Mitspracherecht des Vaters bei ungebornenen Leben?

21 Antworten

Es geht um medizinische Entscheidungen über die Behandlung der Frau. Ein wirkliches Entscheidungsrecht hat da nur sie selbst, auch ihre Familie nicht. Soweit sie vor dem Koma nichts angeordnet hat, ist ihr mutmaßlicher Wille zu ermitteln. Dazu ist derjenige berufen, den sie dazu beauftragt hat. Hat sie niemanden beauftragt, wird vermutet, dass die nächsten Angehörigen es am besten wissen. Konkrete Anhaltspunkte, dass sie den Vater in spe hätte beauftragen wollen, sind hier auch nicht ersichtlich.

Solange das Kind nicht geboren ist, lässt sich sein Schicksal einfach nicht von dem der Mutter trennen. Danach hat der Vater selbstverständlich Rechte, auch wenn das direkt nach der Geburt natürlich praktisch schwierig sein kann, weil er ja ggf. erstmal nachweisen muss, dass er überhaupt der Vater ist.

Das der Mann tatsächlich der Vater ist, kann man erst nach der Geburt nachweisen. Ihm dann vorher schon ein Mitspracherecht einzuräumen, wäre vorschnell.

Dass ausgerechnet die Männer diskriminiert werden, entspricht da nicht ganz der Realität. Es gibt sicherlich viel mehr Frauen, die mir einem Kind alleine gelassen werden als Männer, denen die Mitsprache verweigert wird. Trotzdem kommen letztere Fälle natürlich auch vor, wenn auch eher selten. Viel häufiger war es aber Jahrhunderte lang der Fall, dass Männer entschieden haben, wie rechtlich und physisch mit den Embryos verfahren wird, die sich im Leib der Mutter befinden. Dass sich Frauen das "Mein Bauch gehört mir" mit massivem Kampf ergattern mussten, ist noch nicht lange her.

Es ist schlimm, dass dann in manchen Situationen auch Männer benachteiligt sind und eine eingeschränkte Möglichkeit der Mitsprache haben. Sie als die Diskriminierten zu betrachten, geht aber auch heute noch an der Realität vorbei.

Ein Mitspracherecht hat der Mann, aber wie Hacker48 so schon feststellte, kein Mitentscheidungsrecht. Denn das Kind austragen muss die Frau allein und so lange der Embryo im Bau der Frau ist und noch kein geborenes Kind, ist es kein eigenständiges Rechtssubjekt. Deshalb entscheidet auch die Familie über den Embryo, denn diese hat das Entscheidungsrecht über das Ergehen der Frau.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

Wenn einer sich nachher abseilt nimmt man an, dass er kein Interesse hat. Wenn die Vaterschaft nicht bewiesen ist hat er keine Rechte. Hat sie abgetrieben (dann ist wohl alles erledigt) oder lebt das Embryo? Solange sie schwanger wäre sind ihre Angehörige die , die dem Kind am nächsten sind.

Erst einmal müsste bewiesen werden das er tatsächlich der biologische Vater ist.

Weiterhin würde gerichtlich beurteilt und festgelegt werden wer denn nun das Sorgerecht für dieses Kind bekommt. Ob das Jugendamt, oder die Herkunftsfamilie der Kindsmutter oder aber der biologische Vater.

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