Mit Kindern in den Freizeitpark?

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5 Antworten

Als Sozialarbeiter, der solche Fahrten auch schon begleitet oder koordiniert hat bin ich schon etwas erstaunt über diese Regelung. Kein seriöser Veranstalter - auch nicht ehrenamtlich - würde eine Einzelperson mit so vielen Kindern alleine eine solche Geschichte durchführen lassen. Ich hoffe, dass wir hier wenigstens von Kindern reden, die sich dem Jugendlichenalter nähern, sonst solltest du die Geschichte ohnehin ganz absagen. Ansonsten fordere den Organisator auf, dir ganz exakte Vorgaben für die Fahrt zu machen (auch schon unfassbar, dass du sowas hier überhaupt fragen musst), im Zweifelsfall bist du nämlich auch strafrechtlich zur Verantwortung zu ziehen, wenn was passiert.

ich würde auch als Erwachsene nicht mit 10-15 Kindern alleine durch einen Freizeitpark gehen.

beim Freizeitpark hier in der Gegend heisst es unter 12 Jähre dürfen nur in Begleitung eines Erwachsenen durch den Park, wie willst du das bei 15 Kinder handhaben? das siehst du je selber, wie du schreibst.

ich würde in diesem Fall die Eltern ansprechen. wenn ihr zuwenig Betreuer habt, aber die Kinder diesen Ausflug machen sollen, dann sollen sich bitte noch 1-2 Elternteil bereit erklären.

wenn sich niemand bereit erklärt, muss der Ausflug abgesagt werden, so läuft das bei uns in der Pfarrgemeinde.

Hallo M.,

als ich Teenager war, waren wir mit einer Jugendreise Gruppe mit 60 Jugendlichen und nur zwei Erwachsenen in Schottland beim Wandern. Wir wanderten dann in kleinen Gruppen 10-14 Jahre tagelang sogar ohne Erwachsene und eine Erwachsene betreute die jüngsten Teilnehmer (12-14) und einer behielt Übersicht und Notfalltelefon.

In der Gruppe wurde es so organisiert, dass immer ein Teenager der Organisation (Pfadfinder, 16-17 Jahre alt) für 3-5 Teilnehmer die Verantwortung hatte und diese 3-5 mussten sich verpflichten zusammenzubleiben.

Damals waren aber Eltern noch nicht so klagefreudig wie heute! Heute kann es passieren, dass Du angezeigt wirst, wenn die Kids Quatsch machen (Alkohol, Sex, etwas kaputt machen) oder einen Unfall haben. Und wenn dann heraus kommt, dass Du mit so vielen ganz alleine warst und keine Chance hattest den Überblick zu bewahren bekommst Du Probleme.

Meine Empfehlungen:

Überlege Dir es abzulehnen die Verantwortung zu übernehmen. Wenn etwas passiert (Jugendliche betrinken sich, machen etwas kaputt, haben Unfall, Mädchen wird schwanger) kann es für Dich schlecht ausgehen.

Gibt es doch noch die Chance andere Erwachsene aufzutreiben z.B. Eltern, die Lust haben mitzukommen, studentische Hilfskräfte, Ehrenamtler z.B. aus Kirchengemeinden oder von Ehrenamtsbörse oder vom Jugendamt vermittelt?

Falls Du es trotzdem allleine machen willst, lass von den Eltern ein Infoblatt unterschreiben, dass sie informiert sind, dass die Kinder im Park alleine laufen dürfen und dass ihre Kinder verantwortungsbewust und fähig Absprachen einzuhalten und dass sie damit einverstanden sind. Dann bist Du rechtlich besser abgesichert.

Vielleicht lässt es sich auch einrichten die Jugendlichen in Kleingruppen einzuteilen und sie sollen in diesen gegenseitig aufpassen, dass niemand alleine bleibt.

Noch eine Erfahrung von mir aus der Schulzeit... Es bilden sich von selbst Freundes-Grüppchen, aber es gibt das Risiko, dass Kinder keinen Anschluss finden, z.B. wenn jemand ohne Freunde angemeldet ist oder wenn jemand irgendwie anders ist und ausgegrenzt wird. Das ist dann für den allein gebliebenen traurig und dann hättest Du das Problem das einzelne ganz ohne Begleitung sind. Bei unserer Jugendreise wurden auf einem Parkplatz Kennenlern-Spiele gemacht so dass man ein bischen wusste mit wem man gerne in eine Gruppe will und dann auch spielerisch die Gruppen gebildet, so dass man mit anderen zusammen kam, die ähnliche Interessen hatten. 

Ich würde auch den Kids ein kleines Merkblatt in die Hand drücken mit Deiner Telefonnummer und einem Notfalltreffpunkt an dem Du zu bestimmten Zeiten anwesend bist (z.B. alle 2 Stunden irgendwo im Zentrum neben einer Attraktion die man gut findet). Ev. macht man zur Halbzeit eine Picknickpause in der man durchzählen kann, ob alle da sind und sehen ob es allen gut geht. Dann noch anweisen auf keinen Fall den Park zu verlassen und bei Problemen Hilfe vom Personal zu suchen.

Mit den anderen Betreuern ebenfalls Nummern austauschen und Notfallpläne machen z.B. wer begleitet ggf. ins Krankenhaus oder nach Hause, wenn jemand krank wird oder sich verletzt. 

Lg und viel Erfolg!

Hourriyah

Lass es. Du tust dir, den Kindern und letztlich auch dem Veranstalter keinen Gefallen damit.

Eltern unterschreiben gerne mal irgendeinen Wisch, und sobald etwas schiefgeht, heißt es dann "So war das aber nicht gemeint", "Hätte ich gewusst, dass..." usw.

Versuche, noch ein, zwei zusätzliche Betreuer zu finden (und wenn es nur für einen Tag ist), frag, ob jemand von den Eltern mitkommt, oder blas das Ganze ab.

Ich denke ihr habt recht. Gut mal einen anderen Blickwinkel auch von einem Sozialarbeiter zu bekommen. Ich werde mir noch ein paar Eltern suchen und diese in die Pflicht nehmen. Viele Dank für eure Antworten und Tipps! 

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