Mit Tod des Vaters umgehen?

8 Antworten

Hallo XxMDxX96,

erstmal mein aufrichtiges Mitgefühl für Dich.

Es ist sehr lieb von Dir, dass Du zunächst an Deine Mutter und Deinen kleinen Bruder gedacht hast und für sie da warst. Aber das hat Dir wohl auch keine Zeit und keinen Raum für Deine eigene Trauer gelassen. Und die kommt jetzt erst so richtig raus. Deshalb lasse mich Dir sagen, dass das, was Du im Moment empfindest zwar schlimm ist, aber auch gut.

Gut insofern, weil Trauer etwas ganz Wichtiges ist. Und es ist gut, dass sie sich jetzt endlich ihren Raum 'einfordert'. Täte sie das nicht, würde sie sich in Dir einkapseln, wäre das langfristig schlimmer als das, was Dir gerade widerfährt. Das könnte zu vielerlei Krankheiten führen.

Also versuche bitte, diesen Seelenzustand so anzunehmen wie er ist. Und es ist Dein gutes Recht, traurig zu sein. Jetzt ist auch die richtige Zeit dazu.

Dein Vater wird in Deinem Herzen immer seinen Platz haben und sofern die Nahtod-Forschungen von Elisabeth Kübler-Ross stimmen, und davon kann man ausgehen, werden wir uns alle irgendwann auf der 'anderen Seite' wiedersehen.

Aber bis dahin geht Dein Leben weiter, möchte von Dir aktiv gelebt und gestaltet werden. Und es gibt noch so vieles zu tun, was auf Dich wartet. So viele schöne Erlebnisse und spannende Erfahrungen, von denen Du nur gerade noch nicht ahnst. Denn dazu ist jetzt nicht die Zeit, sondern für die Trauer.

Aber der Schmerz der Trauer wird auch wieder vergehen und bald werden die schönen Erinnerungen an Deinen Vater immer mehr in Dein Bewußtsein gelangen. Oft wirst Du mit einem Lächeln an ihn denken werden. Aber bedenke bitte auch: Wenn er Dich irgendwann dort erwartet, wo er jetzt ist, wäre er sicherlich sehr traurig und enttäuscht, wenn Du nun Deine berechtigte Trauer nicht angehen und vergehen lassen würdest. Also lebe, auch für ihn. Tue Gutes, Dir und anderen.

Falls Du das nicht allein schaffen solltest, schließe Dich bitte einer Trauergruppe an oder suche einen Trauerberater oder Trauertherapeuten auf. Je nachdem wie schmerzhaft es für Dich, käme auch eine Traumatherapie in Betracht. Gehe die Trauer durch und finde wieder zurück in DEIN LEBEN :-)

Ich wünsche Dir ein wundervolles Leben

Buddhishi

Tut mir sehr leid für dich und deine Familie. 

Ich verstehe die Situation, in der du dich befindest sehr gut. Mein Vater ist verstorben als ich 10 Jahre alt war. Ich kann mich seit dem Tag der Beerdigung an ungefähr 2 Jahre überhaupt nicht mehr an irgendetwas erinnern - komplettes Loch. 

Nicht an ihn zu denken ist unrealistisch, an ihn zu denken wird dich traurig machen. Das kannst du leider nicht vermeiden. Du musst deine Trauer aber nicht unterdrückenur, sonst erleidet du möglicherweise ein tiefgreifendes Trauma. 

Diese Art von Dingen brauchen Zeit. Es hilft dir vielleicht deine Trauer mit deiner Familie zu teilen, da sie das am besten nachvollziehen können und du fühlst dich mit der Traurigkeit nicht allein. Nach einer Zeit wird die Trauer hoffentlich verblassen  und du wirst dich gern an ihn Erinnern, über die Zeit lachen und es geniessen, aber es wird hinterher nicht mehr ganz so weh tun , weil die Distanz dazu dich lehren wird, damit umzugehen.  

Ich wünsche dir viel Kraft und Geduld, auch mit dir selbst. 

als meine beiden Eltern verstorben sind als ich 12 war ich fertig mit  der welt und hatte jahre lang tiefe deprissionen.

Aber dadurch das ich in einer neuen familie gelandet bin die mich sehr unterstützt Geht es mir besser. Natürlich bin ich noch sehr oft deprimiert aber was soll man sonst sein.

Sicher helfen freunde /Familie die übrigbleibt aber am besten hat mir die zeit geholfen. Zurück zu denken und zu lächeln anstatt zu weinen.

Glaube es ist für dich auch schwer zu sehen wie deine mutter auch leidet. Versucht euch villeicht gegenseitig aufzubauen.

Hoffe du überstehst die Zeit

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