrerhaus seiner kleinen Dampflok mit. Ach ja, damals gehörten Motorräder mit geräumigen Seitenwagen zum Strassenbild.


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In den 60ger Jahren bin ich noch viel mit dem Fahrrad unterwegs gewesen. Andere haben sich ab 15/16 ein Mofa zugelegt. Zur Schule ist man noch zu Fuss gelaufen, Fahrrad war dafür verboten. Schulweg ca. 20 Minuten. Der öffentliche Nahverkehr war sehr gut ausgebaut und preiswert. Man ist eigentlich überall sehr gut mit Bus und Strassenbahn hier in Kiel hin gekommen. Auch konnte man mit den Fördedampfern vom Hauptbahnhof bis nach Laboe oder Schiksee schippern.

Meine Eltern hatten zu der Zeit auch kein Auto und wollten auch gar keins. Bushaltestelle war vor der Haustür. Wenn es wirklich mal nicht anders ging, dann hat man halt auch mal ein Taxi genommen. Damit kam meine Oma jeden zweiten Sonntag zum Kaffee zu uns.

Auch der wöchentliche Einkauf vom Wochenmarkt (ca. 3 KM) wurde per Fahrrad oder Taxi erledigt.

Überlandfahrten machten wir mit Postbus, Bahnbus oder der Autokraft (damals ein privates Busunternehmen).

Trotz alle dem haben wir auch diese Zeit sehr gut überstanden.

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Da war ich Kind in der DDR.

Es gab natürlich schon Autos, aber längst nicht so viele wie heute. Wir selbst hatten keins - brauchten wir auch nicht, da wir in einer Großstadt lebten (in der ich immer noch lebe) und alles gut mit Bus und Straßenbahn zu ereichen war. In die Schule ging ichzu Fuß - war nur 10 Minuten Weg.

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Kommentar von Eileeeeen628
15.03.2016, 19:51

Danke für deine Antwort :) Das ist eins meiner Probleme :D in den 60ern gab es kaum Veränderungen was die Mobilität betrifft.

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Eines der ersten Bilder, die es von mir gibt, ist wo ich mit ca. 3 Jahren im Winter 1970 mit meiner Schwester auf der Haube eines Ford Taunus sitze, den unser Vater wohl gebraucht gekauft hat und wir Kinder für ein Foto von dem tollen wenige Jahre alten Schlitten (hellbraun, rießengroß) Modell saßen.

Das Fahrzeug wurde in allen Möglichkeiten genutzt. Die siebenköpfige Familie - Vater am Steuer, Mutter mit Kleinkind auf dem Schoß auf dem Beifahrersitz Großeltern mit zwei Enkeln hinten chillig zu Verwandtenbesuchen (Geburtstagskaffees). :D Gab ja nur ein Auto.

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Das Auto war noch lange nicht für wirklich jeden erschwingbar!

Das Fahrrad war das Vehikel für Otto Normalverbraucher. Für längere Strecken gabs den Überlandbus und die Eisenbahn.

Gegen Ende der Sechziger kamen dann immer mehr die motorisierten Zweiräder auf. Meine Mutter ist lange Zeit mit einer Velosolex zum Dienst (sie war Lehrerin), bevor sie sich ihr erstes Auto leisten konnte, einen Käfer.

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1962 hab ich den Führerschein gemacht mit 18! Mein erstes Auto war der Käfer, dann der Borgward Isabella, dann der 17m! Den Schilderwald wie heute gab es nicht, die Zeit der Lokomotiven hab ich noch mit gemacht und eine Moselfahrt aus Liebeskummer mit der Moseltalbahn war auch dabei!

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