mit btm bei Polizei bekannt und jetzt im Straßenverkehr angehalten worden ... womit muss ich rechnen?

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3 Antworten

Das äG war als Warnschuß wohl nicht deutlich genug...

12h nach dem letzten Konsum wird mit SIcherheit noch aktives THC nachweisbar sein, den Grenzwert von 1 ng/ml dürftest Du gleichfalls erreichen.

Ohne weitere Anhaltspunkte (z.B. Fahrauffälligkeiten) liegt erst einmal nur eine Ordnungswidrigkeit nach StVG §24a (2) vor:

(2) Ordnungswidrig handelt, wer unter der Wirkung eines in der Anlage zu dieser Vorschrift genannten berauschenden Mittels im Straßenverkehr ein Kraftfahrzeug führt. 

Zu den in der Anlage genannten berauschenden Mitteln gehört natürlich auch THC.

Hier wird ein Bußgeld iHv 500€ fällig, dazu kommen noch 28,50€ Gebühren und Auslagen sowie die Laborkosten. Insgesamt also ca. 700 - 800€.

Des weiteren wird ein Fahrverbot von 1 Monat verhängt sowie 2 Punkte im FAER eingetragen.

Das ist allerdings nur der ordnungsrechtliche Teil.

Die Polizei informiert bei Drogendelikten immer die Führerscheinstelle, und die kümmert sich um den verwaltungsrechtlichen Teil:

Hier greift FEV §46 (1):

(1) Erweist sich der Inhaber einer Fahrerlaubnis als ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen, hat ihm die Fahrerlaubnisbehörde die Fahrerlaubnis zu entziehen. Dies gilt insbesondere, wenn Erkrankungen oder Mängel nach den Anlagen 4, 5 oder 6 vorliegen oder erheblich oder wiederholt gegen verkehrsrechtliche Vorschriften oder Strafgesetze verstoßen wurde und dadurch die Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen ausgeschlossen ist.

Das Führen eines Fahrzeugs unter dem Einfluß von THC ist eindeutig ein solcher Mangel, da kein Trennung von Konsum und Fahren vorlag. Du bist also nicht mehr geeignet, ein Fahrzeug zu führen.

Fazit: Deine Fahrerlaubnis wird entzogen. (Geht üblicherweise relativ schnell, idR noch während das Fahrverbot aktiv ist).

Vor Neuerteilung einer Fahrerlaubnis wird auf jeden Fall eine MPU gefordert.

Voraussetzung für eine positive MPU ist der Nachweis der Abstinenz über mindestens 6 Monate sowie eine gründliche und komplette Aufarbeitung deines Drogenkonsums.

Die Kosten für eine MPU liegen bei min. ca. 1.000€, mit verkehrspsychologischer Beratung (teuer, aber empfehlenswert) bei ca. 2.000 - 2.500€.

jetzt habe ich angst dass ich meinen Führerschein länger als einen Monat verliere da ich schonmal mit btm zu tun hatte

Da liegst Du schon ganz richtig. Da es jetzt begründete Anhaltspunkte für häufigeren Konsum von illegalen Betäubungsmitteln bei Dir gibt, wird man jetzt Abstinenznachweise und eine MPU von Dir verlangen, wenn Du Deine Fahrerlaubnis behalten willst.

Abgesehen davon kommt auch noch - abhängig vom Ergebnis der Untersuchung der Blutprobe - auch noch ein Strafverfahren wegen Trunkenheit im Verkehr auf Dich zu. 

Für den 316er muß aber nachgewiesen werden, daß "er infolge des Genusses alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel nicht in der Lage ist, das Fahrzeug sicher zu führen" - bei einer einfachen Verkehrskontrolle wird eher der 24a zum Zug kommen.

Aber 12h nach dem letzten Spliff ist 1,0 ng/ml aktives THC fast sicher - also kein Trennvermögen, Eignungsmangel und Entzug der FE.

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Das könnte gewaltig scheppern

Ersetze "könnte" durch "wird".

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