Mit blindem Pferd arbeiten? Klar, aber wie?

4 Antworten

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Longenarbeit ist eine gute Sache, dort kann man ihn mit der Stimme unterstützen.

Ist denn ausgeschlossen das er schmerzen hat? Alos im Bewegungsapparat? Sind die Zähne denn in Ordnung? Passen Sattel und Zäumung?

Wenn mit den o.g. alles in Bester Ordnung ist, dann heißt es arbeiten. Beim reiten muss ein Pferd eigentlich nicht besondern viel sehen, vorrausgesetzt der Reiter hat das Pferd an den Hilfen und rahmt es damit ein.

An der Longe erstmal das Pferd auf die Stimme trimmen und veruschen ein gleichmäßiges Tempo hinzubekommen, je besser er auf Stimme reagiert je einfacher wird es später auch beim reiteen.

Stamme Zügel sind eben nicht immer gut, gerade bei Pferden die dazu neigen unterm Reiterwegzulaufen kann das mit dem Strammen Zügel gewaltig nach hinten losgehen. Eine leichte aber stetige verbindung in Kombination mit einem guten Sitz sind das a und o. Sicherlich sollte man hin und wieder mit der Hand nachgeben und den Zügel überstreifen um auch damit das Pferd zu loben und zu zeigen das seine reaktion richtig ist.

Man reitet ein Pferd schließlich mit den Beinen und mit dem Gewicht. Achtet also darauf das ihr mit den Beinen immer Kontakt zum Pferdebauch habt. Wird er zu schnell wendet in eine Volte ab, haltet mit den Beinen weiter leichten Kontakt und gebt am Äußeren Zügel kleine Paraden bis er reagiert. Reagiert er sehr schlecht dann eventuel anhalten und rückwärtsrichten, dann neu anreiten. Er muss lehrnen bei euch zu bleiben.

Danke, Danke :) Das einzige ist nur, dass man je nach Untergrund nicht immer Volten reiten kann. Aber wenn niemand mehr eine Erleuchtende Idee hat, ist dir das Sternchen sicher :)

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@eminemunsoo

Die andere Erleuchtende Idee ist eben Vertrauen aufzubauen, das Pferd dazu zu bringen dir zu Folgen und auf dich zu achten. Aber im Priziep dasselbe wie oben.

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@eminemunsoo

Doch, auch das kann man, denn auch beim Ausreiten muss man auf Wegen bleiben und auf einen Weg passt immer auch eine Volte. Wer daran schon scheitert, sollte nicht auf's Pferd!

@ Karin1987: Ich fürchte, der arme Kerl rennt einfach weg vor dem, was ihn peinigt. Als Zügelverbindung, wie Du es beschrieben hast, reicht bei einem gut gerittenen Pferd ja das reine Zügelgewicht und eine Hand, die den Zügel in sich ruhen hat und deren Bewegungen natürlich auch über einen hängenden Zügel übertragen werden. Hier wird im Gegensatz dazu am Zügel gezerrt. Das kann dem Tierchen nicht angenehm sein. Ich fürchte, Deine so gute Erklärung verpufft in dem, was der Reitlehrer der Reiter vergessen hat, rechtzeitig zu erklären. Weil die Paraden außen werden mit Sicherheit wieder so scharf ausfallen, dass er flieht, das Rückwärtsrichten wird unter Garantie ein Rückwärtsziehen ... Es gibt heute Lehrer, die unterrichten das so und da kommen Reiter raus, die ein gewisses Level erreichen, ohne auch nur einen Meter physiologisch sinnvoll geritten zu haben und es ist extrem schwer, nochmal ganz von vorne anzufangen: Aufsitzen, absitzen, aufsitzen, absitzen - nächste Einheit oben umschauen, im Stehen die Sitzmitte etc. finden - dann eine Schritt, Halt, Schitt, Halt, aber physiologisch völlig korrekt und möglichst nur aus dem Sitz. Beine verwenden wir dann, wenn es mal so weit geht, dass das menschliche Becken es nimmer weiter hin bringt ... Aber genau diese detailfieselei von vornherein macht gesunde Reiter und Pferde.

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@Baroque

Baroque, du hast da im Grundsatz schon recht, aber bei dem Zügelgewicht muss ich wiedersprechen.

Das kommt halt drauf an ob man die Lederzügel aus dem Westernbereich meint oder normale extra leichte Gurtzügel aus dem Englisch bereicht die quasi nichts wiegen und im druchhängenden Zustand beim leichtesten Lüftchen wehen.

Auch die Sache mit dem Sitz, ab einem Gewissen schwierigkeitsgrad benötigt man die schon permanent. Denke da nur an das Springen, wenn da vor dem Sprung nicht beide Beine drann sind könnte das Pferd iritiert sein.

Aber klingt für mich auf nach Reitern ohne Erfahrung und ohne verständnis. Bei uns am Stall haben wir ein Pferd was kurz nach der Geburt ein Auge ganz verloren hat.

Dieses Pferd geht aber mit der Besitzerin erfolgreich M Dressur (o.k. es ist aber "nur" halb Blind)

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Dass ein Treibweg ein Grund für eine Erblindung ist, ist schon ein bisschen an den Haaren herbei gezogen. Wenn er da nicht wogegen gerannt wäre, wäre es ihm vielleicht woanders passiert. Man kann und soll die Tierchen nicht in Watte packen. Aber nun ist es eben so und da muss man was draus machen.

Noch nicht auf die Idee gekommen, dass er steigt und rennt, weil er davonlaufen will? "Ausbinder - egal, wie fest die sind" - HILFE! Die schädigen extrem die Halswirbelsäule des Pferdes, bereiten ihm Schmerzen, genau wie wenn man ein Pferd "zurückhalten" will. Kein Wunder, dass er versucht, irgendwie davon zu kommen. Und das ist jetzt nicht beleidigend gemeint, es will nur begründen, warum es so ist und wo man ansetzen muss. Offenbar warst Du in einer Reitschule, wo man leider versäumt hat, Dir die Grundbegriffe zu erklären, bevor Du auf's Pferd durftest. Das gibt es heute so oft. Die Leute tun nur, wie sie es gelernt haben und wissen nicht, wie erheblich sie dem Pferd damit schaden. Und auch der Versuch, durch den Sitz ein Pferd langsamer zu bekommen, klappt nur mit gesundem Pferd, angepasstem Sattel (wie oft der wohl kontrolliert wird?) und wenn man es eben so gelernt hat, dass man es wirklich kann. Dazu gehört auch, dass man Pferde, die den Rücken noch nicht sauber aufwölben, eben auch nicht trabt oder galoppiert, denn das tut weh und wird immer zur Flucht führen, es sei denn, das arme Tier hat schon total resigniert.

Dass er an der Longe rennt, liegt dann sicher auch an der Art des Longierens. Fürchte, die wird in ein Stallhalfter oder eine Trense eingeklinkt, das Pferd wird nicht begleitet, bis es sicher ist, oder? Einfach, weil das heute ja auch kaum noch jemand lernt, dass ein Kappzaum seine Daseinsberechtigung hat und wie man sinnvoll Longenarbeit aufbaut. Bei mir kann kein Pferd rennen, denn dann habe ich die Hand nur 10 cm vom Kappzaumring entfernt, achte drauf, dass es eine Dehnungshaltung einnimmt und ziehe mich nur dann zurück, wenn es die nicht aufgibt. Und diese komischen Ausbinder, die eine angeblich vernünftige Haltung vorlügen, aber im Prinzip nur verschleiern, was der Mensch nicht kann und bei jedem Schritt, Tritt, Sprung ein bisschen an der Halswirbelsäule nagen, braucht niemand. Ich sag mal, während des Voltigierens kann es hilfreich sein. Das Pferd geht dann nicht so gesund, aber es kommt aus der Haltung, auf die sich der Mensch verlassen muss, um sich nicht die Knochen zu brechen, nicht heraus. Aber wenn wir eben nicht den Voltigierer, sondern das Pferd ausbilden wollen, geht es definitiv sehr viel besser ohne. Nur weiß das heute selbst ein Großteil der Reit- und Longierlehrer nicht mehr. Schade.

Horsemanship kannst Du natürlich machen, denn Pferde haben mehr Sinne als nur die Augen. Natürlich schränkt ihn das stark ein, aber es geht. Er wird lernen, wahrzunehmen. Bei Arbeit nach Parelli fängt man genauso wie jeder Pferdemensch von sich aus arbeitet, mit Weichen auf Druck an. Immer ganz sanft anfangen = dem Pferd die Chance geben, auf eine ganz zarte feine Hilfe zu reagieren und wenn es das nicht tut, Druck steigern. Irgendwann reagiert es dann auf die leichte Hilfe. Und dann geht man über zur Gestik, die dann halt beim blinden Pferd sehr viel deutlicher werden muss, weil es den Luftzug spüren muss bzw. ohne eine Unterstützung durch wohlüberlegte Stimmkommandos wird es wohl nicht gehen, aber es ist keine Hexerei, Stimmkommandos zu installieren, das ist Alltag. Wie man mit "Steh" oder "Wow" oder "Halt" verlangt, dass ein Pferd auf dem Putzplatz bleibt, kann man auch was einrichten für hinten weichen, vorne weichen etc. und daraus dann komplexe Dinge aufbauen. Die Mimik ist auch ziemlich egal. Pferde spüren so viel. Wenn jemand, der Angst hat, mit dem Rücken zum Pferd steht, wird auch das Pferd gleich mal anspannen, fluchtbereit sein, weil es den Herzschlag des Menschen quasi spürt, es hört seine Atmung. Mach mal die Augen zu, wenn Du mit einem anderen Menschen in einem kleineren Raum bist. Weißt Du dann nicht auch genau, was der tut? Jetzt stell Dir diese Sinneswahrnehmung verzehnfacht vor und Du bist bei dem, was Pferde wahrnehmen können.

Was grundsätzlich schwierig ist: Mehrere Menschen an einem Pferd. Da geht für den einzelnen die Ausbildung immer langsamer, weil das Pferd sich immer umstellen muss. Ein Pferd, das über seinen Sehsinn nicht verfügt, braucht da wohl noch länger.

Wisst ihr: Im Grunde weiss ich nicht was er hat. Es ist nicht nur so, dass er generell nur mit Reiter (egal ob an der Longe oder beim reiten) rennt, sondern auch so. Einfach auf der Koppel. Manchmal rennt er rum und trabt Kreise wie ein Bekloppter. Zu den Antworten hab ich noch zu ergänzen, dass ich ihn kaum bis garnicht reite (bin ihn bisher 3 mal geritten). Den Rest der Zeit kümmert sich wer anders bzw. reitet ihn wer anders. Ach ja: Er war Springpferd bevor er blind wurde. Fehlt ihm das vielleicht? Das Auspowern beim Springen? Das ist ja jetzt so nicht mehr möglich.

Zu tablets Antwort: Laufen lassen schön und gut. Nur ne Halle haben wir nicht und auf dem Platz oder einem Teil der Koppel läuft er den Zaun kaputt.

Ach ja und zum Thema Ausbilder: Es war ein Versuch. Wir haben es versucht, weil wir ihn auf der einen Seite langsamer bekommen wollen aber auf der anderen Seite auch so arbeiten müssen, dass, wenn er stolpert nicht hinfällt.

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Ihr solltet erstmal garnicht viel mit ihm arbeiten. Am besten wäre es, wenn sich nur eine Person dauerhaft um ihn kümmert. Dass heißt täglich ausgiebig putzt und dabei mit ihm redet sowie spazieren führen. Am Anfang nur auf dem Hof, bis das Pferd vertrauen gewonnen hat. Denn so wie du es beschreibt hat es kein Vertrauen in den Menschen. Wenn man das Vertrauen erstmal gewonnen hat, kann man zu zwei anfangen, wieder auf ihm zu reiten. Einer setzt sich drauf und der andere führt. Zu beginn nur sitzen und im schritt führen lassen. Nach und nach kann der Reiter mehr Hilfen geben. So wird das Pferd schonend ans Reiten mit der Blindheit gewöhnt. Alles dauert aber seh lange und darf keinesfalls überstürtzt werden, denn dann geht alles nach hinten los. Also kanns langsam anfangen und auf jedenfall viel mit dem Pferd sprechen.

Tolle Antwort XD !

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