Mit welchen natürlichen Mitteln und Maßnahmen kann man ADHS-Kindern helfen?

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14 Antworten

Ich arbeite im Bereich der Erziehungshilfe und konnte mir dabei auch meine Überzeugung aufbauen. Eine eindeutige Lösung gibt es nicht. Das Kind ist nicht der alleinige "Patient". Oft sind die Kinder nur Symptonträger der Familie, bzw. des sozialisierenden Umfeldes. Daher muss der individuelle "Fall" ganzheitlich betrachtet werden. Die Stärken der jeweiligen Beteiligten (Eltern, Kind, Schule etc.) müssen genutzt werden. Medikamente können helfen, um den Start zu erleichtern. So können diese beispielsweise nützlich sein, um dem Kind die Schule zu erleichtern. Jedoch ist es meiner Ansicht nach mehr als wichtig, dass die ganze Familie in den Fokus genommen wird, nicht nur das Kind. Das heißt, dass durch erarbeiten von alternativen Handlungsmöglichkeiten in Konfliktsituationen mit dem Kind, die ja leider sehr oft vorkommen, dem Kind zum einen der Leistungsdruck genommen werden kann, zum anderen mehr Emotion, damit mehr Bindung zu den Eltern, damit mehr emotionale Sicherheit zukommt. Diese neuen Umgangsmethoden sind nicht nur für die Ewachsenen zu erarbeiten, sondern auch für das Kind. Jeder Beteiligte muss lernen, den Konfliktpartner im Konflikt wert zu schätzen und im Konflikt ausschließlich an der Konfliktsache selbst zu arbeiten. Durch diese Emotionale Sicherheit erlaubt sich das Kind auch, Fehler passieren zu lassen und setzt sich nicht mehr so unter Druck. Die Wirkung von Zucker habe auch ich schon wahrgenommen. Dieser verstärkt die Unruhe im Kind. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dem Kind nicht ständig rückzumelden, dass die Interventionen wegen dem Kind gemacht werden. Damit meine ich, dass das Kind nicht das Verständnis bekommen soll, dass es der alleinige Grund für alles ist. Das Bewusstsein, "krank" zu sein, was durch Medikation schnell geschieht, wirkt oft als Entschuldigung für Verhalten und wird genutzt, um dieses zu legitimisieren. Das ist meines Erachtens sehr gefährlich. Auch Eltern nehmen häufig den Standpunkt ein "Mein Kind ist krank, an mir liegt es ja scheinbar nicht". Jedoch können Eltern das Meiste bewirken. Wichtig für betroffe Kinder sind die Wertschätzung ihrer Leistungen, erreichbare Ziele vor Augen zu haben und Erfolgerlebnisse zu haben, die auch gelobt werden. Man sollte die Kinder in ihren Stärken loben, nicht ihre Schwächen bemängeln oder sogar bestrafen. Was die Medikamente angeht, so bin ich auch der Meinung, dass sie helfen können. Meist sind sie aber nicht zwingend notwendig. Wenn das Umfeld des Kindes fähig und stark genug ist, sein Verhalten zu ändern und sich eine Weile länger mit dem Kind und seinem anstrengenden Verhalten GEZIELT auseinanderzusetzen, sind die Medikamente nicht nötig. Als Nebenwirkungen von Medikamenten habe ich bisher nur Müdigkeit wahrgenommen. Hierbei ist es einfach wichtig, wenn sie denn verabreicht werden, die richtige Dosis und das richtige Präparat zu finden. Dies kann natürlich am Anfang etwas dauern und die Beteiligten sehr fordern, erleichtert aber die Zeit danach. Dazu sollte man sich auch fähige Ärzte oder Therapeuten suchen, die regelmäßige Gespräche führen, ob die Medikamente noch nötig sind, und zwar nicht nur mit der Frage "klappt es mit den medikamenten" - "ja" - neue Verscheibung. Dies passiert auch oft. Alles in Allem würde ich sagen, dass Medikamente zur Unterstützung der Familiären Situation genutzt werden können, mit dem Bewusstsein, dass sie nur eine Starthilfe für die Erarbeitung von Alternativen für das ganze beteiligte Umfeld. Sie dürfen keine Ausrede für eigenes VErhalten werden. Auch Therapien sind meiner Erfahrung nach nur dann vonnöten, wenn das Familiäre Umfeld unterstützt und entlastet werden muss.

Ich bin selbst Mutter einer 10 Jahre alten Tochter. Meine kleine hat auch ADHS. Es wurde im alter von 7 Jahren bei ihr diagnostiziert. Wir sind einen langen und harten Leidensweg durchgangen und ich habe mich jeden Tag selbst verabscheut, als ich ihr Ritalin geben mußte. Doch leider oder Gott sei Dank, wie man`s sieht, hat es ihr im schulischen als auch sozialem Bereich geholfen. Wir hatten alle Alternativen probiert. Aber nix was so richtig half. Bis vor kurzer Zeit. Eine Bekannte erzählte mir von einer sog. Cranio Sacral Therapie... Ich hatte offen gesagt schon keine Lust mehr, wieder etwas zu probieren, was sich im nachhinein als Tropfen auf dem heißen Stein erweist. Doch mein Gefühl einfach nichts unversucht zu lassen, hat mich dann dazu gebracht es doch zu probieren. Und siehe da: Ich habe meine Kleine in den letzten 5 Jahren noch nie so relaxt und entspannt und ausgeglichen erlebt. Sie selbst war total begeistert und freut sich schon auf das nächste Mal dort hin zu gehen. Man hat wirklich das Gefühl, irgendwelche Verspannungen oder wie man es nennen möchte, werden wie von Zauberhand gelöst. Vielleicht hilft Euch das ja auch. Mit den allerbesten Wünschen für ein Medikament freies Leben!!!

Das Optimum zur Behandlung von ADHS ist meist eine Kombination aus medikamentöser sowie verhaltenstherapeutischer Intervention.
Was die Medikamente angeht, kann die ich die Vorbehalte Deiner Nachbarin verstehen. Ritalin ist in den letzten Jahren stark in Verruf geraten. Allerdings konnte durch Studien mittlerweile eindrucksvoll belegt werden (Biedermann et al., 1999; Huss et al., 2001), dass Ritalin entgegengesetzt der Meinung vieler Laien nicht süchtig macht! Bei 70% der Kindern kann es gute Erfolge erzielen. Durch die Studien konnte herausgefunden werden, dass Ritalin sogar das Suchtrisiko verringert , was bei ADHS-Patienten im Erwachsenenalter verstärkt ist, wenn es im Kindesalter gut dosiert eingesetzt wird. Gearde bei ADHS (also nicht ADS) ist es eine intensive Überlegung wert medikamentös etwas zu tun.
Als Monotherapie allein reicht es meist jedoch nicht aus - verhaltenstherapeutische Programme sind für die Kinder wichtig, um mit ihrer Störung zurecht zu kommen - THOP von Döpfner, Schürmann & Frölich (1997) ist ein sehr erfolgreiches Therapiekonzept. Vorallem bindet es die Eltern stark in die Behandlung mit ein, das ist wichtig. Systemische Familientherapie wäre auch sinvoll. So wird ADHS zwar gröstenteils neurobiologisch verursacht, die äußeren sozialen udn familiären Umstände jedoch spielen eine große Rolle, wie stark sich die ADHS entwickelt.
Am Besten ist es wohl, wenn Hausarzt, Kinderpsychologe, Klassenlehrer sowie die gesamte Familie Deiner Nachbarin versuchen einen individuell am Störungsprofil des Kindes ausgerichteten Behandlungsplan zu entwerfen.
Das wäre meine Empfehlung. Alles Gute und liebe Grüße von reggiani (Dipl.Psychologin)

Als selbstsituativ und Vater eines ADHS Kindes ist diese Antwort eine Lachnummer... Ritalin schön zu reden ist ... Sorry... Das ist unglaublich !!!!!!!! RITALIN ist ein TEUFELSZEUG !!!!!!!!!!!!! Und das von einer DPs. ... Mann, Mann...

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@Pestopappa

Recht haste, ich habe ritalin schon genomnmen und jetzt seit 5jahren concerta, und ancheinen bin ich süchtig, habe nämlich wenn ich se ned genommen habe, schon nach 3std das verlangen nah den tabletten

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@richmaster

Dann bist du anscheinend ein kleiner Falschdiagnosenfall, denn normale ADSler können bei normaler Dosis danach gar nicht süchtig werden. Ich nehme das seit 10 Jahren, mein Bruder seit 12, meine Mutter seit 8. Bei uns ist das noch nie vorgekommen.

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Ernährungsumstellung! Weg von viel Zucker, Fett, und leeren Kalorien! Nahrung geben mit viele Nährstoffe! Es funktioniert bei uns mit 8 Kinder und 5 davon Buben, welche man auch so abgestempelt hat. Ich habe KEIN Medikamente gegeben, lehne es strikt ab! Und gerade mein 3-tes Kind der wirklich uns viele Probleme gemacht hat, ist uns zur große Freude geworden! Es gibt keine leichte, schnelle Lösung. GEDULD, Liebe, ja auch strenge, und gezielte sportliche Aktivitäten und zusammen halten!

Hallo Nutzerin, in meinem Freundeskreis tritt ADHS auch zunehmend auf. Die meisten hatte gute Erfolge mit Homöopathie, und die Behandlungen wurden sogar von der Kasse bezahlt! Weiter hatten wir bei unseren Recherchen herausgefunden, dass die Kinder weniger hyperaktiv war, als die tägliche Zuckermenge eingeschränkt wurde. Eine Freundin konnte ihr Kind sogar von Autogenem Training überzeugen, und es wurde sehr viel ausgeglichener. Auf jeden Fall ist es sinnvoll, zunächst alternative Methoden auszuprobieren, denn das so gern verordnete Methylphenidat bewirkt in vielen Fällen hohen Blutdruck, Herzprobleme und Halluzinationen- sicher nicht wünschenswert. Liebe Grüße!

Ich muss darauf hinweisen, dass homöopathische sowie diätische Behandlungen wissenschaftlich nicht als wirkungsvoll belegt gelten.
Was natürlich nicht davon abhalten sollte auch damit zu arbeiten - ich selbst bin ein großer Fan von homöopathischen Heilmethoden. Als alleinige Therapie wird es wohl bei einer ausgeprägten ADHS nicht ausreichen. Zusätzlich zur Kombination aus medikamentöser sowie verhaltenstherapeutischer Intervention ist es natürlich immer gut, wenn das Kind auch Entspannungstechniken lernt ... alles was dem Körper und der Seele Wohlempfinden bereitet und zur Entspannung beiträgt, ist nützlich!
Liebe Grüße, reggiani (Dipl. Psychologin).
PS: Die von harmony beschriebenen Nebenwirkungen von Methylphenidat können von wissenschaftlicher Seite nicht bestätigt werden! Die Forschung ist in ständiger Entwicklung; richtig dosiert kann Ritalin sehr gut wirken und ohne größere Nebenwirkungen (wenn, dann meist zu Beginn der behandlung, wenn die Dosierung eingependelt wird)eingenommen werden. Bitte baut die Vorurteile gegen Ritalin ab - es könnte wirklich eine Hilfe für die Kinder sein, gerade jene mit ADHS - vielleicht könnt ihr Euch nicht vorstellen, wie sehr diese Kinder unter der sozialen Ausgrenzung, die sie oft erfahren zu leiden haben. Als alleinige Therapie würde ich die gabe von Methylphenidat, wie in meiner anderen Antwort bereits erläutert, nicht empfehlen!

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Die Diagnose ist oft falsch ! Kenne ich aus eigener Erfahrung.Lass dir mal ein Rave Chart von dem Kind machen.Hier : http://newsunware.com/ger/FreeChart/Default.asp und melde dich per mail. Oft wird der Individualität des Verdauungssystems nicht Rechnung getragen bzw der Individualität des Kindes !! Lg HaPe

Eine sehr gute Möglichkeit wäre die Kinesiologie. Begleitend zu Maßnahmen wie wenig Zucker und Fernsehkonsum, kann sie vielfältige Blockaden auflösen und für ein gutes Zusammenspiel der beiden Gehirnhälften sorgen. Lass Dich mal am Besten bei jemanden beraten, der das anbietet.

Ja, Kinesiologie ist eine gute Wahl, wenn man die

Kinder nicht mit Chemie vollstopfen möchte.

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Wichtig ist es, die Komplexität des Alltags zu verringern und den sensorischen Input zu verkleinern. Also: Fernsehen stark begrenzen, Ruhezeiten einbauen, Struktur geben, Rituale in den Alltag einbauen, die Zahl der Freizeitangebote verringern.

Ich habe als Pädagoge in einem Kinderheim gearbeitet und selbst in schweren Fällen zusammen mit medikamentöser Einstellung gute Erfolge gesehen.

Vor Beginn der Behandlung saß so manches Kind vor lauter innerem Aufruhr buchstäblich auf dem Dach. Nach Beginn der Behandlung waren auf einmal wieder gemeinsame Mahlzeiten und Unterhaltungen möglich und die Lehrerin war erstaunt, dass sie nicht länger während des Unterrichts mit Gegenständen beworfen wurde.

Uns wurde übrigens von einem führenden Forscher der Marburger Universität bestätigt, dass der weitgehende Verzicht auf Zucker tatsächlich das Gesamtbild verbessert.

Bei diesen Krankheiten sollte zuallerst die gesamte Ernährung auf Zusatzstoffe untersucht werden, die dann gründlich gemieden werden müssen. Vor allem Haltbarmacher, so gut wie alle Farbstoffe, Glutamat und noch vieles mehr bringen den Stoffwechsel so durchnander, daß es zur Entgleisung kommt. Die hektische Umwelt mit ihre absoluten Reizüberflutung tut dann noch das ihre.

Da kann man ja nicht mehr gesund und ausgeglichen bleiben.

"ADHS" ist eine äußerst unzuverlässige Diagnose. Es gibt keine objektiven diagnostischen Kriterien für ADHS - keine neurologischen Merkmale, keine Bluttests... Es gibt keine körperliche Untersuchung, mit der eine ADHS - Diagnose bei einem Kind zuverlässig festgestellt werden kann.

Siehe hier: http://www.zentrum-der-gesundheit.de/adhs.html

Auf keinen Fall zu viele Spielsachen,dann ist das Chaos perfekt vielleicht hilft dir diese Seite weiter http://www.adhs.de

Da hast Du recht - Struktur und Grenzen geben dem Kind Orientierung und Sicherheit, die brauchen alle Kinder, und vor allem Kinder, die in ihrem Wahrnehmungsprozess derartig überbelastet sind, wie Kinder mit ADHS.

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Was hast Du mit Deiner Nachbarin zu tun, ist das die aus Deiner vorherigen Frage. Das entscheidet doch die Mutter selbst.

sehr hilfreich, Frau HerrLich...

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Schau mal hier nach: http://www.grosselternportal.de/pageID_4786878.html. Und wenn du dann auf dieser Seite bist, dann lies auch mal nach unter "Kind und Natur".

eule65

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