Mit ADS klarkommen ohne Tabletten?

10 Antworten

Hallo Anonymous,

habe einen Sohn mit ADHS und deshalb ein bisschen Ahnung. Wie weit bist Du denn mit Deiner Asubildung? Meiner Meinung nach müsstest Du da einiges gelernt haben, damit Du mit Deinem ADS besser klarkommst, bzw. einen Weg findest, besser damit klarzukommen.

Du weist sicher, ADS ist eine angeborene Störung, die sich erst in unserer Heutigen technisierten Welt so störend bemerkbar macht. Das Problem ist, dass Du viele Dinge, die "normalen" Menschen in die Wiege gelegt sind, erst mühsam lernen musst. Das geht natürlich nicht von Heute auf Morgen. Medikamente können das Unterstützen und als Krücke diese Lücke schliessen, aber es hilft halt nix, Du musst trotzdem in mühevoller Kleinarbeit genqu diese dinge, die Dir fehlen lernen. aufmerksam zuhören, Deine Konzentration auf einen Punkt richten, dich fokussieren. Das alles scheint Dir mit Hilfe der Medikamtne leicht gefallen zu sein, und nun hast Du die Medikamente abgesetzt und Du hast das nicht gelernt. Gerade als Heilerziehungspflegerin solltest Du wissen, wie man dann einen Plan erstellt, um diese Lücken zu schliessen. Also erst einmal eine Analyse machen, welche Punkte Du aufarbeiten musst, und dann in kleinen Schritten abarbeiten.

Ich kann mir vorstellen, dass Dir dabei Medikamente helfen. Ein Psychiater wird Dich beraten.

Nun zur Homöopathie und den Ernährungsratschlägen, die hier gegeben werden. Das Störungsbild AD(H)S ist komplex und wie immer ist es nicht ganz einfach, es von den anderen Störungen, die vielleicht auf eine Mangelernährung zurückgehen zu unterscheiden. Aber grundsätzlich ist es so, dass AD(H)S angeboren ist, und eben keine Ernährungsproblem darstellt. Das ist Phantasiedenken einiger alternativer Besserwisser. Ebenso können Erziehungsfehler eine Rolle spielen. An einem echten AD(H)S allerdings können die auch nichts ändern. Aber die Erziehungsmethoden, die einem echten AD(H)S-Kind helfen, die helfen jedem anderen Kind mindestens genauso. Also auch da keine Sonderwege. Dir haben die Medikamente geholfen, also ist es sehr wahrscheinlich, dass Du auch eine echte ADS hast.

Die Medikamente der Homöopathie helfen grundsätzlich gar nichts, denn sie sind reiner Zucker. Zur weiteren Erklärung der Homöopathie empfehle ich Dir die Internetseiten des Netzwerks Homöopathie, die können das viel besser erklären. Auch die Geschichte der Homöopathie und deren Grundgedanken sind dort dargestellt und es ist klar, dass die Ideen Hahnemanns zu einer Zeit entstanden sind, als man von den modernen naturwissenschaften noch nichts wusste. So lassen sich die Stoffe nicht beliebig verdünnen ... irgendwann ist dann einfach nix mehr drin, und nix kann halt auch nicht wirken. Die geheimnisvollen Wirkungen der Verschüttelung gehören ins Reich der Märchen.

Mein Sohn hat übrigens in seiner Kindheit auch Medikinet genommen, aber er hat auch über Nebenwirkungen geklagt. Er konnte in der Schule sein Potential nicht ausschöpfen - das haben wir hingenommen und uns darauf konzentriert, mit ihm die Dinge zu üben, bei denen er sich schwer tat. Er konnte das dann nach und nach immer besser lernen und kann dies Heute so gut, dass er auf dem zweiten Bildungsweg ständige Fortbildung betreibt. Man muss da einfach realistisch bleiben. Wenn bei Dir der Erfolg der Berufsausbildung gefährdet ist, würde ich mich mit einem Psychiater beraten, wie Du Deine Defizite feststellen kannst, und wie Du sie bearbeiten und damit reduzieren kannst. Und ich würde mir überlegen, wie weit die Nebenwirkungen der Medikamente für eine Übergangszeit das kleinere Übel sind. Denk daran: Was keine Nebenwirkungen hat, hat auch keine Hauptwirkung.

LG

Wahrscheinlich kann man da über die Ernährung viel bewirken. Es ist anzunehmen, dass die Serotonin-Dopamin-Achse im Gehirn irgendwie fehlreguliert ist und die Betroffenen deshalb im Viereck springen. Ritalin ist ein Dopaminwiederaufnahmehemmer mit Gewöhnungseffekt - es ist daher kein Wunder, wenn du nach Absetzen von Ritalin in ein Loch fällst.

Dazu muss man wissen, dass sowohl Serotonin als auch Dopamin aus Aminosäuren (Tryptophan bzw. Tyrosin) hergestellt werden, und zwar im Gehirn. Für die Produktion sind Magnesium, Zink sowie B-Vitamine nötig. Die beiden Aminosäuren müssen aber erst die Blut-Hirn-Schranke überwinden, wobei sie miteinander und mit anderen Aminosäuren (in erster Linie die BCAAs, vornehmlich Leucin) konkurrieren.

Um das ernährungstechnisch in den Griff zu bekommen ist daher zuviel Protein nicht gut (das Leucin "verstopft" quasi den Zugang). Zu wenig allerdings auch nicht, weil Tryptophan und Tyrosin ja irgendwoher kommen müssen. Sehr hilfreich ist Sport, weil beim Muskelaufbau und der Muskelaktivität BCAAs verbaut/verbraucht werden. Auch proteinarme, kohlenhydratreiche Mahlzeiten (z.B. Kartoffeln mit Butter und Salz) erhöhen den Insulinspiegel und "drücken" damit die BCAAs zum Muskelaufbau in die Muskulatur. Dabei sollte man sich aber auf komplexe KH beschränken, weil Zucker das Belohnungssystem zu stark triggert und so wieder alles durcheinanderbringt.

Paar weitere Pointer:

Vielen dank für die Antwort!!:)

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Ich habe von diesem Trick gelesen, wie man das Tryptophan trotzdem ins Gehirn bekommt:

"Tryptophan-Aufnahme ins Gehirn verbessern

Nun gibt es aber einen Trick, wie man die Tryp­to­phan-Auf­nah­me ins Ge­hirn ver­bes­sern kann. Dazu lockt man die an­de­ren Ami­no­säu­ren von der Blut-Hirn-Schran­ke weg. Das geht am bes­ten, wenn man – auf nüch­ter­nen Magen – Koh­len­hy­dra­te ge­mein­sam mit dem L-Tryp­to­phan isst.

Dann näm­lich kommt es zu einem In­su­lin­aus­stoss. In­su­lin nun sorgt dafür, dass die Ami­no­säu­ren, die mit dem L-Tryp­to­phan ge­ra­de noch an der Blut-Hirn-Schran­ke auf Ein­lass war­te­ten, in die Mus­ku­la­tur ab­trans­por­tiert wer­den, so dass jetzt das L-Tryp­to­phan ge­müt­lich und kon­kur­renz­los ins Ge­hirn wan­dern kann, um dort als Bau­stoff für Se­ro­to­nin zu die­nen. ........ Die sog. Inka Kost kann erfahrungsgemäss ebenfalls die Stimmung beeinflussen. Ihre Komponenten (Quinoa und Amaranth feinst gemahlen)- morgens nüchtern mit Wasser eingenommen - liefern L-Tryptophan und Kohlenhydrate." Diese Einnahmeweise sorgt dann dafür, dass das L-Tryptophan auch die Blut-Hirn-Schranke passieren kann. Mehr: https://www.zentrum-der-gesundheit.de/serotonin-ia.html und https://www.zentrum-der-gesundheit.de/serotoninspiegel-natuerlich-erhoehen-ia.html

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@Spielwiesen

Was auch immer das Tryptophan:LNAA-Verhältnis im Blut erhöht, das erhöht die Tryptophanzufuhr ins Gehirn und damit auch die Serotoninsynthese.

Protein alleine tut das nicht, weil da alle Aminosäuren gleichermaßen hochgehen. Deshalb muss man die anderen LNAAs wegkriegen. Das geht durch Insulin (Kohlenhydrate->Muskelaufbau) ebenso wie durch körperliche Aktivität (->BCAA-Verbrauch) oder auch durch mehr nichtveresterte Fettsäuren im Blut (Fressen trotz Übergewicht; Diabetes).

Oder man führt reines L-Tryptophan (Nahrungsergänzungsmittel) zu, das erhöht logischerweise auch das Try:LNAA-Verhältnis.

Oder man geht in Richtung Low Protein, dann futtern die Muskeln die LNAAs sowieso auf. Vermutlich ist das der Grund für die Hochstimmung bei diversen Roh-Veganern. Latenter Proteinmangel ist allerdings langfristig nicht unbedingt nützlich.

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Sieht so aus, als ob Du hier die Wahl zwischen Pest und Cholera hast. Bist Du sicher, dass das mit den Panikattacken im direkten Zusammenhang mit dem Ritalin steht? Ich habe bisher hauptsächlich die Erfahrung, dass es zu Schlafstörungen kommt.

Und dann: wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Präparate unterschiedlicher Hersteller ganz unterschiedlich wirken. Unser Mittel der Wahl ist Concerta. Irgendwann hat ein Arzt mal ein Generika verschrieben, das laut Waschzettel genau die gleiche Zusammensetzung hatte. War aber ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Vielleicht wäre es eine gute Idee, wenn Du mit Deinem Arzt zusammen andere Firmen ausprobierst, als Medikinet.

In Amerika ist Stratteria das Mittel der Wahl. Das funktioniert ganz anders als Medikinet und steht in Deutschland auch nicht auf der Liste nach Betäubungsmittelgesetz. Davon ist unser Sohn depressiv geworden, aber bei Dir hilft es vielleicht.

Auf jeden Fall wäre vielleicht eine gute Idee, wenn Du Dir eine Auszeit nimmst. Vielleicht kannst Du das mit Deinem Arbeitgeber besprechen? Oder der Arzt kann Dich krankschreiben? Besser, als wenn Du jetzt so weitermachst, und dann die Prüfung nicht bestehst.

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