Mit Bandagenunterlage bandagieren oder ohne?

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6 Antworten

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Wenn, dann mit. Bevorzuge aber eigentlich Gamaschen.

Es kommt drauf an, WARUM Du bandagierst, entsprechend dem Zweck, den die Bandage erfüllen soll, wird die Unterlage ausgewählt.

Für Verletzungen eine Wundauflage, für Kühlkompressen eine Auflage, falls die Kompresse direkt an der Haut zu kalt wäre. Für mal kurz 10 min Showauftritt je nach Bandagenmaterial mit oder ohne Unterleger.

Generell muss man wissen, dass unter dem "Beinschutz" (wobei echt zu hinterfragen ist, was da genau Schutz sein soll) die Wärme nicht weg kann wie wenn die Umgebungsluft sie abtransportiert. Bereits wenige Minuten nach Anlegen der Bandagen werden da schon 40°C überschritten. Durch Wärme verklebt das Gewebe der Sehnen und diese werden um ein Wesentliches verletzungsanfälliger dadurch. Ob man das unbedingt provozieren muss? Wofür?

Viele argumentieren, weil sich das Pferd generell streift. WARUM? Da stelle ich doch das Unphysiologische ab, bevor ich überhaupt über Reiten nachdenke, denn auf einer Fehlbelastung reiten produziert arthrotische Veränderungen, also bleibende Schäden.

Oder weil sich das Pferd nur unter dem Reiter streift? Dann sollte der Reiter an sich selbst arbeiten - notfalls erst mal mit einem erfahreneren Pferd, dass er das Pferd nicht so extrem aus der Balance bringt. Wir machen mit diesem Pferd dann erst mal Schrittarbeit, bis der Reiter sich im Schritt im Griff hat, seinem Pferd die Balance nicht zu nehmen, dann versuchen wir das Tritt für Tritt in den Trab und Sprung für Sprung in den Galopp mitzunehmen.

Weil das Pferd an einem Hindernis hängen bleiben könnte? Hm, ja, das kann passieren. Aber zum einen können Pferde erstaunlich viel überwinden ohne hängen zu bleiben, zum anderen muss man im Einzelfall abwägen, ob man nun die Erwärmung der Sehnen oder den Streifschuss lieber in Kauf nimmt. Ein verantwortungsbewusster Vielseitigkeitsreiter legt erst kurz vor dem Start Gamaschen an, die so gekühlt sind, dass sie in der Zeit des Rittes die Beine noch kühl halten können, reißt sie im Ziel runter und geht kühlen. Viele Jagdreiter reiten ohne, weil so lang kein Beinschutz kühl bleiben kann. Dagegen meinen viele Freizeitreiter, mit ihren "erheblich größeren Anforderungen" stundenlang irgendwas am Bein haben zu müssen.

das verkleben der sehnen ist übrigens irreversibel. das geschädigte gewebe wird verstoffwechselt und ist unwiederbringlich verloren.

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diskussionsrunde?

bandagen sind allermeistens überflüssig bis schädlich.

und sie sehen auch nicht schön aus. man muss pferde nicht verkleiden wie püppchen.

bandagieren, das macht man nur, wenn ein pferd eine verletzung hat. dann kommt verbandwatte drunter. oder auf schauen oder reitpferdeprüfungen, wo die bandagen als kontrast zur besseren urteilsfindung beitragen sollen. dann natürlich ohne unterlage, erst kurz vor der prüfung drauf und nachher sofort wieder runter. es gibt tatsächlich prüfungen, wo falsches bandagieren zum ausschluss führt.

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