Mit Ablehungsbescheid zum Sozialgericht gehen wie stehen die Chancen dadurch doch die Umschulung zu bekommen?

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4 Antworten

Die Chancen stehen meiner Einschätzung nach sehr schlecht.

Warum?

Eine Umschulung ist noch eine Kann-Leistung ( soll sich ändern ) und daher hat man keinen gesetzlichen Anspruch auf eine Umschulung.

Für mich hängt meine und die Existenz meiner Frau (die nicht arbeiten kann) und meiner beiden Kinder davon ab das ich diese Umschulung bekomme oder irgendeine Weiterbildung die es mir ermöglicht nen vernünftigen Job zu bekommen!

Das "Amt" ist also der Ansicht, dass eine Umschulung nicht notwendig ist.

Eine Umschulung kann locker mal 20.000€ kosten und das sind nur Kosten für die Umschulung.

Das also nicht jeder der eine Umschulung beantragt auch bekommt dürfte klar sein bzw. wird halt im Einzelfall geprüft.

Was hast Du bisher gemacht? Was hast Du monatlich ungefähr verdient? Aus welchem Grund möchtest Du eine Umschulung machen?

Wie lange bist Du denn inzwischen schon arbeitslos ? Grundlegend richtet sich die Möglichkeit der Bewilligung einer Umschulung nach folgenden Kriterien :

 - Dauer der bestehenden Arbeitslosigkeit nebst Bezug von ALG I oder ALG II

 - bisher erfolglos angewandte Massnahmen der Vermittlung oder Reintegration in den Arbeitsmarkt.

 - aktuell festgestellter Notwand zu einer Umschulung als "letztes Mittel" nebst Prüfung der Zielführungswahrscheinlichkeit im Bezug des Antragstellers und des Bedarfes im regionalen Arbeitsmarkt.

 - interne Dienstanweisungen wie z.B. grundlegend ( noch ) zur Verfügung stehender Fördergelder und Anzahl und Warteschlange anderer Erwerbsloser mit bereits zumindest schon mal bejahtem Bedarf an Fortbildung / Umschulung.

 - Junge Menschen U25 sind bevorzugt zu berücksichtigen, wenn sie schon länger als 6-12 Monate erwerbslos sind, noch keine abgeschlossene Berufsausbildung haben und o.g. Instrumemte der Reintegration in den Arbeitsmarkt bisher keine ( dauerhaften ) Erfolge brachten

Soweit mal grob zusammengefasst.

Halte die vorgesehene Abfolge ein:

Erst einen Widerspruch beim Amt einlegen, schriftlich! Wird dem Widerspruch nicht abgeholfen, DANN erst geht es vors Gericht!

Bedenke dabei die Bearbeitungszeiten...Widersprüche dauern bis zu 4 Wochen. Und eine Klage vor Gericht kann sich bis zu einem Jahr ziehen, bis man den Verhandlungstermin bekommt!

Geh zu einer Beratung für Sozialrecht, die helfen dir den Widerspruch zu formulieren. Damit steigen die Erfolgschancen!

ja, auf jeden Klage beim Sozialgericht. Unter Umständen, also wenn du durch die Ablehnung wirtschaftlich stark bedroht wirst, einen Eilantrag - geh aber deshalb zu nem Anwalt mit Tätigkeitsschwerpunkt Sozialrecht, wegen einer gutenBegründung des Eilantrages.

Du kannst aber auch schon im Vorfeld dem Ablehnungsbescheid schriftlich widersprechen und auch um einen Termin beim Vorgesetzten des Sachbearbeiters (Dienststellenleiter) nachsuchen.

Und lass dich beraten, in deiner Stadt - evt gibt es bei euch den Arbeitslosenverband, die Volkssolidarität oder eine Beratungsstelle der Partei Die Linke (die haben dafür sogar eigene Anwaltsberatungsstunden, kostenlos, jedenfalls in Berlin)

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