Mit Schulden aus einer Erbengemeinschaft?

...komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Das kommt nun stark drauf an, als was ihr Mann unterschrieben hat und es kommt drauf an, ob ihr Mann im Grundbuch als Eigentümer steht. Denkbar sind grundsätzlich zwei Varianten:

A) Bürgschaft

B) Gesamtschuldnerschaft

Grundsätzlich wird beim Verkaufserlös zuerst die Bank ausbezahlt. Alles danach stellt den Gewinn dar.

Im Falle einer Bürgschaft und sollte er nicht im Grundbuch stehen, wird ihr Mann nur dann herangezogen, wenn die Schulden höher sind als der Verkaufserlös des Hauses. Nehmen wir der Einfachheit an, dass der Mann einen Bruder hat. Bleibt Geld nach Ausbezahlen der Bank übrig, wird es 50:50 zwischen dem Bruder und ihrem Mann aufgeteilt.

Wenn das Geld zur Schuldentilgung nicht ausreicht, erben der Bruder und ihr Mann jeweils die Hälfte der Schulden. Die Bank wird dann vermutlich der Einfachheit halber von ihrem Mann das restliche Geld verlangen und der kann sich zumindest die Hälfte davon von seinem Bruder zurückholen.

Bei einer Gesamtschuldnerschaft ist es etwas anders. Da kommt stark drauf an, wem das Haus nun eigentlich gehört, was also im Grundbuch steht. Sollte der Vater das Haus auf ihren Mann ganz oder teilweise überschrieben haben, das aber weniger als zehn Jahre zurück liegen, steht dem Bruder ggf. pro Jahr ein Zehntel des Erbes zu.

Im ersten Schritt schaut man sich also an, was dem Bruder eigentlich als Erbteil zusteht. Ist es die Hälfte des Hauses? Ist es weniger? Sobald man das weiß, wird wieder geschaut, wie hoch die Schulden sind und wie viel davon ein Verkauft tilgt. Der Rest wird dann gemäß dem ermittelten Anteil auf die Erben aufgeteilt.

Aus Sicht der Bank ist es in jedem Fall einfach: Sie kann wahlweise gegenüber den Erben oder gegenüber dem Mann als Kreditnehmer die Hand aufhalten.

Und um es nun rund zu machen: Die Schulden des Mannes und des Miterben, die getilgt wurden, könnte man als Schenkung ansehen. Auch hier wieder die Formel, dass pro Jahr ein Zehntel davon in die Erbmasse fließt. Wenn die Schenkung länger als zehn Jahre zurück liegt, steht den übrigen Erben nichts mehr aus der Schenkung zu.

Keine Bürgschaft.Er ist Mitkreditnehmer.Im Grundbuch steht jetzt mein Mann und seine beiden Brüder.Allen drei gehört jetzt die Immobilie.Erbengemeinschaft.

0
@mepeisen

Bis vor drei Jahren alleine der Schwiegervater.Danach mein Mann.Bis heute!

0
@Gritt

Wie ich schrieb: Die Zahlungen des Schwiegervaters bis vor drei Jahren könnte man als Schenkung ansehen.

Die Verrechnung kann ggf. etwas kompliziert werden. Schenkungen von vor 3 Jahren müssen zu sieben zehntel ins Erbe zurückfließen. Schulden von vor 4 Jahren zu sechs zehntel usw.

Man kann es auch andersherum machen: Wenn das Haus verkauft wird, bekommt dein Mann deutlich weniger als die anderen Erben aus dem Verkaufserlös. Denn er muss die Schulden ausgleichen.

Ist etwas Mathematik, sollte aber ein Notar hinbekommen. Ich würde der Erbengemeinschaft empfehlen, einen zu bestimmen, der das Haus für mindestens XXX € zu verkaufen versucht. Sobald der Verkauf möglich ist, müssen alle Erben zum Notar, da kann man dann das mit dem Kredit ansprechen, die Auszüge vorlegen, also was der Vater seinerzeit bezahlte und was der Mann und der Notar muss das dann entsprechend verrechnen.

0
@mepeisen

Das Haus mit Grundstück wurde von der Bank auf die Verbindlichkeiten,die auf dem Haus liegen geschätzt.Ein weiteres Gutachten gibt es nicht.Also,sollte das Haus verkauft werden,bliebe am Ende nichts bis sehr wenig übrig.Jetzt befürchtet mein Mann,das seine Brüder ihr entgangenes Erbe einklagen könnten...

0
@Gritt

Ja, das können sie auch bis zu einem gewissen Punkt, wie ich bereits geschrieben habe.

1
@mepeisen

Bis jetzt zahlt keiner der Miterben an dem Kredit mit ab! Die Zahlungen tätigt immer noch mein Mann alleine.

0
@Gritt

Wenn andere auch davon profitiert haben, hat der Mann ggf. einen Ausgleichsanspruch gegenüber den anderen Erben. Sollte man im Erbfall geltend machen. Das muss dann am Ende verrechnet werden. Diejenigen, die von den Schulden profitiert haben, müssen das den anderen dann ausgleichen.

1

Grundsätzlich ja.
Daas Haus hat einen Wert, nur der ist von Interesse, nicht ob das Haus verkauft wird oder nicht.

Wie hoch der Anspruch der Miterben ist steht im Erbschein (Anteile), diesen jeweiligen Anteil können die Miterben in vorm von Münzen und Scheinen fordern, oder hilfweise Teilungsversteigerung des Hauses beantragen.

Aber bitte, diese Miterben haben in eben diesen Anteilen auch die Schulden die auf dem Haus lasten mitgeerbt.

Bei einem Verkauf der Immobilie endet die Erbengemeinschaft nicht. Schließlich sind noch Vermögenswerte und Verbindlichkeiten vorhanden. Die Erbengemeinschaft endet, wenn sie sich vollständig auseinandergesetzt hat. Da die Erben ebenso in den Darlehensvertrag eintreten (nach dem Vater), muss dieser auch von ihnen bedient werden. Das wird vermutlich aus der Kaufpreissumme geschehen, wenn der Kredit mit einer Grundschuld gesichert ist. Unterschiedliche Leistungen auf die Darlehenssumme können dann bei der Erbauseinandersetzung berücksichtigt werden, z.B. indem dein Mann weniger erhält.

Aber den Vertrag hat mein Mann mit seinem Vater unterschrieben.Wie können da die anderen Erben in den Darlehnsvertrag eintreten?Für die Schulden des Vaters ja,aber auch für den Anteil meines Mannes am Darlehn?

0
@Gritt

Dein Mann und dessen Vater sind mit höchster Wahrscheinlichkeit Gesamtschuldner, das ist so üblich. D.h. sie haften beide für die volle Darlehenssumme. Im Innenverhältnis kann dann gut und gerne jeweils 50% gelten, aber diese Vereinbarung wirkt nicht gegenüber der Bank, sondern nur zwischen den Darlehensnehmern. Daher sind nun nach dem Erbfall Darlehensnehmer die Erben des Vaters und dein Mann.

0
@Ronox

Angeblich  der Kreditanteil meines Mannes und nochmal ein drittel vom Anteil des Vaters am Kredit,das sollen die Schulden meines Mannes dann sein,wenn das Haus verkauft würde.Kann das so stimmen?

0

Klingt plausibel, aber sicher kann ich das von hier aus nicht sagen.

1
@Ronox

Ok.Dennoch Danke für das Bemühen.

0

Was für ein entgangenes Erbe?

Die anderen haben doch Anteile an der Immobilie des Vaters mit der Belastu,öng geerbt.

Also wird aus dem Kaufpreis der Kredit getilgt und der Restbetrag im Verhältnis der Anteile an der Erbengemeinschaft geteilt.

Mit engangen meinte ich,das beim Verkauf ja die Schulden meines Mannes aus dem Kredit getilgt werden.Somit bekommen die Miterben wenig bis gar nichts aus dem Verkauf.

0
@Gritt

Ja aber war das denn ein Kredit Deines Mannes für private Dinge? Oder war es ein Kredit mit seinem Vater zusammen?

Wenn der Vater Schulden hatte, ist das doch vom Vermögen abzuziehen. Es kann nicht sein, das ein Erbe die Schulden bekommt und die anderen Erben das Vermögen.

0
@wfwbinder

Der Kredit war mit seinem Vater zusammen.Das Haus wurde damals belastet um Schulden meines Mannes und eines heutigen Miterben zu tilgen.Natürlich kann man die Mitverschuldung des Miterben heute nicht mehr nachweisen.Im Vertrag stehen nur mein Mann und sein Vater.

0
@Gritt

Wie wäre es mit fairness? Der Betreffende wird sich ja wohl noch erinnern.

0
@wfwbinder

Fairness gibt es in diesem Erbfall leider nicht.

0

Was möchtest Du wissen?