Mit den Eltern über den Tod reden?

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Mein Vater war 66 als er die Diagnose Knochenkrebs bekam. Ich war damals 28 und hatte ein Fachbuch für Ärzte, in dem die Krankheit beschrieben war, sowie die Behandlungsmöglichkeiten und die Prognose. Und da stand klipp und klar, dass es keine Heilung gibt, und man von einer Lebenserwartung von 5 - 7 Jahren ausgehen kann.

Mein Vater hat mich gefragt, ob ich so etwas habe, und ich glaube, ich habe mich irgendwie herausgeredet. Ist schon über 40 Jahre her. Ich konnte ihm das Buch nicht geben, und ich konnte auch nicht mit ihm über seine Krankheit reden. 4 Jahre später ist er dann gestorben.

Später hat es mir leid getan, dass ich nicht mit ihm geredet habe, und ich bedauere das bis heute. Manchmal denke ich, er hat einen Gesprächspartner gesucht - und ich war zu feige.

Meine Mutter wurde nach einem Sturz mit 95 zum Pflegefall, und bis zu ihrem Tod 5 1/2 Jahre später auch zunehmend dement. In den letzten 2 Jahren hat sie mich oft gefragt, warum sie nicht endlich sterben kann, und ich konnte mit ihr ganz locker darüber reden.

Jetzt werde ich selbst 70, und da denkt man schon mal darüber nach was wäre wenn..... Ich möchte dann auf jeden Fall mit meinem Sohn reden - und hoffe, dass er nicht zu feige ist.

Was ich damit sagen will: Du musst herausfinden, ob dein Vater mit dir reden will. Oder ob er lieber nur mit deiner Mutter sprechen will, um dich nicht damit zu belasten. Rede also erst mal mit ihr. Sie wird deine psychische und physische Unterstützung brauchen.

Regelt erst mal die rein praktischen Dinge: Patientenverfügung, Generalvollmacht, Bankvollmacht über den Tod hinaus (auch für dich). Ehefrau und Kinder können ohne Vollmacht nicht in eine ärztliche Behandlung einwilligen, wenn dein Vater selbst dazu nicht mehr in der Lage ist. Das Krankenhaus müsste dann eine gerichtliche Betreuung beantragen. Erspart euch das bitte. Macht euch Gedanken über die Beerdigung, Pietät, Art der Bestattung. Macht eine Liste mit Leuten, die ihr benachrichtigen müsst. Macht Fotokopien von der Taufurkunde deines Vaters, von der Heiratsurkunde deiner Eltern. Sucht die Versicherungsunterlagen raus. Schreibe einen Lebenslauf von deinem Vater. Du wirst von dem Pfarrer / Trauerredner danach gefragt.

Das hört sich für dich jetzt vielleicht makaber an, aber glaube mir, wenn es soweit ist, dann ist die Situation belastend genug. Da musst du dir nicht auch noch mit diesen Dingen beschäftigen.

Ich wünsche dir und deiner Familie viel Kraft für die nächste Zeit.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Schwere Situation.

Alle wollen alle schützen. Keiner sagt was...

Du könntest ihn fragen.

"Wie geht es dir damit?"

Eines meiner Mottos: Nur wer zusammen weinen kann, kann auch zusammen lachen.

Di könntest ihm sagen, dass es für dich eine große Erleichterung wäre, wenn ihr drüber sprechen könntet, z.B. wie er beerdigt werden möchte. Aber auch, wie seine Patientenverfügung aussehen soll. Möchte er wiederbelebt werden? Wie möchte er palliativ behandelt werden? Hospiz?

Es geht ja um ihn und seinen Willen. Aber auch um die Folgen für euch. Wenn ihr drüber sprecht, könnt ihr die letzten Wochen und Monate gestalten.

Andererseits: In der Krebstherapie hat sich viel getan. Gibt es wirklich keine Heilung mehr? Und wenn es keine Heilung mehr gibt: wie kann noch die Lebensqualität erhöht werden?

Aber manche wollen nicht reden. Dann schau, mit wem _Du_ reden kannst. Über Bestattung, Palliativpflege usw. Damit Du für Dich sorgst und handlungsfähig bleibst...

Ja und. wie soll man dieses Thema schon "verarbeiten" es wird ein prozess sein. man muss ja weiterleben. Deine Mutter wird sicher nicht an der kasse zusammenbrechen wollen und versuchen auch ihre rolle zu halten. ganz natürlich und sehr SOUVERÄN. das ist typisch mensch.

es wird sicher abende geben, an denen es schwieriger wird, wenn die chemo zu stark wird oder so.

wenn er blut hustet und so weiter.

dann heisst es einfach aushalten bis es geht und gemeinsam tee trinken.

wozu immer reden über dinge, die man sieht.

man kann sich ja in arm nehmen und zeigen, man is nicht alleine.

Und beerdigung, du - ich denke deine mutter hat vorgesorgt und wenn nicht, in einer woche ist der mist erledigt da gibt es profis die das schnell machen und schön inszenieren.

keine bange.

und dann. naja er ist ja ein mensch und kein gott. also....

so ist das leben.

Leb in seinem sinne einfach weiter und sei froh oder so.

In einer Woche ist der Mist erledigt....na denn.

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Selten so einen Schwachsinn gelesen.

Nunja... Es war gestern der 24.12. und und bei einer derartigen Antwort auch Unmengen an Alkohol....

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@kugel

Ha die haben meinen kommentar gelöscht oder löschen lassen, wie witzig, wo alles drin stand. is mir jetzt auch egal. Ihr überlest jede mutmachung und Seid wie geier darauf versteift ich will dem fs was schlechtes. eine beerdigung is nicht schön und kann binnen einer woche geplant werdden. woher ich das weiß - MEINE TANTE hat ein Beerdigungsunternehmen.

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In unserer Familie wird offen darüber gesprochen und das ist gut so, denn das gehört zum Abschied nehmen dazu.

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