Mit was müssen wir rechnen, Drogenbesitz bei 17Jährigen macht gerade den Führerschein?

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6 Antworten

Hallo ninamaus1989,

hier gab es ja nun zahlreiche Antworten durch meine Vorredner, nur sind die Antworten alle vollkommener Quatsch.

Dein Bruder muss weder mit dem Entzug der Fahrerlaubnis, noch muss er mit einer Sperre rechnen, denn diese Folgen sind nur dann möglich, wenn Dein Bruder eine Straftat die er bei oder im Zusammenhang mit dem Führen eines Kraftfahrzeuges oder unter Verletzung der Pflichten eines Kraftfahrzeugführers begangen hätte.

Was jetzt passieren wird ist, dass die Polizei gegen Deinen Bruder wegen des einen Joints ein Strafverfahren nach folgender Rechtsgrundlage einleitet:

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§ 29 BTMG - Straftaten

(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer

  1. Betäubungsmittel unerlaubt anbaut, herstellt, mit ihnen Handel treibt, sie, ohne Handel zu treiben, einführt, ausführt, veräußert, abgibt, sonst in den Verkehr bringt, erwirbt oder sich in sonstiger Weise verschafft,
  2. eine ausgenommene Zubereitung (§ 2 Abs. 1 Nr. 3) ohne Erlaubnis nach § 3 Abs. 1 Nr. 2 herstellt,
  3. Betäubungsmittel besitzt, ohne zugleich im Besitz einer schriftlichen Erlaubnis für den Erwerb zu sein,

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Im Falle einer Verurteilung muss Dein Bruder mit 17 aber nicht mit der im Gesetz angeführten Geld.- oder Freiheitsstrafe rechnen, sondern er kann allenfalls eine Erziehungsmaßregel auferlegt bekommen.

Aber das es zu einer Verurteilung kommt halte ich für unwahrscheinlich.

Wahrscheinlich wird die Staatsanwaltschaft das Verfahren nach folgender Rechtsgrundlage einstellen:

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§ 153 StPO - Absehen von der Verfolgung bei Geringfügigkeit

(1) Hat das Verfahren ein Vergehen zum Gegenstand, so kann die Staatsanwaltschaft mit Zustimmung des für die Eröffnung des Hauptverfahrens zuständigen Gerichts von der Verfolgung absehen, wenn die Schuld des Täters als gering anzusehen wäre und kein öffentliches Interesse an der Verfolgung besteht. Der Zustimmung des Gerichtes bedarf es nicht bei einem Vergehen, das nicht mit einer im Mindestmaß erhöhten Strafe bedroht ist und bei dem die durch die Tat verursachten Folgen gering sind.

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Damit bleibt die Tat aller Wahrscheinlichkeit für Deinen Bruder ohne strafrechtliche Folgen.

Auch Folgen auf seine bevorstehende Führerscheinprüfung sind nicht zu befürchten. Das er wegen den einen Joint die MPU machen muss ist ebenfalls ausgeschlossen, vor allem da er ja nicht am Steuer mit dem Joint erwischt worden ist. Die MPU ist nicht einmal dann anzuordnen, wenn er am Steuer mit dem Joint angetroffen worden währe, aber der THC - Gehalt im Blut unter 1,0 ng/ml gelegen hätte. Siehe diesbezüglich den folgenden Link:

https://www.anwalt.de/rechtstipps/thc-unter-ngml-keine-mpu-ohne-zusaetzliche-hinweise-fuer-einen-mehrfachkonsum_067802.html

Ob man den Typ von Rockuser befolgt und sich einen Anwalt nimmt muss jeder für sich entscheiden.

Das Verfahren wird meines Erachtens auch so eingestellt und Folgen auf seine bevorstehende Führerscheinprüfung sind meines Erachtens nach ebenfalls nicht zu befürchten.

Meiner Meinung nach, kann man sich die Kosten für den Rechtsanwalt sparen, aber wer sich mit Rechtsanwalt sicherer fühlt, macht zumindest nichts verkehrt, wenn er sich einen nimmt.

Schöne Grüße
TheGrow

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 Die Führerscheinstelle wird wahrscheinlich darüber Kenntnis bekommen. Eventuell wird er als nicht geeignet eingestuft und für ein, zwei Jahre gesperrt und kann so keinen Führerschein machen. Kann auch sein, das er dann vorher zur MPU muss.

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Dein Bruder sollte sich einen Anwalt nehmen.

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Wenn es die Führerscheinstelle mitbekommt: Sperrfrist und eventuell MPU-Anordnung vor einem neuen Versuch, den Führerschein zu bekommen.

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Er muss damit rechnen, dass er den Führerschein nicht mehr machen darf weil die geistige  Reife fehlt.

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Kommentar von ninamaus1989
19.05.2016, 12:06

und wie lange darf er den nicht machen

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Lappen ade! MPU! Dagegen ist kein Kraut gewachsen!

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