Mittagessen in der Tagesklinik, wie soll ich mich verhalten?

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8 Antworten

Hey Powerfulgirl,

das mit der Tagesklinik freut mich schonmal sehr! Ich hoffe, dass dir diese Maßnahme gut tun wird. Mach dir nicht zu viele Sorgen, mit der Zeit wirst du sicherlich auch dort Menschen finden, zu denen du Vertrauen aufbauen kannst. Aller Anfang ist schwer, aber wenn du an dich glaubst und nicht aufgibst, kannst du viel erreichen =)

Zu deiner Frage:
Ich halte es doch für sehr unwahrscheinlich, dass du dort von dem Mittagessen "befreit" werden kannst. Und auch wenn du das vielleicht anders empfindest, ist es sicher gut so, dass das nicht geht.

Vielleicht hat du auch gar kein so massives Übergewicht, wie du es selbst wahrnimmst.
Denk mal in Ruhe darüber nach - Menschen, die zu Depressionen neigen, sind in Bezug auf ihre Selbstwahrnehmung selten objektiv. Da wird eine kleine, kaum sichtbare Narbe an der Oberlippe schnell als widerliches und abstoßendes Etwas angesehen. Ich weiß wovon ich rede, da ich selbst auch hin und wieder emotionale Tief-Phasen habe, aus denen mich dann meist irgendein Bekannter oder Arbeitskollege "gewaltsam" rausholt^^

Hast du denn schonmal deinen BMI ermittelt? Der gibt recht gut Aufschluss über deinen tatsächlichen Zustand, auch wenn hier natürlich immernoch viel Interpretationsspielraum vorhanden ist.
http://www.bmi-rechner.biz <--- hier kannst du deinen BMI ausrechnen lassen.

Und mach dir keine Sorgen, falls du wirklich etwas mehr Gewicht haben solltest, als empfohlen wird. Es ist nicht jedem bekannt, aber die Mehrzahl der in Deutschland lebenden Menschen ist übergewichtig (ich selber übrigens auch, wenn auch nur um etwa 3 kg). Bedenklich wird es erst, wenn du gesundheitlich sehr darunter leidest.

Zu guter Letzt noch eine "Warnung" an dich: wenn sich eine Frau als "fett" empfindet, und von sich selbst angewidert ist, dann ist sie häufig auf dem Weg in die Magersucht. Pass bitte gut auf dich auf, nicht, dass sich da noch etwas bei dir entwickelt. Du wirst schon jetzt genug Sorgen und Probleme mit dir herumschleppen, da muss das nicht auch noch sein...

Und sorry falls Manches, was ich geschrieben habe, etwas streng oder hart rüberkommt... Ich möchte nur, dass du vorsichtig bist und auf dich aufpasst. In deiner Lage solltest du dich nicht noch mehr belasten, als es ohnehin schon der Fall ist.

LG & viel Glück!

Danke für deine Antwort :) die ist sehr hilfreich. Mein BMI liegt bei 24,9. Ich komme damit gar nicht klar und von den ganzen Medis geht es immer mehr hoch! Ich war mal bei 22,0 und habe mich so gut wie nie zuvor gefühlt.... Da möchte ich wieder hin :(

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Naja, ich kann ja mit deinem Wert nicht viel anfangen, weil ich deine Vergleichsdaten (Größe usw.) nicht kenne^^ ... Bist du denn gesundheitlich in der Lage, Sport zu machen? Vielleicht einfache Fitness-Übungen? Da gibt es ein paar Sachen, die vielleicht helfen können. Deine Medikamente solltest du auf keinen Fall ohne ärztlichen Rat absetzen, das kann unter Umständen sehr gefährlich werden. Und essen musst du auch, zumindest genug, dass du keinen Hunger hast. Gerade dann, wenn du nicht gesund bist, braucht dein Körper alles an Energie, was er kriegen kann.

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Ja ich mache ja Sport (workouts, schwimmen, Fahrrad fahren). Aber das Gewicht geht trotzdem hoch und es deprimiert mich so.

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Sprich mit der Pflege (dazu braucht es ja nun wirklich nicht die Bezugstherapeutin...) ab, ob du - mit der Pflege! - woanders essen kannst und beim Essen zb drüber reden was es Grad so schwierig macht und bitte um -etwas- kleinere Portionen bei der Ausgabe.

Wo Ist das Problem?

danke, das Problem hat sich mittlerweile geklärt, ich esse nur Salat ohne Dressing. Das sind dann max. 200 kcal :)

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Du solltest mit denen reden, ob du vielleicht ein paar Tage separat essen kannst, wenn es so schlimm ist. Die ganze zeit geht das nicht, die beobachten dich sowieso. Natürlich musst du auch was ändern wollen (wenn du wirklich übergewichtig bist) und regelmäßig sport machen (kann dir jetzt schon sagen, hungern macht alles nur schlimmer. Die Folgeschäden sind massiv : starkes Sodbrennen, bauchkrämpfe nach dem essen, herz kreislauf Störungen. Ich spreche aus Erfahrung). Das ist nur eine Übergangsphase, die du überwinden musst. Dieses "vertrauen aufbauen und sich auf die Situation einlassen". Wenn du das tust, geht das weg. Du musst halt jetzt lernen, dass die leute dir dort nichts böses wollen

Habe mich heute Morgen nochmal gewogen, bin noch im Normalgewicht (BMI 24,4). Ich mache täglich Sport (Workouts zu Hause) und bewege mich viel tagsüber. Freitag war es so schlimm, dass mir die Tränen über die Wangen liefen, als ich am Essenstisch saß. Habe dann 3 Gabeln gegessen und gesagt mir sei schlecht. Es ist niemand vom Personal anwesend beim Essen, nur die Küchenfrau und die teilt nur aus (Riesenportionen!!!!!).

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Dir sollte doch schon vor Antritt der Therapie von alleine klar gewesen sein, dass es gemeinsame Essenszeiten gibt?

Und selbst wenn du ein paar Pfunde zuviel haben solltest - denkst du, alle anderen Mitpatienten sind nur Haut und Knochen?

Ihr seid alle dort, um euch bei euren Problemen helfen zu lassen. Nicht, um Gewichtsvergleiche anzustellen.

Suche also keine Gründe dagegen, sondern schließe dich deiner Gruppe an. Keiner wird dich beißen, denn jeder hat mit sich selbst genug zu tun.

Du musst da doch keine "Riesenportionen" essen. Füll dir halt nur soviel auf (oder lass füllen), wie du essen magst.

Kleine Portionen reichen auch.

Ich sag immer: "Die beste Diät ist FDH (friss die Hälfte) und Bewegung".

Halte dich an die REgeln und rede mit den Therapeuten darüber.

Gibt es in der Klinik so etwas wie eine Bezugsschwester, einen Bezugspfleger? Das sollte die erste Ansprechperson sein.

Würde es Dir helfen, ohne die anderen Patienten in einem anderen Raum zu essen?

naja es gibt eine Bezugstherapeutin, aber da kommt man nur 1mal pro Woche hin :( klar, das würde mir total helfen, dann würde ich mich nicht so beobachtet fühlen und könnte kleinere Portionen essen

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@powerfulgirl

Unsere Bezugspleger rannten den ganzen Tag auf der Station herum, waren also fast immer ansprechber. Fand ich sehr hilfreich. Es war aber auch eine normale Klinik.

Sprich das med. Personal doch mal daruf an, ob Du nicht woander essen kannst.

Die Patienten mit Eßstörungen aßen die erste Zeit auch nicht im großen Essenssaal mit. Das kam erst später. Und Du hast ja auch so eine Art Eßstörung.

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Danke, ich weiß nicht ob ich mich traue das anzusprechen... Danke für deine Hilfe

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Vom Essen befreit werden? Nee du, sicher nicht. keiner dort wird dich verhungern lasse. Du bist dichht ohne Grund dort, also sprech deine Ängste an, damit man drauf eingehn kann.

Ängste ansprechen zu können braucht Zeit.

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@JackySmith

Sicher, ihre Probleme sind aber nicht neu. Sie ist Magersüchtig und das schon länger.

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Ich bin nicht magersüchtig! Ich bin übergewichtig!

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@powerfulgirl

Das eine schließt das andere nicht aus. Atypische Anorexie nennt sich das dann, F50.1.

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Mein BMI von 24,9!!!!!

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