Mit welchem Recht dürfen leidende Tiere eingeschläfert werden und Menschen nicht?

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11 Antworten

Ich finde es auch schlimm, wenn man Menschen unter Qualen zum leben zwingt. Hab auch schon das Ende von mehreren alten Menschen mitgekriegt. Bisher war es bei allen so, dass die sich wirklich gequält haben und ich mir am Ende gedacht hab "mein Gott, lasst den armen Kerl doch endlich gehen". Einen schönen Tod stelle ich mir anders vor.

In Deutschland ist die Situation wenigstens so, dass die passive Sterbehilfe erlaubt ist (also das Beenden von lebensverlängernden Maßnahmen) und dass der assistierte Suizid erlaubt ist (also dem Sterbewilligen ein Gift bereitstellen, was er aber noch selbst zu sich nehmen muss). 

Für beide Varianten ist es aber soweit ich weiß erforderlich, dass keine Besserung in Aussicht ist und dass die Person einen erheblichen Qualitätsverlust an seinem Leben hat. Also jemandem, der einfach grade depressiv ist und sich das Leben nehmen will, wird nicht geholfen.

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Man kann ja über eine Patientenverfügung schon viele Dinge selbst regeln. Auf lebensverlängernde Maßnahmen kann man verzichten, wenn man sich selber rechtzeitig damit auseinandersetzt und seinen Willen schriftlich festhält und möglichst dann auch verfügbar macht (so, dass die Dokumente im Ernstfall auch gefunden werden).

Aktive Sterbehilfe ist wieder eine andere Geschichte. Und noch schwieriger wird es, wenn der Wille des Patienten/Leidenden überhaupt nicht mehr erkennbar ist. Dabei spielen ganz tief verwurzelte Moralvorstellungen eine Rolle (Du sollst nicht töten) und letztlich will auch die Sterbehilfe niemand konkret ausüben. Ein Arzt hat lange studiert, um Menschen zu retten. Niemand kann verlangen, dass ein Arzt reihenweise seine Patienten "erlöst".

In der Realität haben die Menschen aus der Geschichte eben auch gelernt, dass das alles nicht so einfach ist. Unter dem Stichwort "Euthanasie" kannst Du ja mal nachlesen, was geschehen kann, wenn "andere" darüber entscheiden, welches Leben noch lebenswert ist und welches ausgelöscht werden sollte.

Trotzdem müssen diese Themen immer wieder diskutiert werden und über die nächsten Jahrzehnte kann sich die Meinung in Deutschland dazu auch ändern.

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Das ist schon lange eine hitzige Debatte. Der Grund weshalb es verboten ist, ist weil es technisch gesehen Mord ist. Ich persönlich finde das albern zumal es eigentlich auch nur von der hier immer noch die Regierung dominierenden Religion des Christentums kommt. Denn wie heißt es so schön in den zehn geboten? " Du darfst nicht töten." Zumindest kommt es mir so vor, wir hatten das Thema damals in Wirtschaftskunde und es ist vorallem die christlich demokratische union (CDU) die sich dagegen einsetzt soweit ich mich erinnere. Also ist es diese heuchlerische Religion die es verbietet Menschen zu töten, die sich nach dem Tod Sehnen.

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Kommentar von PatrickLassan
22.11.2016, 14:42

Ich persönlich finde das albern zumal es eigentlich auch nur von der hier immer noch die Regierung dominierenden Religion des Christentums kommt.

Alle anderen großen Religionen sehen das ähnlich.

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Kommentar von frax18
22.11.2016, 14:43

Das Töten in den Geboten bezieht sich eher auf das Zerstören von Leben ohne Sinn und Rechtmäßigkeit. Leben und leben lassen. Wenn du allerdings ein Tier oder Menschen tötest, um zu überleben ist es was anderes (z.B. Essen bzw. Notwehr). Und genauso verstehe ich einen Sinn bzw. Rechtmäßigkeit darin Sterbehilfe zu leisten, wenn es sich die betroffene Person unbedingt wünscht und sich ihre Entschlossenheit trotz aller Freiheiten auch nach längerer Zeit nicht ändert.

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Kommentar von DasRuedi
22.11.2016, 16:25

@patricklassan die hier dominierende Religion ist allerdings das Christentum. und @frax18 ich weiß wie es in den geboten gemeint ist, drum hab ich es auch als heuchlerisch bezeichnet.

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da sprichst du zwar ein interessantes, aber sehr heikles Thema an. Bei uns in der Schweiz ist Sterbehilfe grundsätzlich erlaubt.
Das mit dem 'Einschläfern' ist so eine Sache, es macht nämlich einen Unterschied, ob man die lebenserhaltenden Massnahmen (an Schläuche und Apparate angeschlossen sein) aufrechterhält bzw. fortführt oder eben nicht fortführt, oder ob man ein Präparat bzw. Gift injiziert bekommt. (aktive vs. passive Sterbehilfe).
ich finde allgemein, dass der Wille einer (sterbenden) Person höher zu gewichten ist, als der Wille oder die Regeln der Gesellschaft.
Bei rein psychischen Erkrankungen seh ich das nicht so, da eben die Psyche der Betroffenen zu stark 'eingeschränkt' ist, dass auf deren Beurteilung wirklich Verlass ist.
LG

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Kommentar von frax18
22.11.2016, 14:50

Wie auch immer ein Mensch eingeschränkt ist, das spielt eigentlich keine Rolle. Wenn eine Person aufgrund einer kaputten Psyche nicht mehr eigenständig agieren kann und keine Lebensqualität mehr hat, dazu neigt nichts mehr zu essen, nicht mehr richtig zu schlafen und sich ständig selbst ständig zu verletzen oder anderweitig selbst zu zerstören, dass man sie nur noch mit Zwangsjacke ans Bett fesseln sollte. Meinst du solche Menschen verdienen nicht über ihr eigenes Leben entscheiden zu dürfen? Die Verantwortung für Besserungsaussichten bzw. Hilfe will am Ende keiner tragen, aber sie auf Intensivstationen mit Medikamenten vollzupumpen und einzuschließen ist okay? Ein Mensch muss sich in erster Linie selbst helfen können und wenn er das nicht kann, muss ihm echte Hilfe von außen geboten werden, wenn das allerdings nichts bringt, sollte er sehr wohl über sein wichtigstes Eigentum selbst entscheiden dürfen können, nämlich sein Leben.

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Kommentar von cherics78
22.11.2016, 18:09

hm; du widersprichst dir in einem Punkt selber:
"wenn eine Person aufgrund einer kaputten Psyche nicht mehr eigenständig agieren kann..."
Da sagst du's ja selbst: Wenn eine Person nicht mehr eigenständig agieren kann, warum sollte diese Person dann EIGENSTÄNDIG urteilen können, was für sie das Beste ist??
Zweitens: Die Psyche, im Gegensatz zum Körper, ist doch in dieser Hinsicht etwas variabler. Was ich meine: Wenn jemand vom Hals abwärts bis zum kleinen Zeh gelähmt ist, ist dieser Zustand irreparabel. Die Psyche hingegen ist immer ein Abbild der MOMENTANEN Situation. In sehr kurzer Zeit können krasse Veränderungen (positiv und negativ) entstehen. Nur weil jemand im Moment unbedingt sterben will, heisst das nicht, dass dies in einem halben Jahr auch so ist!
Drittens: Du willst ja nicht im Ernst sagen, dass jemand mit einer schweren psychischen Störung (u.a.Schizophrenie) noch eigenständig urteilen kann?-und, man diese Person jetzt vom Dach springen lassen soll, nur weil er/sie es grad möchte!?!!!

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Menschen und Tiere werden im Gesetz unterschiedlich behandelt. Tiere sind nach dem Gesetz "Sachen" und keine Lebewesen.

Deshalb kannst du Menschen und Tiere - unter juristischem Aspekt - nicht miteinander vergleichen. Dennoch wird im Tierschutzgesetz der Tatsache Rechnung getragen, dass Tiere Lebewesen sind. Unbestritten ist natürlich, dass der Gesetzgeber noch sehr viel im Tierschutzgesetz verbessern muß.

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Kommentar von frax18
22.11.2016, 14:38

Naja, ich denke da vor allem an Haustiere. Allerdings sehe ich zwischen Mensch und Tier keinen Unterschied als Lebewesen, vor allem wenn es größere und lernfähige Säugetiere sind, wie z.B. Hunde.

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Kommentar von PatrickLassan
22.11.2016, 14:41

Tiere sind nach dem Gesetz "Sachen" und keine Lebewesen.

§ 90a BGB:

Tiere sind keine Sachen. Sie werden durch besondere Gesetzegeschützt. Auf sie sind die für Sachen geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden, soweit nicht etwas anderes bestimmt ist.

https://dejure.org/gesetze/BGB/90a.html
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Im Prinzip weiss der Mensch sich schwer in der Natur einzuordnen. Es gibt das Beispiel, wenn er einen hohen Berg herauf klettern will. Sieht das nicht irgendwie komisch aus?

Das Gesetz verbietet Selbstmord. Man kann auch nicht gesetzlich festlegen ob "jemand" lang genug lebt und von seinem Körper befreit werden möchte.

Wenn ein Tier leidet und der Tierarzt und die Natur, alles für das Tier mögliche getan hat, dann gibt der Mensch ihm das Recht damit zu Sterben und schläfert es ein.

Ob es eine schöne Art zu Sterben ist kann wohl niemand sagen. Manchmal geht die Natur, zudem wir Menschen ja auch gehören, Wege um eine Balance bzw. ein Gleichgewicht herzustellen oder wieder herzustellen.

Den Mensch kann man fragen ob er Sterben möchte, das Tier nicht, da muss dann der menschliche Verstand und das Herz handeln, und eine Entscheidung treffen, wenn dadurch wieder ein Gleichgewicht hergestellt werden kann, was ich bezweifel. Denn es gibt schon kein Gleichgewicht mehr in der Natur.

Ich glaube diese Frage ist sehr umfangreich da Sterben allgemein als nicht erfreuliches Ereignis angesehen wird.

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Weil menschliches Leben aus irgendwelchen mir nicht bekannten Gründen als wertvoller betrachtet wird.

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Kommentar von PatrickLassan
22.11.2016, 14:43

Dann überleg mal, vielleicht fallen dir ja ein paar Gründe ein.

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nein es wäre nicht verwerflich... aber sage mir, wo sollen die Personen herkommen die das prüfen sollen. wenn in manchen ländlichen Gegenden noch nicht einmal die Hausarztversorgung gewährleistet ist, geschweige denn in manchen Gegenden die Notarztversorgung  

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Weil das Strafgesetzbuch nur für Menschen gilt.

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Aus ethnischen Gründen. Man soll Tiere nicht gleich oder höher stellen als wie den Menschen.

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weil Sterbehilfe bei den Menschen bei uns einfach nicht legal ist..  

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Kommentar von frax18
22.11.2016, 14:27

Das weiß ich, aber das ist keine Antwort auf die Frage...

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