Mit 63 Jahre aufhören zu arbeiten und dann noch 2 Jahre arbeitslos bis zur Rente

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1.Zunächst möchte ich darauf hinweisen, daß ohne einen Arbeitsvertrag kein genaue Antwort gegeben werden kann. Schauen Sie in dem Arbeitsvertrag nach, ob und welche Kündigungsfristen festgelegt wurden. Auch in den dazugehörigen Tarifvertrag sind häufig Kündigungsfristen festgelegt worden. Nur wenn der Vertrag und der Tarifvetrag keine Regelung getroffen haben zählt folgendes:

Kündigt der Arbeitgeber einem Arbeitnehmer, der schon längere Zeit im Betrieb tätig ist, so muss er längere Kündigungsfristen berücksichtigen:

Bei einer Betriebszugehörigkeit 20 Jahre besteht eine Kündigungsfrist von 7 Monate zum Monatsende

Zu beachten ist hierbei, dass für die Berechnung der Beschäftigungsdauer nur die Zeiten ab Vollendung des 25. Lebensjahres zählen. Dies ist aber in Ihrem Fall unerheblich, weil er auf jeden Fall länger als 20 Jahre in dem Betrieb beschäftigt ist.

  1. Wenn mehr als 10 Arbeitnehmer beschäftigt sind, dann gilt das Kündigungsschutzgesetz, wonach ein gesteigerter Kündigungsschutz für die Arbeitnehmer besteht. Hält ein gekündigter Arbeitnehmer, der die Voraussetzungen des Kündigungsschutzgesetzes erfüllt, die Kündigung für ungerechtfertigt, hat er die Möglichkeit, innerhalb von 3 Wochen ab Kündigungszugang eine Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht einzureichen. Gewinnt der Arbeitnehmer die Klage, ist aber eine Rückkehr an den Arbeitsplatz unzumutbar, wird das Arbeitsverhältnis in der Regel mit Zahlung einer Abfindung beendet.

  2. Wie hoch die Abfindung sein könnte, hängt vom Einzelfall ab. Häufig werden pro Arbeitsjahr ein halbes Monatsgehalt gezahlt, d.h. bei Ihnen ca. 17 Monatsgehälter.

Du kannst selbst kündigen. Eine Sperre von 12 Wochen bekommst du sowieso, auch wenn du einer Arbeitgeberkündigung nicht entgegen trittst. Mit 63 kannst du aber auch vorzeitig in Rente gehen.** Abschlag 0,3 % pro Monat.**

Aus Ihrer Beschreibung geht hervor, dass Sie nicht arbeitsscheu sind. Wenn Ihr Wunsch nach einem vorzeitigen Ausscheiden aus dem Arbeitsleben ursächlich auf eine Überforderung im Beruf, vielleicht aufgrund neuer Techniken, etc. oder aufgrund von immer höher werdenden Anforderungen (Leistungsstress), zurückzuführen ist, empfehle ich Ihnen dringend einen Arzt bzw. einen Psychologen aufzusuchen. Sollte Ihre Erkrankung länger als 6 Wochen dauern -was anzunehmen ist-, zahlt die Krankenkasse für 1 1/2 Jahre Krankengeld in Höhe von 70% Ihres bisherigen Gehaltes.

Einen anderen Weg kann ich auch nicht empfehlen, Das AL1 beläuft sich im übrigen nur auf 60%.

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