Mitgliederlisten im Verein verteilen?

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4 Antworten

Nein, erstmal ist das nicht zulässig, sofern es nicht in der Satzung geregelt ist. Im Übrigen geht das nur mit Einwilligung (Bundesdatenschutzgesetz § 4 Abs. 1 BDSG) i.V.m. § 3 BDSG (Datenvermeidung und Datensparsamkeit).

In der Satzung ist es nicht geregelt. Vielen Dank aber für die Antwort.

Früher war alles irgendwie einfacher :-)

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@Kometenstaub

Dann ist eine Satzungsänderung oder explizite Einwilligung aller Mitglieder notwendig. In jedem Fall müssen sämtliche Daten, die veröffentlicht werden sollen, in der Einwilligung benannt sein und die Einwilligung muss freiwillig geschehen bzw. nachteilsfrei nicht gegeben werden können.

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Deine Frage ist noch nicht detailliert genug. Was verstehst du unter "verteilen" und was steht in den Mitgliederlisten?

Ein Verein unterliegt wie jede andere Institution dem Datenschutz. Demnach ist es zulässig, Mitgliederdaten an Vereinsmitglieder zu geben, die diese für die Erfüllung ihrer Aufgaben benötigen. Und auch nur solche Daten, die dafür benötigt werden.

So ist es logisch, dass ein Trainer die Namen und Kontaktdaten seiner Gruppe bekommt, aber natürlich keine weiteren Daten wie die Kontoverbindung.

Für eine Weitergabe von Daten darüber hinaus wäre das jeweilige Einverständnis der Mitglieder nötig.

Was steht dazu und zum Thema Datenschutz in der Satzung des Vereines?

Diese sollte so etwas regeln.

Welche persönlichen Angaben sind pro Mitglied in der Liste enthalten?

Danke erstmal.

Ich hätte gleich schreiben sollen, dass in der Satzung dazu nichts steht. Und die Liste kann man ja anpassen. Im Normalfall sind Namen, Wohnort und Telefon sowie E-Mail enthalten.

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Anspruch auf Mitgliederliste/Veröffentlichung von Mitgliederlisten

Die Rechtsprechung bejaht es, daß Mitgliederlisten an Vereinsmitglieder herausgegeben werden können, wenn ein berechtigtes Interesse vorliegt.

Wer sich freiwillig einem Verein anschließt, tritt mit den anderen Mitgliedern in eine von allen Beteiligten gewollte Rechtsgemeinschaft.

Daraus leitet sich ab, dass es jedes Mitglied dulden muss, dass
anderen Mitgliedern die Kontaktaufnahme mit ihm ermöglicht wird, sofern
eines der anderen Mitglieder daran ein berechtigtes Interesse hat.

Die Anforderungen an dieses berechtigte Interesse dürfen gerade
bei größeren Vereinen, bei denen sich nicht alle Mitglieder gegenseitig
kennen können, nicht zu hoch angesetzt werden.

Es reicht aus, wenn das Mitglied nach den Umständen des konkreten Einzelfalls darlegen kann, dass diese Daten zur Ausübung der Willensbildung im Verein erforderlich sind (z. B. um für eine Vorstandskandidatur zu werben, um Unterstützer für Anträge zu finden, um eine außerordentliche Mitgliederversammlung möglich zu machen etc.).

Die Veröffentlichung von Mitgliederlisten ohne berechtigtes Interesse eines Einzelnen, ist grundsätzlich auch möglich - dazu benötigt man aber die Zustimmung jedes einzelnen Mitglieds - wer nicht zustimmt, darf dann nicht in der veröffentlichten Liste stehen - dazu könnte man eine entsprechende Abfrage im Aufnahmeantrag aufnehmen.

Für das Verteilen von Mitgliederlisten an alle Mitglieder gelten die gleichen Regeln, wie bei der Veröffentlichung.

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