Mit welchem Strafmaß ist zu rechnen bei häuslicher Gewalt mit Körperverletzung?

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4 Antworten

Eine Körperverletzung (223 StGB) stellt ein relatives Antragsdelikt dar.

Bedeutet: Die vorsätzliche Körperverletzung nach § 223 wird nur auf Antrag verfolgt, es sei denn, dass die Strafverfolgungsbehörde wegen des besonderen öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung ein Einschreiten von Amts wegen für geboten hält.

Aufgrund der Verletzungen und Wiederholungen, kann hier ein öffentliches Interesse gegeben sein, so dass auch ohne Antrag eine Strafverfolgung von Amts wegen erfolgt.

Aber es sollte trotzdem ein Strafantrag gestellt werden.

Die Frist beträgt 3 Monate.

Die Frist beginnt mit Ablauf des Tages, an dem der Berechtigte von der Tat und der Person des Täters Kenntnis erlangt.

Es kann aber auch passieren, dass die Staatsanwaltschaft das Strafverfahren einstellt und auf den Privatklageweg verweist, wenn sie kein öffentliches Interesse sieht. Dies wäre hier wohl eher unwahrscheinlich.

Die Privatklage kann ohne Mitwirkung der Staatsanwaltschaft durch den Verletzten einer Straftat betrieben werden. Die Staatsanwaltschaft wählt oft diesen Weg, um gegenüber "Massenverfahren" entlastet zu werden.

Erfolgt keine Privatklageverweisung, so kann die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen eine Auflage (153a StPO) einstellen.

Eine weitere Variante wäre der Strafbefehl, hierbei wird dem Täter ohne Hauptverhandlung eine Geldstrafe erteilt. Die Geldstrafe bemisst sich nach dem Nettoeinkommen und der Schwere der Tat.

Die Anzahl der Tagessätze bestimmt sich nach der Schwere der Tat. Hier wären 50 Tagessätze wohl angemessen. Der Tagessatz bestimmt sich nach dem Nettoeinkommen.

Bsp. 1200 € netto pro Monat

Tagessatz 1500 € / 30 = 50 €

Folglich beträgt die Geldstrafe 50 Tagessätze zu je 50 €, also 2.500 €.

Tronje84 23.01.2013, 18:47

Das Rechenbeispiel bezieht sich auf 1.500 € netto pro Monat und nicht auf 1.200 € netto pro Monat. Habe mich verschrieben.

Achso...hier liegt keine schwere oder gefährliche Körperverletzung vor. Eine einzige Ohrfeige, die einen größeren Trommelfellriß verursachte, stellt noch eine normale Körperverletzung (223 StGB) dar.

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Für jede Tat gibt es eine Verjährungsfrist. Bei Körperverletzung liegt diese bei 10 Jahren. Innerhalb dieser Frist kann die Straftat noch angezeigt und verfolgt werden.

Die Beweislast liegt aber immer beim Opfer bzw. nachher bei der Staatsanwaltschaft. Wenn bei der Sache von 2008 min. von den Polizisten alle Tatsachen protokolliert wurden (z.B. vorhandene Verletzungen), so besteht gute Aussicht, dass dies auch nach dieser Zeit noch geahndet werden kann.

Nur wenn nichts vorliegt, kann man sich das sparen. Man kann zwar trotzdem Anzeige erstatten und hoffen, dass der Beschuldigte gesteht, aber große Aussicht darauf besteht oft nicht.

Bei der Sache handelt es sich übrigens um schwere Körperverletzung gemäß § 226 StGB. Die vorgesehene Strafe liegt bei 1 bis 10 Jahren Haft.

Geldstrafe und Bewährungsstrafe evetuell Freiheitsstrafe. Man kann mit beweisen immer jemanden anzeigen vorraus gesetzt es ist nicht 5 Jahre oder so her.

na ja, was es als strafe geben wird kann ich dir wirklich nicht sagen. aber die person sollte sich sowas nicht bieten lassen nd zeigen, daß sie in einem solchen fall die polizei einschaltet, denn wenn man sowas einmal zulässt wird die person es vielleicht auch wieder tun

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