Mobbing-Leben

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6 Antworten

Hallo AnimeFeeling,

Mobbing ist wirklich ein schlimmes und leider sehr weit verbreitetes Problem. Vielen Betroffenen geht es ähnlich wie Dir, dass sie Selbstmordgedanken entwickeln. Leider hast Du ja schon einige Jahre mit diesem Problem zu tun und ich verstehe, dass Dich das an den Rand der Verzweiflung bringt.

Sieh es bitte Deinen Eltern nach, wenn sie auf Dich nicht so eingegangen sind, wie Du Dir das gewünscht hast. Wahrscheinlich ist ihnen die Tragweite Deines Problems gar nicht bewusst. Doch versuche bei einer anderen günstigen Gelegenheit die Sache noch einmal zur Sprache zu bringen und dabei ganz offen über Deine Gefühle zu sprechen. Erkläre ihnen, wie schlimm das Mobbing für Dich ist.

Es ist zunächst einmal wichtig zu wissen, dass es einen Ausweg aus der Mobbingspirale gibt und man durchaus in der Lage ist, sich erfolgreich gegen das Mobben zu wehren.

Vielleicht hilft Dir auch der Gedanke, dass Mobber oftmals sehr unsichere Menschen sind, die einmal selbst gemobbt wurden. Es kann außerdem sein, dass sich hinter ihrem Verhalten eigene tief verletzte Gefühle und Minderwertigkeitskomplexe verbergen. Andere zu mobben verleiht ihnen dann ein Gefühl von eigener Stärke.

Was möchte der Mobber erreichen? Er will sein Opfer aus dem Gleichgewicht bringen, will dass es entweder total ausrastet oder ängstlich reagiert. Wer einen Wutanfall bekommt, sich verletzt oder ängstlich zeigt, gibt dem Mobber genau das, was er möchte.

Was kannst Du also tun?

- Gelassen bleiben und seinen Zorn beherrschen

Wer gelassen und ruhig bleibt, nimmt dem Mobber den Wind aus den Segeln. Er bietet ihm keine Angriffsfläche mehr, da seine Schikanen ins Leere führen. Es ist so, wie es in einem weisen Ausspruch in der Bibel heißt: "Wie eine erbrochene Stadt ohne Mauer ist der Mann, der seinen Geist nicht im Zaum hält" ( Sprüche 25:28). Wenn man also dem Mobber offen seine Gefühle zeigt, dann ist man ähnlich ungeschützt, wie in alter Zeit eine Stadt ohne Mauern - für jeden Feind eine leichte Beute. Wer jedoch seine Gefühle im Zaum hält, der ist für den Mobber gleichsam uneinnehmbar. Das sagt sich natürlich leichter, als es ist und erfordert eine Menge Selbstbeherrschung.

- Den Rückzug antreten, wenn es gefährlich wird

Es ist immer das Beste, Situationen und Orte zu meiden, wo der Mobber ein leichtes Spiel hat. Hier gilt nicht das Motto "Angriff ist die beste Verteidigung" sondern der Rückzug. Das hat nichts mit Feigheit, sondern eher mit Klugheit zu tun. Auch hier ist ein Rat der Bibel sehr hilfreich, er lautet: "Klug ist der, der das Unglück gesehen hat und sich dann verbirgt, die Unerfahrenen aber sind weitergegangen und müssen die Strafe erleiden" (Sprüche 22:3).

- Bei hartnäckigem Mobbing die Sache klarstellen

Manchmal lässt es sich nicht vermeiden, dem Mobber gegenüberzutreten und ihm mit fester Stimme zu sagen, dass man sein Verhalten überhaupt nicht mag, dass es nicht witzig ist und es einen verletzt. Dabei ist es jedoch sehr wichtig, nicht herausfordernd oder beleidigend aufzutreten. So zu handeln beruht auf dem Grundsatz in Sprüche 15:1: " Eine Antwort, wenn milde, wendet Grimm ab, aber ein Wort, das Schmerz verursacht, läßt Zorn aufkommen".

- Das Gespräch mit einem verantwortlichen Erwachsenen suchen

Es wäre gut, mit einer erwachsenen Person (z.B. mit einem Lehrer oder den Eltern) über das Problem zu sprechen, es ihm genau zu erklären und ihn um Unterstützung zu bitten.

Wer Mobbingopfer geworden ist, den mögen auch folgende Gedanken trösten: Gott versteht genau, was Menschen durchmachen, die gemobbt werden und sie sind ihm nicht gleichgültig. . Ein Bibelschreiber erklärte: „Ich selbst wandte mich, damit ich all die Taten der Bedrückung sehen könnte, die unter der Sonne begangen werden, und siehe, die Tränen der Bedrückten, aber sie hatten keinen Tröster; und auf der Seite ihrer Bedrücker war Macht, sodass sie keinen Tröster hatten“ (Prediger 4:1).

Du siehst also, dass auch die Menschen früher schon unter Schikanen und Demütigungen zu leiden hatten.

Ich fand einen Text der Bibel besonders trostreich, der sehr gefühlvoll beschreibt, dass sich Gott um die Benachteiligten und Schwachen kümmern wird:

"Denn er wird den Armen befreien, der um Hilfe ruft, Auch den Niedergedrückten und jeden, der keinen Helfer hat. Es wird ihm leid sein um den Geringen und den Armen, Und die Seelen der Armen wird er retten. Von Bedrückung und von Gewalttat wird er ihre Seele erlösen, Und ihr Blut wird kostbar sein in seinen Augen "(Psalm 72:12-14). Dieses Versprechen schließt auch diejenigen ein, die von Mobbing betroffen sind.

Ich wünsche Dir, dass Du es schaffst, die Mobber künftig zu stoppen und Du Freunde findest, die an Dir als Mensch interessiert sind. Sei geduldig, wenn sich Erfolge nicht gleich über Nacht einstellen. Arbeite ganz bewusst daran, nicht wieder in die Opferrolle zu fallen und Dich nicht aus dem Gleichgewicht bringen zu lassen. Viel Kraft und Erfolg dabei!

Liebe Grüße

Philipp59

unser Sohn ( 13) hatte ein ähnliches Problem. Allerdings ist er nicht durch seine Klassenkameraden gemobbt worden, sondern durch ältere Schüler anderer Klassen. Er hat Haare bis zur Taille und fällt dadurch auf. Die ersten Wochen auf der neuen Schule waren schlimm für ihn. Wir haben bereits am zweiten Tag nach dem Schulwechsel die Klassenlehrerin informiert, weil die Beleidigungen unter die Gürtellinie gingen und Junior nicht mehr in die Schule wollte. Die hat ihm Tips gegeben, wie er reagieren kann. Komplett ignorieren, dann wird es langweilig für die anderen. Ich war davon nicht so begeistert, weil ich selbst die Erfahrung gemacht habe, dass eine große Klappe und passende Sprüche hilfreicher sind. Aber Sohnemann war bei seinem Schulwechsel gerade mal 11 Jahre alt, die Schule war neu, da hat man nicht den Mut sich verbal gegen ältere Schüler zu wehren. Also hat er die Sprüche ingnoriert. Zusätzlich hat die Lehrerin die anderen Lehrer informiert, so dass während der großen Pause immer ein Lehrer in der Nähe war. Leider hatten wir keine Namen. Die Schule hat 900 Schüler. Hätten wir Namen und Klassen gewusst, wäre seitens der Lehrer mehr unternommen worden. Die hätten dann direkt mit den Schülern gesprochen. Nach etwa 2 Monaten wurde es besser, bis es ganz aufgehört hat. Da du die Namen der Schüler kennst, hast du bessere Karten. Du kannst zu deinem Klassenlehrer und ihm die Situation schildern. Schildere sie so, wie du sie empfindest. Das es dich extrem trifft, das du deswegen häufig traurig bist und am liebsten gar nicht mehr zur Schule gehen würdest. Er hat die Möglichkeit, etwas zu unternehmen. Meist wird hier so gehandelt, dass sich der gemobbte Schüler mit den Mobbern und einem Leher zusammensetzt . Die Situation ist für keinen der Beteiligten angenehm, für dich am wenigsten. Aber dadurch, dass das Mobben öffentlich gemacht wird und der ( oder die Lehrer) ein zusätzliches Auge auf dich werfen, kann die Situation entspannt werden. Die Mobber werden nicht begeistert sein, möglich dass du dir ein paar Sprüche anhören musst. Aber am Ende wird dieser Schritt aber hilfreicher sein als ein " gefallen lassen ", bei dem es dir monatelang oder jahrelang schlecht geht. Sprich nochmal mit deinen Eltern, sie sollten dich unterstützen. Zeig ihnen, was du hier geschrieben hast, zeig ihnen die Antworten. Als unser Sohn gemobbt wurde, haben wir mit der Lehrerin gesprochen. Wir haben sie Abends zuhause angerufen, da ist mehr Zeit als in einer 5- Minuten-Pause in der Schule. Die Reaktion deiner Mutter"geh nach oben und hör auf zu heulen" finde ich etwas befremdlich. Ein Mädchen aus der Klasse unseres Sohnes hat das übrigens per Brief gemacht, der dann der Klasse vorgelesen wurde. Das Mädchen wurde seit der fünften Klasse von Mitschülern geärgert und sie fühlte sich nicht ernst genommen. Die Eltern haben dann einen Brief geschrieben, in dem stand, dass sich ihrer Tochter extrem unwohl fühlt in der Klasse, dass sie viel geärgert wird und auch die Namen ( wer sie ärgert) standen in dem Brief. Die Klassenlehrerin hat den Brief dann vorgelesen und seitdem wird sie in Ruhe gelassen. Ich wünsche dir auf jeden Fall Alles Gute und hoffe, dass du dir Unterstützung suchst. Das mit dem Klassenwechsel finde ich gar nicht so abwegig. Ich kenne ein Mädchen, dass auch aus diesem Grund gewechselt hat. Aber vorher würde ich mit dem Lehrern / Eltern / den Mitschülern sprechen und schauen, ob man die Situation auch ohne Klassenwechsel in den Griff bekommt.

Ich war auch Klassenaussenseiter. Ich habe sie einfach reden lassen. In einem Ohr rein und dem anderen wieder raus. Die Klassenkameraden sind alle so dumm gewesen. Habe mich mit ein paar Klassenaussenseiten zusammen getan und gut war es.

Kleiner Tip. Lerne für deine Noten, wenn du gut wirst, wirst du einen guten Ausbildungsplatz finden und später besser da stehen, als die die nur lästern.


Wenn Du zunimmst, wird gelästert. Wenn Du abnimmst, besteht Verdacht auf Magersucht. Wenn Du Dich schön kleidest, bist Du eingebildet. Ziehst Du Dich einfach an, vernachlässigst Du Dich. Wenn Du weinst, bist du schwach. Wenn Du aber sagst, was Du denkst, bist Du arrogant. Wenn Du Dich wehrst, bist Du ein Problemmensch. Egal was Du tust, man wird Dich immer kritisieren. Wenn Du Stolz auf Dich bist, so wie Du bist, kopiere das auf Dein Herz. Sollen die Leute doch reden !!!

Hallo AnimeFeeling,

Du hast in den letzten Tagen mehrere Postings zu diesem Thema erstellt. Haben Dir die Antworten nicht gefallen?

In diesem Forum ein Rat über ein solch komplexes Thema zu bekommen ist sehr schwierig. Es ist schwer einen Rat zu geben ohne Dich, Deine Eltern oder Dein Umfeld zu kennen.

Fest steht, dass es vielen jungen Menschen so geht. Vor allem die sensiblen Menschen, welche ich persönlich für sehr wertvoll halte, haben mit dem anstrengenden Umfeld aus Leistungsdruck und beknackten pubertätsgeschädigten Jugendlichen zu kämpfen.

Diesen Kampf kann Dir keiner abnehmen. Das ganze Leben besteht voller Herausforderungen. Die Jugendzeit dient u.a. dazu zu lernen damit umzugehen.

Du brauchst vielleicht eine Oma oder eine mütterliche Freundin, welche Dir geduldig zuhört und Dir hilft die Dinge zu sortieren.

Suche Dir ein Hobby, wo Du Dich ausleben und ausdrücken kannst. Lerne z.B. ein Musikinstrument. Musik zu machen beruhigt und Du kannst vielleicht sogar eigene Songs schreiben, um das Erlebte zu verarbeiten.

Wie gesagt, ich kenne Dich nicht. Daher mag all das was ich geschrieben habe für Dich nutzlos sein.

Ich habe schon einmal auf einen Artikel verwiesen. Ich weiss nicht, ob Dir dieser gefallen oder geholfen hat.

Hi! Echt schlimm was manche Kinder machen ... Aber gib niemals auf! Ein Leben ist so viel Wert. Und ritzen wird dir auch nicht groß weiterhelfen, versuch dich anstatt zu Ritzen eine andere Ablenkung zu suchen. Und versuch vielleicht mit der Schulleitung zu reden oder einer Erwachsenen Person, die dir hilft das deine Eltern dir glauben , und das du vielleicht auf deine Alte Schule kommst. Ich wünsche dir Viel Glück!

Hallo !

Gehe zum Vertrauenslehrer, Klassenlehrer, Schuldirektion, Eltern, Elternabend usw. und erzähle dort ALLES, damit etwas dagegen unternommen werden kann.

LG Spielkamerad

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