Mobile.de Kaufvertrag, Auto privat verkaufen?

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7 Antworten

§ 442 BGB - Kenntnis des Käufers
(1) Die Rechte des Käufers wegen eines Mangels sind ausgeschlossen, wenn er bei Vertragsschluss den Mangel kennt. Ist dem Käufer ein Mangel infolge grober Fahrlässigkeit unbekannt geblieben, kann der Käufer Rechte wegen dieses Mangels nur geltend machen, wenn der Verkäufer den Mangel arglistig verschwiegen oder eine Garantie für die Beschaffenheit der Sache übernommen hat.


Arglistig verschwiegen meint, du wusstest es und hast nichts gesagt, vermutlich in der Hoffnung, der Käufer merkt es nicht vor Kaufabschluss. Nur wenn du es nicht wusstest, dass ein Mangel vorliegt, bist du aus der Haftung raus. Und dass du von den Mängeln wissen musstest, ist bei diesen Mängeln klar. So kann der Käufer von dir Nachbesserung verlangen.

Der in Privatverträgen zulässige Haftungsausschluss dient nicht dazu, einem Käufer heimlich Schrott unterschieben zu können nach dem Motto "Selber schuld, wenn ihr euch beschei… lasst."

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Auf einen Gewährleistungsauschluss kannst Du dich gem. § 444 BGB nicht berufen, wenn Du dem Käufer die Mängel bewusst verschwiegen, also arglistig gehandelt hast. Der Käufer muss Dir dies allerdings beweisen.

Ob das von Dir eine bewusste Entscheidung war wird man natürlich nicht feststellen können. Wenn man sich die Art der Mängel am Fahrzeug anguckt, dann spricht allerdings schon sehr viel dafür, dass die Defekte Dir bewusst waren. Ein Richter würde daher wohl zu dem Ergebnis kommen, dass Arglist vorliegt.

Damit wäre der Gewährleistungsausschluss hinfällig und der Käufer hätte einen Anspruch gegen Dich. Das heißt, er könnte verlangen, dass Du die Sachen reparierst, vom Kaufvertrag zurücktreten und das Geld zurück verlangen oder Schadensersatz geltend machen.

Grundsätzlich musst Du den Käufer auch vor Vertragsschluss gem. § 241 Abs. 2 BGB über wesentliche Mängel informieren; dies dürfte hier wohl insbesondere auf die Klimaanlage zutreffen.

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muss ich dem Käufer dann Schadensersatz leisten, weil ich im Kaufvertrag vergessen habe die Defekte zu erwähnen?

Also waren dir diese Defekte bekannt und wurden im KV und auch nicht mündlich von deiner Seite dem Käufer mitgeteilt ?

Dann ja, da hat der Käufer weitere rechtliche Schritte da Du dir bekannte Mängel wissentlich nicht angegeben hast.

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Du darfst keine Mängel absichtlich verschweigen. Das müsste dir der Käufer aber nachweisen, wenn er nach dem Kauf Mängel entdeckt. Ein solcher Nachweis gelingt in der Regel nicht.

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Wenn schäden oder sonstiges am Auto sind musst du den käufer darauf hinweisen und ggf. Im kaufvertrag vermerken! Du bist auch als Verkäufer dafür zuständig!

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Da ein solcher Mangel aber den Wert des Fahrzeugs beeinflusst müsstest du wohl einen Privaten käufer darauf hinweisen.

Aber keine Sorge es wird wohl eh jeder Käufer nach Mängeln fragen. Und spätestens da musst du sagenwas dir bekannt ist.

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Doch, Du musst den Zustand schon korrekt beschreiben und bekannte Mängel angeben.

Stell Dir vor Du willst Dein Auto kaufen und liest Dein Inserat, besuchst Dich, lässt Dir das Auto vorführen - und dann funktionieren irgendwelche Sachen nicht.

Dann fühlst Du Dich ja auch verarscht. Um beide Parteien voreinander zu schützen, gibt es das Vertragsrecht nach BGB.

Deshalb gilt bei Privatkauf, dass Du zwar nicht zu Gewährleistung oder Garantie auf das Auto, wohl aber auf die Richtigkeit und Vollständigkeit Deiner Angaben verpflichtet bist.

Deshalb hat der Käufer nun dem Verkäufer gegenüber einen Anspruch auf Mängelbeseitigung (selbst schrauben), fachgerechte Reparatur (Du bezahlst die Werkstatt), Rückabwicklung oder Preisnachlass. 

Wenn Du von den Mängeln nichts wusstest, ist das eine Sache, die nachverhandelt werden muss. Wenn Du die Mängel kannstest, ist das Betrug, oder womöglich arglistige Täuschung. Mit dieser Problematik beschäftigen sich tausende von Juristen jeden Tag vor Gericht.

Wie Du dann Deine Vergesslichkeit glaubhaft machen und auf Milde hoffen willst, ist bei so offensichtlichen Sachen wie Klimaanlage oder Fensterheber vor dem Richter ... ehm ... ein bisschen tagesformabhängig.

Ich würde mich lieber mit dem Käufer einigen, bevor der Käufer vor Gericht zieht und dir eine Betrugsstrafe in den Lebenslauf ballert.

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Kommentar von uni1234
28.07.2016, 16:00

Auch als Privatverkäufer ist man natürlich zur Gewährleistung verpflichtet. Man kann nur - und darauf basiert der allgemeine Irrglaube wohl - das Gewährleistungsrecht leichter ausschließen als ein Unternehmer.

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