mit meditation seinen lebensweg finden?

5 Antworten

Ich bin Buddhist der Soto-Zen-Tradition und habe ein paar Jahre Erfahrung mit buddhistischer Meditation. Daher möchte ich meine Meinung äußern.

Meditation ist aus meiner Sicht keine Weltflucht, oder eine Verweigerung des alltäglichen Lebens. Das wäre aus meiner Sicht ein falsches Verständnis.

Meditation ist aus meiner Sicht ein Zustand entspannter Achtsamkeit - weder schläfrige Trance, noch angespannte Konzentration.

Um diese Geisteshaltung zu üben, muss man nicht in eine einsame Höhle im Himalaya, oder irgendein asiatisches Kloster gehen, um sich abzuschotten.

Meditation kann jederzeit und an jedem Ort stattfinden, wenn man sich dem gegenwärtigen Moment öffnet und achtsam handelt. 

Ich übe zweimal täglich 45 Minuten Zazen, eine Form der Sitzmeditation und gehe auch regelmäßig zu einer gemeinsamen Zazen-Sitzgruppe.

Dennoch habe ich keineswegs auf meinen normalen Lebensweg "geschissen".

Vielmehr haben selbst alltägliche Handlungen eine besondere Qualität bekommen, so dass ich sie bewusster und mit größerer Freude ausführe.

Letztlich kann jede Handlung der täglichen Arbeiten mit einer meditativen Haltung ausgeführt werden - kochen, putzen usw. Meditation umfasst alles.

Meister Nansen formulierte diese Haltung wie folgt: "Der alltägliche Geist ist der Weg" und in dieser Weise empfinde ich es auch.

Es gibt keinen Grund, irgendetwas zu verdrängen, indem darauf "geschissen" wird, wir müssen lediglich unsere Bewertungen und Konzepte ablegen.

ich denke immer es steckt viel mehr dahinter... so viel mehr einfach als  konzentration .

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In meiner Jugend habe ich mit dem Meditieren begonnen und habe Erfahrungen in tibetischen und Zen-Buddhismus sowie christlicher Mystik. 

Eine Weile habe ich in einem spirituellen Zentrum gelebt, Meditation war die meiste Zeit in meinem Leben präsent. Mir ist nicht ganz klar, was du mit normalen Lebensweg meinst, mein Leben war und ist sehr vielfältig und bunt. Es gab Zeiten in denen ich viel in der Welt gereist bin, dadurch hatte ich die Möglichkeit im Ausland zu leben.

Beruflich habe ich viele unterschiedliche Dinge gemacht, da ich mich schnell langweile und gerne neues lerne. Meditation gehört zu meinem Leben dazu, aber mein Leben besteht nicht ausschließlich aus meditieren, weil es zu viele "weltliche" Dinge gibt, die mich interessieren.

Ja was nun?

  • mit der Meditation seinen Lebensweg finden
  • in der Meditation seinen Lebensweg finden

Das ist doch nicht dasselbe.

Und mit meiner sehr geringen Meditationserfahrung und ein bisschen mehr Lebenserfahrung würde ich beides als sinnlos bis absurd bezeichnen.

Man kann auch in einem ganz normalen "spießigen" Leben von Meditation profitieren.

Sie kann helfen, seinen Weg zu gehen und zu finden.
Aber sie ist doch an keine Lebensart gebunden oder gibt eine vor.

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