Mitarbeiter verweigern Weisungen von Führungskraft, wie vorgehen?

14 Antworten

Bei vielen Leuten kommt es einfach nicht gut an, wenn ein jüngerer Mitarbeiter, der zudem noch in der Ausbildung (in dem Fall im Studium) steckt, Weisungen ausspricht. Vor allem nicht, wenn er der Sohn vom Chef ist... Dies wird dann auch mal nicht so ernst genommen.

Grundsätzlich werden Leute eher auf Grund ihrer Leistungen respektiert und nicht auf Grund von Firmenanteilen in ihrem Besitz oder Verwandschaftsverhältnissen zum Chef.

Ohne die Situationen genau zu kennen ((warum) ist er in der Position, ein Leistungsgespräch mit dem Azubi zu führen, ist er berechtigt, den Ausbilder vom Gespräch auszubilden, ist es gängige Praxis den Betriebsausweis vorzuzeigen,...) würde ich mal raten, zu überlegen, ob er im richtigen Ton mit den Mitarbeitern spricht. Wenn er den Sohn vom Chef raushängen lässt, ist es (aus meiner Sicht) durchaus nachvollziehbar, dass er nicht ernst genommen wird.

An deiner Stelle würde ich die Sache mal von der anderen Seite betrachten.

Deine Mitarbeiter bekommen einen Frischling vorgesetzt, der mit 19 Jahren nicht viel Betriebserfahrung mitbringen kann.

Dann beginnt dein Sohn, jemanden aus dem Raum zu schicken, der nur seine Arbeit macht. Das ist ein bisschen wie eine Ohrfeige.

  1. Den Ausbilder in einem Leistungsgespräch aus dem Raum zu schicken ist keine Arbeitsanweisung, sondern eine Zurechtweisung.
  2. Ich kann gut verstehen, wenn jemandem das nicht gefällt. Ein bisschen Demut und Zurückhaltung steht jedem gut zu Gesicht, der sich in die Arbeitswelt erst noch einarbeiten muss.
  3. Es ist vermessen anzunehmen, dass man eine Aufgabe besser macht als erfahrende Mitarbeiter, nur weil einem das Unternehmen gehört.

Und wieso läuft dein 19-jähriger auf dem Gelände herum und kontrolliert Betriebsausweise? Will/soll er sich ein Wachhund-Image aufbauen? Das hört sich für mich so befremdlich an, dass ich gut verstehen kann, wenn er damit nicht ganz ernst genommen wird. Das heiße ich vielleicht nicht unbedingt gut, aber diese Reaktion hätte ich auch vorhersagen können. Gib ihm eine Marke und eine Jacke auf der "Wachschutz" steht, dann wird er mehr Ausweise zu Gesicht bekommen. Als "Sohn vom Chef" bekommt er damit seltsame Blicke.

Ich denke hier geht es viel um Respekt. Respekt muss man sich aber verdienen! Wenn dein Sohn fachlich und organisatorisch Talent besitzt, dann wird er schon zeigen, was in ihm steckt. Das baut sich aber erst über Jahre auf. Und wenn die Leute sehen, was er drauf hat, dann haben sie auch einen Grund, ihn ernst zu nehmen. Geld, Besitz und die Stellung des Vaters sind keine gute Quelle für echten Respekt.

Ein Satz in deiner Frage macht mir noch ein bisschen Bauchschmerzen: "Wieso sollte jemand, der mit der Firma weder familiär verwurzelt ist, noch Anteile an der Gesellschaft besitzt, meinem Sohn etwas sagen dürfen..." - Wenn du vor deinen Mitarbeitern Respekt hast, dann kommst du vielleicht auch selbst darauf, warum ein Naseweiß sie nicht wie die Trottel dastehen lassen sollte. Und als der richtige Chef solltest du deinen Sohn auch nicht noch darin unterstützen. Das wird in der Belegschaft nicht gut ankommen.

Ähem, wir sind hier in der Arbeitswelt, nicht jedoch im Gefängnis, wo man sich erst einmal Respekt verdienen muss ;-) Die Grundaussage ist zwar nicht falsch, aber darauf kommt es gar nicht an, sondern auf den grundlegenden Aspekt des deutschen Arbeitsrechts, und das sieht nicht vor, dass man einen Vorgesetzten ignorieren darf.

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@skillz47

Ich habe in meiner Antwort nicht Bezug darauf genommen, was das Recht des Vorgesetzten ist. Weil ich das in diesem Fall nicht für wichtig halte. Es würde in dieser Situation das Betriebsklima beträchtlich schädigen wenn der Sohn mit einem Schreiben erscheint, auf dem steht: "Es ist mein RECHT, euch herumzukommandieren!"

Das Problem lässt sich für einen Teenager im Chefsessel auf diese Weise zwar lösen, denn es wird jeder tun, was er gesagt bekommt. Aber dies nur buchstabengetreu und einige werden sich nach einem anderen Job umsehen. Das Ergebnis: Unzufriedenheit und ausschließlich "Dienst nach Vorschrift". Damit ist auf lange Sicht niemandem geholfen. Und es wäre noch nicht einmal gut für den Sohn, denn der macht sich damit zum unbeliebten Sonderling.

Also kurz: man kann das Kind zum Chef machen. Das verursacht aber Unzufriedenheit und das Kind hat keinen Grund mehr sich Mühe zu geben und den Job richtig zu lernen.

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@DocShamac

Ich habe ihm auch gesagt, dass man sich Respekt verdienen muss.

Wir sehen das ganze eigentlich in gewisser weise als eine Fließende einarbeitung. Was er daraus macht, muss er selbst wissen.

Es ist eigentlich geplant, dass spätestens wenn er den Bachelor hat (ca 2,5 Jahre) er das operative Geschäft einer Sparte leitet.

Dass herumkommandieren nicht das Gebot sein sollte habe ich ihn auch gesagt. Aber auch grundsätzliche Weisungen sollten bereits von den Mitarbeitern befolgt werden.

Es ist hierbei noch zu sagen, dass er bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung (Industrieelektriker + FH Reife) besitzt. Er ist fachlich also nicht auf der "Wurstsuppe" herangeschwommen.

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@UFOFreak

Wir sehen das ganze eigentlich in gewisser weise als eine Fließende einarbeitung. Was er daraus macht, muss er selbst wissen.

Du nimmst es also geflissentlich in Kauf, dass er in offene Messer läuft und am Ende verbrannte Erde in der Firma hat? Sehr mutig.

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Durchsetzen kann man sich nicht allein durch einen Anteil an der Firma. Wer Mitarbeitergespräche führen und andere kontrollieren will, muß schon auch Leistung und Können vorweisen können. Es ist wenig verwunderlich, daß langjährige Mitarbeiter das bei einem 19jährigen nicht vermuten. Mit 19 schriftliche Ermahnungen zu verschicken, klingt etwas lächerlich. 

Der Dreh- und Angelpunkt: Respekt kann man sich nicht erkaufen, den muß man sich erarbeiten. Dazu wäre wie von Kristall08 schon angeraten vermutlich das ein oder andere Seminar in Mitarbeiterführung kein Fehler.



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