Mit meinem Freund über Probleme reden?

2 Antworten

Hi DazaiOsamu,

ich finde, das wenn man mit einem Menschen zusammen ist, das genügend vertrauen vorhanden sein muss, um auch über sehr persönliche Themen/Probleme zu sprechen. Allerdings (und da kommt die Einschränkung) in wie weit dieses Vertrauen bei bestimmten Themen gegeben ist, muss wiederum jeder für sich selber entscheiden. Beispiel: Es gibt Menschen, die können offen mit jeden X-beliebigen Menschen über ihre Kindheit sprechen, die Dominiert war von einer Alkoholsüchtigen Mutter und dessen unaussprechlichen Hass auf sie und der Hölle die von ihr (Psychisch wie Physisch) auf einen niederging! Aber über Sexuelle Aktivität/Liebesleben, ist das wiederum ein No Go, weil es dem betreffenden zu sehr persönlich betrifft! Und bei anderen wiederum ist es ganz genau andersrum. Das eigene Sexleben wird offen und breit besprochen/erzählt, aber die Erlebnisse mit der Alkoholsüchtigen Mutter in der Kindheit, wird verschwiegen! Das ist halt individuell verschieden. Vielleicht/eventuell eine Sache der Gewohnheit von Kindheitstagen an???

Vorschlag für Dich: Du sagst, das Du unter einigen psychischen Problemen leidest. Ich will dies jetzt nicht verharmlosen, verstehe mich daher bitte nicht falsch!!! Einige bedeutet, das es mehr als zwei sind. Was wäre wenn... Du jenes Deiner Probleme nimmst, das DU selber, als das harmlosestes siehst, nimmst, und dies mal zur Sprache bringst? Sagen wir mal als Beispiel: Das "kleinste" Problem wäre bei Dir (aus Deiner Sicht gesehen), Schlafstörungen! Beispiel, Du gehst um 22Uhr ins Bett, nach 30 Minuten schläfst erst ein, nach 1 Stunde biste wieder hellwach, schläfst dann wieder recht schnell wieder ein, um 4 Uhr biste aber richtig wach, so das Du aufstehen musst (weil Du nicht mehr einschlafen kannst) Dann schläfst wieder ein, aber nur für ne Stunde, bist Dann wieder kurz wach. Und wenn der Wecker klingelt, fühlst Dich so, als wenn Du die Nacht durchgemacht hättest. Bei diesem Thema (was für Dich das kleinste Problem wäre) könntest Du sehen/testen, wie Dein Freund darauf reagiert. Ob er Dein Problem ernst nimmt und sich damit ernsthaft beschäftigt um Dir zu helfen, oder ob es es als Bagatelle sieht/Dein Problem nicht ernst nimmt! Aber(!) vielleicht hat er ja auch den ein oder anderen Tipp für Dich parat um Dir zu helfen und vielleicht bringt Dich dies wiederum auf weitere Ideen, um Dir selber zu bei dem Problem zu helfen? Du kannst Dich ja langsam herantasten. Fange mit dem (aus Deiner Sicht) kleinsten Problem an. Sagen wir einfach mal: Der Monat Dezember ist der Monat für das Thema Schlafstörungen! Rede mit ihm darüber, beherzige seine Ratschläge, probiere es aus, und rede mit ihm über seine Vorschläge (die Du auch ausprobiert hast) und was man verbessern könnte. Bis das Thema erledigt ist. Jedoch beachte, dabei: Er ist Dein Fester Freund(!) und somit gibt es noch andere Themen außer das Thema "Meine Schlafstörungen!" Du weißt, wie ich es meine! Wenn das Thema dann für Dich erledigt ist, entscheide selber! Wie hat er auf dieses Problem von Dir reagiert? Hast Du das Gefühl, das Du ihm nun von Deinem zweiten "harmlosen" Problem erzählen könntest? Oder solltest Du doch lieber erst ca. ein Monat pausieren, bevor Du vom nächsten Problem erzählst? Wenn Du Dir bei dem nächsten Thema völlig unsicher sein solltest, kannst Du ja auch gewisse Andeutungen machen, um seine Reaktion auf dieses Thema allgemein zu sehen.

Themen, die uns selber sehr persönlich berühren/nahe sind und/oder für einen selber Unbehagen bereiten und/oder das Gefühl vermitteln, das man dadurch für andere sehr leicht angreifbar/verletzlich wird, sind solche Themen, die man gerne Todschweigen möchte! Dürfte verständlich sein. Ist ja auch ein Art Selbstschutz für einen selber! Wenn man jemanden (Freund/bester Kumpel/Freundin, fester Freund/Freundin davon erzählt, gibt man sich eine Art Blöße/Angriffsfläche. Also ruhig konzentriert und bestens geplant, herausfinden, wie die andere Person darauf reagiert/es sieht. Um sich selber weiterhin zu schützen, ABER auch um das Gefühl von eigener Sicherheit zu haben! Beispiel: Wenn Du mit etwas harmlosen anfängst, erfährst Du ja, wie er allgemein auf Deine Probleme reagiert, die Dir ja wichtig sind. Nimmt er sich dieser an und zeigt Interesse und liefert konstruktive Tipps/Hilfe und fragt nach einiger Zeit nach ob jener Tipp oder so Dir geholfen hat(!) ist es deutlich positiver zu werten, als wen er nur Antworten würde: "Du musst halt besser schlaf und fertig!" Du verstehst, wie ich es meine. Und wenn er bei Deinem kleinsten Problem, so eine Antwort liefert, dann könnte man sich schon denken, was er dann bei Deinem größten Problem von sich geben könnte.

Fazit: Versuch Dein kleinstes Problem mit ihm zur Sprache zu bringen und nutze dies dafür um zu sehen/erkennen, wie er damit umgeht/reagiert. Und wenn dies erfolgreich war, dann nimm nach einiger Zeit Abstand, das nächste Problem.

Wenn Dein Vertrauen ihn ihm bei diesen Dingen enorm gestiegen sein sollte und/oder er Dich gar ermuntert Dich ihm anzuvertrauen, dann entscheide selber, welches Problem Du Dich ihm als nächstes anvertrauen möchtest.

Ich hoffe, DazaiOsamu, ich konnte Dir etwas helfen und/oder Anregungen für weitere/eigene Ideen liefern. Bei Rückfragen, einfach Nachfragn.

Alles gute Dir!

es ist völlig okay mit deinem Freund darüber zu sprechen

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