Mittelalter: Wie wurde der Bogen transportiert?

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4 Antworten

Ein mittelalterlicher Bogen aus Holz verliert in gespannter Lagerung sehr schnell seine Spannkraft, da das Holz sich dauerhaft verformt und dann den Pfeil nicht mehr ausreichend beschleunigt.

Also hat man ihn ausgespannt und entweder in Tücher eingewickelt oder in spezielle Lederbehältnisse gesteckt.

Ein Bogen war keine Pistole, die man schnell zieht. In Vorbereitung einer Bedrohung hat man ihn dann gespannt und bereit gehalten. 

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Kommentar von MikeyShu85
26.10.2016, 01:50

Diesem Kommentar ist nichts mehr hinzuzufügen. Genau so stellt es sich nach heutigem Kenntnisstand in der Mediävistik / Geschichtswissenschaft dar. Top!

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Hallo =)

Du hast Recht, man lagert einen Bogen im ungespannten Zustand. Dabei geht es vor allem darum, dass die Spannung nicht verloren geht -> der Bogen "stark" bleibt =)

Wie es transportiert wurde kann ich nur vermuten: 

Ich habe auf alten Gemälden schon "Köcher"/Taschen für Reiterbögen gesehen. Diese sind aber relativ klein und es ist eventuell wichtig die Waffe am Pferd verstauen zu können.

Normales Fußvolk, Jäger etc. werden ihre "großen" Bögen bestimmt gespannt in der Hand getragen haben. Den Bogen in einer gefährlichen Welt erst zu spannen oder aus einer Tasche zu holen, kostet zu viel kostbare Zeit. Auch denke ich, dass ein Jäger seinen Bogen nur mit hatte, wenn er auch Jagen wollte... Und in Kämpfen oder Truppenverlegungen ist es auch sinnvoller einen eventuellen Angriff schnell abwehren zu können.

Unter anderem bin ich mir nicht sicher welche Qualität ein damaliger Bogen des "einfachen Standes" hatte... Ob es sich überhaupt lohnt ihn immer wieder zu entspannen, oder ob man einfach einen Neuen "gebaut" hat, weil man es eventuell gar nicht besser wusste...

Die Leute, die sich einen guten Bogen leisten konnten, haben diesen bestimmt auch nicht sooo oft gebraucht und ihn in der Zwischenzeit gut behandelt/ behandeln lassen 

Liebe Grüße!

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Ich kann mir die Methode, den Bogen (entspannt) zu den Pfeilen in den Köcher zu legen sehr gut vorstellen. Denn so ein Bogen war damals etwas Handarbeit, damit er nicht bricht. Allerdings sind mir auch Bogentaschen bekannt, in der die Bögen separat aufbewahrt wurden.

Mit der Dauerspannung verliert der Bogen seine Kraft. Er will ja eigentlich in die Form zurück, in der er entspannt ist. Das wird durch die Sehne verhindert, und daraufhin wird Spannung erzeugt.

Das mit dem Entspannen war damals auch gut möglich. Wofür wurde er eingesetzt? Zunächst einmal zum Jagen. Wenn man auf die Jagd ging, hat man den Bogen gespannt. Wenn die Jagd beendet wurde, wurde er entspannt. Wobei noch? Duellen wohl kaum. Zielschießen und in größeren Schlachten. Beides war "planbar" und dementsprechend wurden sie auch erst dann gespannt ;)

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Man darf die Sehnen nicht die ganze Zeit spannen, weil sie sonst ausleiern und keine Spannung mehr haben um die Pfeile mit Kraft abzuschießen.

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