Mobbing - Wer hilft wirklich?

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3 Antworten

Hallo, ich bib erst 15 und vielleicht nicht die Richtige fuer deine Frage aber ich hab eine Idee. Es gibt in vielen Orten "Kinder-und Jugendbeiraete" die sich um vieles kuemmern. Wir haben auch das Thema Mobbing aufgegriffen und probieren alles dagegen zu tun. Das was du alles angesprochen hast hatten wir noch gar nicht bedacht aber ist echt gut. Wir arbeiten mit vielen Politikern zusammen und auch andere Organisationen. Ein Kinder und Jugendbeirat ist also auch ein Anlaufstelle fuer Mobbingopfer. Denn wir helfen Allen und probieren ALLES um Mobbing zu stoppen!!

tls65 30.01.2013, 16:11

Hey, ich dank dir für den Tip. Find ich super, dass du dich so engagierst. Daumenhoch. Kinder- und Jugend ist bei mir leider nicht mehr wirklich so passend. :/ Ich befürchte, dass ich dort auch nur an die schon von mir genannten Stellen weitergeleitet werde. Es freut mich, dass ich dir eine neue von euch noch nicht bedachte Seite eröffnen konnte. Vielleicht hilft es euch ein Stückchen mehr mit eurer Arbeit vorranzukommen. Es sollte wirklich mehr Menschen, wie euch geben und ich wünsche euch, dass ihr noch ganz viel erreicht.

Leider wird das Thema Mobbing häufig nicht ernst genommen. Unter anderem, weil es auch leider viele Menschen gibt, die sehr vorschnell dieses Wort benutzen. Oft auch um anderen zu Schaden. Leider bleiben dadurch aber die auf der Strecke, die wirkliche Probleme haben. Und das darf so eigentlich nicht sein. Aber wie ich merke anscheinend doch...

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Hmm, das tut mir wirklich leid, dass ich dir da auch keine Lösung nennen konnte. Eigentlich liegt es in der Zuständigkeit deines Chefs derartige Sachen zu regeln, wenn ein Arbeitnehmer sie anspricht. Wenn das mit ihm wirklich hoffnungslos ist und er definitiv nichts tut um dir zu helfen, dann solltest du mal mit dem Chef deines Chefs sprechen. Davor würde ich es aber nochmal mit ersterer Person versuchen, sonst meint der nachher, er sei übergangen worden. Leider ist es häufig so, dass die Zuständigen sich einfach nicht kümmern, das war schon in der Schule so. Welcher Lehrer hat jemals ernsthaft etwas unternommen um Mobbing zu verhindern. Bei vielen Chefs ist es wohl das Gleiche. Darf ich denn fragen, warum du gemobbt wirst? Meist gibt es einen nichtigen Grund für den Terror. Es reicht ja ein wenig aus der Rolle zu fallen. Entweder man ist zu still oder man ist zu vorlaut. Möglicherweise kleidet man sich seltsam oder hat einen Sprachfehler. Vieleicht hat man auch eine exzentrische Art mit Menschen umzugehen. Normalerweise fallen Mobbingopfer immer durch Undurchschnittlichkeit auf. Das war bei mir auch so. Es ist eine Schande, dass Undurchschnittlichkeit immer wieder als Angriffspunkt und auch als Angriffsgrund genutzt wird. Total sinnlos. Dabei sollte doch der Individualismus geschätzt werden. Aber lauf mal barfuß mit Zylinder und Zigarre durch die Stadt. Die Leute werden dich verständnislos anschauen. Liebe Grüße.

tls65 06.02.2013, 14:54

Hallo und auch an dich Danke für deine Antwort. In den letzten Jahren war ich nicht nur bei meinem Chef, sondern bei allen Stellen die es gibt (Betriebsrat etc.). Aber keiner hat geholfen. Teils weil denen selbst die Hände gebunden waren, teils weil viele schlichtweg keine Lust haben zu handeln. Das wäre zu viel Stress, würde zu viele unangenehme Sachen mit sich bringen. Da geht man dann lieber den Weg des Aussitzens. Traurig aber wahr. Und jetzt wird weiter nicht gehandelt, weil man sonst eingestehen würde, dass man enorme Fehler gemacht hat und sich damit Ärger einhandeln könnte. Wieso ich gemobbt wurde? Kurz gesagt weil die mich nicht leiden können. Der Großteil der Leute die mich schickanierten, kam ganz neu zu uns in die Firma, da war ich schon Jahre da. Ihnen schloss sich dann noch ein Kollege an, der auch schon länger da war. Ich habe eine andere Art als die. Bin weder böswillig noch streitsüchtig. Ich war eigentlich immer eher harmoniesuchend, aber realistisch, weil es normal ist, dass man nicht mit jedem gut Kollege sein kann. Ich schwamm auf deren Welle einfach nicht mit. Und die Spannung wurde immer stärker. Versuche meinerseits einzulenken schlugen fehl, weil die Gruppendynamik einfach so stark war. Mit dem Rest der Kollegen lief es sonst gut bis sogar sehr gut, auch wenn man wie gesagt nicht mit jedem gut befreundet sein kann. Es gibt welche die mögen einen und welche die mögen einen nicht. Im Arbeitsleben mit vielen Kollegen ist das normal und wäre es in meinem Fall beim Lästern und kleinen Sticheleien geblieben, dann hätte es mich wahrscheinlich nicht so dahingerafft. Vieles ging aber weit über den normalen Arbeits-Läster-Alltag hinaus. Das hat einem so die Meiste Kraft geraubt. z.B. wirklich schlimmer Rufmord, aber auch noch vieles mehr.

Damals war ich wirklich noch der Auffassung, dass es außer Frage steht, dass einem geholfen wird. Dass man Möglichkeiten hat sich zu wehren und aus so einer Lage zu befreien, ohne dass man danach komplett am Boden liegt. Was ich danach erleben musste hat mich wirklich jeden Glauben erschüttert. Für mich ist das der absolute Wahnsinn, dass Mobbingopfer mit so einer Leichtigkeit und auch Selbstverständlichkeit aussortiert werden. Man hat gar nicht die Chance sich zu retten und ist IMMER am Ende der Verlierer. Wie schon erwähnt gehen ganze Existenzen kaputt. Menschen die sich was aufgebaut hatten, deren Leben sich auf der Arbeit aufbaute, stehen vor dem Nichts. Es interessiert absolut keinen was aus einem wird. Die "Täter" behalten ihr normales Leben und fühlen sich sogar nicht bestärkt in ihrem Tun. In meinem Fall haben die "Täter" auch schon ein neues "Opfer". Besser gesagt mehrere neue, aber nicht mal das interessiert. Das Arbeitsrad dreht sich ja weiter. Echt Wahnsinn und sehr sehr traurig.

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Wenn einem die offiziellen Stellen nicht helfen können, dann wird es schwierig. Zunächst musst du dich jemandem in deinem privaten Umfeld anvertrauen. Wahrscheinlich hast du das schon getan. Das dir niemand helfen konnte finde ich wirklich traurig. Es scheint als bliebe dir nur noch übrig dir selbst zu helfen, denn letztlich können die Beratungsstellen dir zuhören, deine Kollegen austauschen oder sie verändern können sie natürlich nicht. Wenn du kannst, dann versuch woanders Arbeit zu finden, aber das sagt sich so leicht und ist es wahrscheinlich nicht. Versuch es trotzdem. Ansonsten musst du auf die Mobber zugehen. Es gibt immer einen harten Kern von Mobbern (1-2 Leute), der Rest besteht aus Mitläufern, die einfach froh sind, das sie selbst nicht in der Schusslinie stehen. Eben die musst du mit ihrem Fehlverhalten in Vier-Augen-Gesprächen auf deine Seite ziehen. Dabei kommt es sehr darauf an wie du mit ihnen sprichst. Versuch keine Vorwürfe zu machen, sondern schildere, wie du dich fühlst und das du schon krank wirst von der Belastung. Frage, warum sie da mitmachen. In dem ein oder anderen sollte sich doch das Gewissen regen. Bitte um aktive Unterstützung. Die Gespräche werden nicht angenehm, aber sie sind die einzige Lösung, die ich sehe. Du musst dir jetzt selbst helfen und deine Scham und deinen Stolz überwinden und auf die Leute zugehen um sie um Hilfe zu bitten.

tls65 30.01.2013, 15:56

Ich danke dir für deine Antwort. Natürlich wurden die von dir genannten Wege auch schon versucht, aber leider brachten Gespräche nicht viel. Sie veschärften sogar noch die Situation noch mehr. Der entgegenkommende Weg wurde meinerseits jahrelang versucht. Oft ist der Kern so einer Gruppe doch größer, als nur zwei und das erschwert es noch mehr, da der Ping Pong Effekt größer ist. Ist einer etwas netter zu dem gemobbten wird dieser von den anderen wieder "zurechtgerückt" und die Sache geht weiter. Meinen Scham und Stolz habe ich persönlich schon lange überwunden und so gehts denke ich vielen. Mit "traurig" hast du ein gutes Wort gewählt, denn es ist wirklich sehr traurig, wie sehr man im Stich gelassen wird. Und so sehr man auch kämpft und sich Mühe gibt, dass die Situation sich ändert, irgendwann sind einem die Hände gebunden. Irgendwann kommt man als Betroffener gar nicht weiter. Nehmen wir als Beispiel eine Versetzung weg aus dieser krank machenende Situation. Als Mobbingopfer kann man sich schwer selbst versetzen. Sowas liegt in den Händen des AG und wenn sich dieser nicht rührt, hat man verloren. Man kommt einfach nicht weiter. Oft nicht mal mit einem Anwalt, weil die Gesetze die Mobbing betreffen, so komisch gestrickt sind. Und so geht es allen, die dieses Problem haben. Man ist richtig aufgeschmissen. Die Suche nach einer neuen Stelle ist natürlich auch ein Weg, aber wie du schon sagtest ist das für kaum einen leicht getan. Vor allem in der heutigen Zeit. Auch das ist eine Sache wo die "Gerechtigkeit" vollkommen versagt. Mensch die eine sichere Stelle haben, ein geregeltes Einkommen, abgesichert sind, sind gezwungen alles aufzugeben. Je nach Alter, Familienstand (Kinder etc.) ist das eine Katastrophe. Und auch für junge Leute die gerade dabei sind ins Arbeitsleben zu finden. Existenzen werden zerstört und es gibt keinerlei Hilfe. Keinerlei Ausgleich. Das finde ich richtig schlimm. Auch finde ich es schlimm, dass man nicht mal eine richtige Anlaufstelle hat. Menschen die sich einsetzen, wenn der Betroffene selbst vielleicht gar keine Kraft mehr hat. Das unverschämteste was ich erlebt habe war, dass man mir sagte, dass eine Beratung dort 70Euro kostet. Und das waren keine Anwälte oder so. Sogar wenn man dann eine seriöse Kontaktstelle hat, wird da meistens einfach nur zugehört und mehr nicht. Natürlich tut das vielen Betroffenen auch gut, aber einige wollen auch mal weiterkommen. Ich möchte endlich weiterkommen, aber mir fällt keine "Anlaufstelle" mehr ein. Deshalb habe ich hier mal gefragt. Mittlerweile wäre der nächste Schritt aufzugeben, aber das will und kann ich noch nicht.

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