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Wir reden von Oberschicht. Für viele scheint zu gelten es gibt Arme bzw. die Unterschied, ggf. Unterteilungen der Mittelschicht und danach nur Leute mit 100+ Meter Yachten.

Klar kann jeder für sich Begriffe wie Oberschicht, Mittelschicht usw. anders definieren. Hier gibt es keine festen Werte. Meist wird dafür hier in Studien und der Politik das doppelte vom Median des Nettoeinkommens in der jeweiligen Gruppe betrachtet.

Die Studie sagt ja auch jeder sieht sich zu tief und reich sind immer die anderen. Am Ende haben wir hier einen Bereich, wo 93% der Menschen weniger Geld zur Verfügung haben. Das ist schon eine Ansage.

Ob wir das nun Oberschicht nennen oder Pipapo ist auch relativ egal, solange es dafür keine feste Definition gibt. Ich für meinen Teile finde Oberschicht als Begriff für jemanden, der mehr hat als 93% der anderen treffender als Mittelschicht, das würde ich ja eher irgendwo.. naja, in der Mitte sehen?

Woher ich das weiß:Beruf – Softwareentwickler/Projektleiter seit 2012

Sie haben z.B. die regionale Verteilung außen vor gelassen, lediglich nach Ost und West unterschieden. Würde man die Grenzeinkommen für den Großraum Stuttgart ermitteln, kämen andere Werte zustande als für die Region Nordhessen. "Ab 3440 Euro ist Oberschicht" hieße sonst wohl: halb München zählt dazu.

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@Crowd4Work

Nun wenn man jeden Datensatz perfekt gruppiert, dann hat man am Ende eben kein Vergleichsdatensatz mehr. Und dadurch dass eben nicht so fein gruppiert ist, ziehen Extremwerte, weder negativ als positiv die Werte nicht so stark auseinander. Klar passt es dann nicht perfekt für die extremen Randfälle.

Letztlich ist das aber wohl auch kaum geeignet um sein Gehalt innerhalb seiner Tätigkeit, seiner Branche, mit seiner BE und Qualifikation und Verantwortung, Region, Firmengröße und, und, und zu vergleichen.

Ist im ein grob gruppierter Schnitt durch unser Land mit ein paar der wichtigsten Faktoren. Klar ggf. wärst du mit spezifischeren Angaben in München, Frankfurt und Stuttgart erst mit 4.000 Euro da und im Norden schon mit 3.000 Euro oder drunter an den Punkt. Kannst es ja sogar noch Stadtteil machen, dann würde selbst ich zur Oberschicht zählen :D

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@apachy

Wenn ein Faktor so ausschlaggebend ist wie die Region, muss man doch danach differenzieren, um überhaupt ein aussagekräftiges Ergebnis zu erhalten. Vom Ldkr. Böblingen z.B. habe ich 65k als Medianbruttogehalt von Arbeitnehmern im Kopf aus einer anderen Quelle. Das liegt doch SEHR deutlich über dem bundesweiten Median, da kommt man wohl ungefähr auf das Grenznetto von 3440 als Single.

Natürlich kann man nicht ewig kleinteilig aufdröseln. Man kann aber meiner Meinung nach auch nicht einfach die Differenzierung nach Region weglassen - und dann den Presseartikel mit dem Vorwurf garnieren, die Oberschicht sortiere sich falsch ein, denn das ist es ja, was mich so stört. Der Böblinger Durchschnitts-AN sortiert sich korrekt in der Mittelschicht ein und ist kein doofer Snob, der nur nicht weiß, wie schlecht es anderen geht.

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@Crowd4Work

Nun wie viele Orte dieser Größe haben wir und wie viele Datensätze wurden ausgewertet. In wie weit sind die bei so einer spezifischen Auswertung noch relevant und aussagekräftig. Ggf. war gar keiner aus Böblingen dabei. Am Ende ist es eben die Mitte.

Wie gesagt es sind nur Begriffe. Selbst wenn wir BaWü als Schnitt nehmen, wo die Gehälter am höchsten sind, hast du am Ende nicht mehr so eine große Differenz. Da musst du dann echt auf Orte runtergehen.

Davon ab sind teurere Orte dann auch eher "reichen Ghettos", der Rest ist dann meist woanders angesiedelt oder pendelt.

Macht es das besser, wenn wir Leute aus Böblingen damit als Mittelschicht betiteln und Leute aus dem Osten oder dem Norden als Superreiche betiteln?

Gerade wenn es in Richtung Gesetze und co. geht wird dann auch nicht mehr so fein unterschieden. Ist ja nicht so als hätten wir einen Mindestlohn pro Postleitzahl.

Die Frage ist doch immer wofür man Daten ran ziehen will. Was man damit anfangen will etc. pp. Entsprechend gruppiert man sie eben. Für den Einzelnen werden sie so gut wie nie stimmen, das ist aber auch nicht der Anspruch. Ansonsten müssten wir Deutschland wohl grob in fünf Teile unterteilen, damit hätte man die relativ gleichstarken Regionen vereint auf Bundeslandebene.

Aber auch dann kommt einer aus der Münchener Innenstadt und sagt die Daten sind falsch oder einer im kleinsten Dorf im Osten.

Ich glaube das Problem ist eher, dass du diese Daten zu persönlich oder gar als Angriff interpretierst. Davon ab steht es Leuten natürlich auch frei umzuziehen usw.

War gestern in einen Fachforum, wo die Studie ebenfalls diskutiert wurde. Da haben sich dann Leute auch nicht als Oberschicht angesehen, weil sie in München in der Innenstadt wohnen und in X Jahren für ein Haus gerade mal 900.000 Euro ansparen können und dafür kein vernünftiges Haus kriegen würden.

Frage ist wer sie dazu zwingt. Ich könnte damit in Bremen alleine von durchschnittlichen ETF Renditen das doppelte meines momentanen Gehalts abgreifen und wäre im Ruhestand und könnte gar dabei ein Haus finanzieren.

Sparraten weit über den Gehältern hier oben aber man gehört maximal zur Mittelschicht, wenn überhaupt. Ja ich denke es sortieren sich viele falsch ein. Das liegt aber vor allen daran was Menschen als normal empfinden und wie viel sie über haben.

Der eine sagt was von zwei Autos, Haus finanzieren, Kindergartenplätze für die Kiddies, zweimal Urlaub und am Ende ist nix über. Der andere kann sich weder Auto, Urlaub, Kinder oder Eigentum leisten. Über haben sie am Ende ggf. das Gleiche.

Viele sehen nicht was sie haben, sondern achten auf Geldsummen die übrig bleiben und sortieren sich danach ein. So Sachen ala nach allen Kosten sind da auch nur 500-1000 Euro über, als reich würde ich mich nicht betrachten. Das man aber schon das 2-3 fache Gehalt eines Anderen ausgegeben hat, das wird unterschlagen.

Sind natürlich auch vorwiegend Leute aus BaWü, München und co. denn trotz höheren Mieten bleibt durch das höhere Gehalt am Ende des Tages deutlich mehr Geld über, mit denen man Sachen kauft, die gleich viel kosten und man zahlt mehr in die Rente.

Dann gehört man ggf. nicht zur Oberschicht von Böblingen oder München aber was die Kaufkraft angeht gehört man in Deutschland eben deutlich dazu.

Am Ende können wir es drehen und wenden wie wir wollen. Passende Vergleiche wirst du bei so individuellen Themen nie haben, weil man Äpfel mit Birnen vergleicht. Der Böblinger AN sortiert sich also bzgl. dem Schichtenmodell in Böblingen korrekt ein im Bundesdurchschnitt allerdings falsch. Und selbst dort werden sich vermutlich die Leute, die zur Oberschicht von Böblingen gehören falsch einsortieren.

Das ist einfach normal. Wer mehr Geld hat, gibt bis zu einen gewissen Bereich eben auch mehr Geld aus und sieht es als selbstverständlich. Der merkt gar nicht, dass er mehr hat.

Das muss man aber nicht als was Negatives interpretieren oder es mit Wörtern wie Snob betiteln, zumal es da ja kein absichtliches zur Schau stellen ist. Die Leute leben einfach ihr Leben und können das oft etwas besser.

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@apachy

Natürlich gibt es diese Effekte, dass man sich mit Eigenheim, zwei Autos, Kindern und mehreren Urlauben im Jahr als Durchschnitt empfindet, wenn das persönliche Umfeld auch so lebt bzw. als arm, wenn man selbst nur eine Mietwohnung und Gebrauchtwagen besitzt. Dass mehr Geld in München oder Stuttgart übrig bleibt oder man generell besser lebt, kann ich mir aber schon nicht so richtig vorstellen. Einfach wegziehen kann man vielleicht als Bürokaufmann oder Krankenschwester, aber mit vielen Berufen ist man nun Mal an Großstädte gebunden.

Das ist aber alles nicht das Wesentliche, meiner Meinung nach.

Mir scheint, durch die m.E. manipulative Art der Darstellung möchte man eine bestimmte Wirkung hervorrufen, nämlich dass die einen entrüstet schreiben, sie seien keine Oberschicht und die anderen entrüstet antworten, bei soviel Geld sei man das selbstverständlich. Die Grenze legt man dafür auf ein Durchschnittseinkommen eines Ballungsraums und unterlässt aus strategischen Gründen die Differenzierung nach Regionen. Schon streiten sich die, die eigentlich an einem Strang ziehen sollten als abhängig zu normalen Löhnen Beschäftigte. Und ja, das stört mich massiv! Das ist tendenziös und manipulativ.

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ich zitiere mal Professor Butterwege:

"wahrer Reichtum wird verschleiert". Jemand der grade mal 3.5 k Netto hat ist doch keine Oberschicht!

1 Mrd € /Jahr aus Aktiendividenden wie es bei den BMW-Geschwistern der fall ist, das ist absolute Oberschicht. Oder wenn jemand mehre Mio €/Jahr Gehalt bezieht, so wie Dax-Vorstände usw. das ist auch niedere Oberschicht.

Da kann man es sich auch leisten 1 Mio Aktien als Sicherheit für den eigenen Büro-Komplex aus dem Ärmel zu schütteln.

Man muss es relativieren. Es müssen schon mehrere 100.000 € /Jahr aufs Konto fließen, dann kann man sich der Oberschicht zurechnen. Vorher ist man bestenfalls mittelklasse oder in den meisten Fällen Niedriglohnbereich.

Mit den paar tausend € Netto ist man schnell an Spitzensteuersatz. Und durch die Dauerpropaganda fühlt man sich auch noch reich. Aber Häusle in Großstadt kann man sich damit noch lange nicht leisten.

Woher ich das weiß:Recherche

Danke! Ich finde die Meldung auch sehr fragwürdig.

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reich sind nur die reichste 10% in der welt, der rest ist möchte gerne oder arm?

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Finde ich etwas komisch. Ich weiß wohl, dass das viel Geld ist, aber Oberschicht klingt für mich dann doch anders. Es gibt doch viele Leute die noch deutlich mehr verdienen, auch wenn diese dann sicher nicht 10 % der Bevölkerung ausmachen.

Wichtig wäre auch, ob dieser Single Berufsanfänger ist oder schon viel Berufserfahrung hat. Zur Oberschicht zähle ich das auch noch nicht. Mein Sohn hat fast das doppelte :-)

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Nein, mit 3440.--€ netto im Monat zählt man nicht zur Oberschicht. Es gibt da solche Studien die sagen, wer als Single 3500.--€ netto im Monat hat, der zählt zur Oberschicht. Eine Familie mit einem Kind und 5400.--€ netto würde auch zur Oberschicht zählen.

Diese Studien sind sinnfrei. Ich würde die Menschen analog ihres Verdienstes nicht in Schichten einteilen.

Eher in Normalverdiener, höher Verdienende und Hochverdienende.

Ein Normalverdiener wäre für mich jemand, der 2500.--€ netto im Monat bekommt.

Ein höher Verdienender mit etwa 5000.--€ - 7500.--€ netto.

Wer im Jahr 300 000.--€ und mehr verdient, den würde ich als Hochverdienenden sehen.

Die Superklasse, welche als Oberschicht bezeichnet wird, deren Einkommen bewegen sich im Millionenbereich.

Für diese Klientel dürfte jeder andere, der wenige verdient zur Unterschicht gehören.

Das ist mehr, als sehr viele Familien zur Verfügung haben.

Die wohnen dann wohl nicht in einem Ballungsraum, in dem Miete plus Kita schon 1800-2000 im Monat kosten?

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@Allexandra0809

Wenn sie aber nun Mal dort ihre Arbeitsplätze haben? Dann müssen sie das bezahlen.

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@Crowd4Work

Essen müssen sie aber auch noch was. Also kann sich keiner mit einem Verdienst von netto 2000 Euro keine solche Wohnung leisten.

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@Allexandra0809

Ca. 1200 kostet hier eine Hochhauswohnung 3 Zimmer aus den 70ern warm. Städtische Kita kostet 300-400. Aber es stimmt, mit 2000 netto wird sich überhaupt kein Vermieter finden, der einem seine Wohnung anvertraut. Insofern säße die Familie dann auf der Straße. Dann sind 3440 vielleicht doch noch keine Oberschicht?

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@Crowd4Work

Im Osten wahrscheinlich schon, aber nicht im Westen. Ganz so teuer sind die Wohnungen bei uns nicht, aber auch nicht weit entfernt davon.

Es ist unglaublich, wie die Mieten in die Höhe gegangen sind. Da können sich normale Familien, die nicht so viel Geld haben, nur noch ein Loch leisten oder viel zu kleine Wohnungen.

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@Allexandra0809

Jepp. Deswegen fühle ich mich leicht veräppelt von der Meldung, dass man neuerdings angeblich Oberschicht ist mit so einem Gehalt... wer weiß wo, hier in Stuttgart jedenfalls nicht.

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