Mit dem Antiepileptikum Leviteracetam besteht ja die Gefahr dass das Baby mit Fehlbildungen geboren wird ich vertrage keine anderen Antiepileptika?

5 Antworten

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Keppra

Erfahrungen in der Schwangerschaft (Erfahrungsumfang: HOCH)


1. Trimenon: 
Bei über 2000 in verschiedenen Studien und Registern ausgewerteten Schwangerschaften liegen zusammenfassend keine Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko oder ein spezifisches Fehlbildungsmuster unter Monotherapie vor. Die beobachteten Fehlbildungen traten vorwiegend bei Kombinationstherapien auf. Im Tierversuch an Ratten und Kaninchen wurden Extremitätenanomalien beobachtet.

2.-3. Trimenon / Perinatal: 
Wie bei allen ZNS-aktiven Medikamenten muss bei Langzeitbehandlung mit Levetiracetam bis zur Geburt mit Anpassungsstörungen beim Neugeborenen gerechnet werden.

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Levetiracetam ist neben Lamotrigin Antiepileptikum der Wahl, wenn eine Schwangerschaft geplant wird oder möglich ist. Daher sollten bei gegebener Wirksamkeit diese Mittel bei einer antiepileptischen Neueinstellung im gebärfähigen Alter bevorzugt werden. Dabei sollte man eine Monotherapie anstreben.
Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft:  Eine weiterführende Ultraschalluntersuchung zur Bestätigung der normalen Entwicklung kann nach Exposition im ersten Trimenon angeboten werden. Aufgrund der Clearancezunahme insbesondere im dritten Trimenon sind regelmäßige Plasmaspiegelkontrollen und Dosisanpassungen empfehlenswert. Nach der Entbindung muss die Dosis dann wieder nach unten korrigiert werden. Bei Behandlung bis zur Geburt sollte die Entbindung in einer Klinik mit Neonatologie erfolgen.


Orfiril

Erfahrungen in der Schwangerschaft (Erfahrungsumfang: HOCH)

1. Trimenon: Valproinsäure wirkt nicht nur im Tierversuch, sondern auch beim Menschen teratogen. Das Fehlbildungsrsiko ist höher als bei den anderen Antiepileptika und liegt offenbar über 10%, wenn die Tagesdosen 1000 mg deutlich überschreiten. Die Gesamtfehlbildungsrate unter Valproinsäure-Monotherapie kann demnach das Zwei- bis Dreifache, bei sehr hohen Dosen auch das Fünffache des Hintergrundsrisikos erreichen. Ein Valproinsäure-Syndrom wurde in den 80er Jahren definiert, das u.a. Trigonozephalie, Epikanthus, flache Nasenwurzel, flaches Philtrum und schmale, sich überkreuzende Finger und Zehen und hyperkonvexe Nägel umfasste. Weitere Fallberichte beschreiben verschiedene präaxiale Extremitätenanomalien, z.B. doppelter oder fehlender Daumen, Aplasie des Radiusstrahls sowie Rippen- und Wirbelsäulenanomalien, Herzfehlbildungen, Hypospadie, Porenzephalie und andere Hirnanomalien. Typisch für Valproinsäure ist vor allem das 10 bis 20-fach erhöhte Risiko für Spina bifida und andere Neuralrohrdefekte, wenn die Mutter zwischen dem 17. und 28. Tag nach Konzeption behandelt wurde, d.h. etwa 1–€œ2 von 100 exponierten Kinder sind betroffen. Mehrere Studien haben auch Sprachentwicklungsstörungen, Lernstörungen und autistische Symptome im Zusammenhang mit intrauteriner
Valproinsäure-Exposition beobachtet.

2.-3. Trimenon / Perinatal: Außer den oben beschriebenen Entwicklungsauffälligkeiten sind bei Langzeitbehandlung bis zur Geburt (meist leichte) Anpassungsstörungen beim Neugeborenen möglich.

Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Valproinsäure ist nach heutigem Wissen das riskanteste antiepileptische Medikament für den Embryo. Daher sollte, wenn irgend möglich, auf dieses Antiepileptikum im gebärfähigen Alter verzichtet werden. Ein Mädchen, das als Kind auf Valproinsäure eingestellt wurde, sollte spätestens mit Beginn der Pubertät umgestellt werden, um sich nicht unnötig mit einer ungeplanten Schwangerschaft unter dieser Medikation konfrontiert zu sehen. Falls kein anderes Antiepileptikum infrage kommt, sollte die Dosis geprüft und, wenn noch nicht geschehen, auf mehrere Einzeldosen verteilt bzw. auf ein Retardpräparat umgestellt werden. Ab Planung einer Schwangerschaft bis Woche 10 sollten täglich 0,8 mg Folsäure eingenommen werden.

Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft:  Eine stabil eingestellte Patientin mit Epilepsie, die weiterhin auf eine antikonvulsive Valproat-Medikation angewiesen ist, sollte ihre Therapie mit Valproinsäure beibehalten, wenn sie unerwartet schwanger geworden ist. Allerdings muss die Dosis geprüft und, wenn noch nicht geschehen, auf mehrere Einzeldosen verteilt werden. Nach Therapie im 1. Trimenon sollte eine sonographische Feindiagnostik zur Kontrolle der fetalen Entwicklung empfohlen werden, um Neuralrohrdefekte und andere Fehlbildungen auszuschließen. Die Entbindung sollte in einer Klinik mit Neonatologie erfolgen.

Besser geeignete Alternativen:

Lamotrigin, Gabapentin, Levetiracetam, Oxcarbazepin, Carbamazepin. Carbamazepin ist auch teratogen, aber in geringerem Umfang als Valproinsäure; auch bei den anderen Substanzen ist eine teratogene Wirkung nicht auszuschließen.

Schau mal unter https://www.embryotox.de/einfuehrung.html

Suche gemeinsam mit deinem Neurologen und deinem Frauenarzt nach einer Lösung.

Alles Gute für dich!

Vielen Dank für deine Auszeichnung Shihtzugirl!

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Ich bin sehr erstaunt und verwundert, dass du diese Frage hier den Laien stellst. Laien können keine medizinischen Fragen beantworten. Wenn du beispielsweise unterschiedliche Meinungen von Laien liest, wie willst du beurteilen und entscheiden können, welche richtig und welche falsch ist? Zudem kannst du Erfahrungen anderer Menschen nicht auf dich übertragen, weil jeder Fall anders ist und jeder Körper anders reagiert.

Gefährde nicht die Gesundheit deines Babys, sondern gehe zum Arzt und lasse dich von ihm beraten. Es ist verantwortungslos, ein Risiko einzugehen, indem du hier Rat suchst. Möglicherweise ist dir das gar nicht richtig bewußt. Aber denke bitte mal darüber nach!!!

Alles Gute!

Besprich sowas bitte mit Deinem Frauenarzt oder noch besser Deinem Neurologen!

Bist Du schon schwanger? Wenn nicht, klär das vorher ab. Ich hab zwar keine Epilepsie aber eine Schilddrüsenproblematik wo ich kein Jod zu mir nehmen darf. Bekanntlich hat man in der Schwangerschaft einen höheren Jodbedarf und bei vielen Sachen ist Jod drin. Ich hab das ganze mit meinen Ärzten besprochen und wir haben im Jahr vor der geplanten Schwangerschaft mich erfolgreich auf ein Schilddrüsenmedikament mit Jod umgestellt ohne einen Schub auszulösen oder Veränderungen der Schilddrüsenhormone zu erzeugen.

Nur Mut, Dein Arzt / Deine Ärzte werden Dir schon helfen können.

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