Mit 25 Praktikant, mit 50 Manager?

4 Antworten

Das hat wohl vor allem gerade in Europa damit dazu, dass wir eine ausgeprägte Bestandswahrungsgesellschaft haben. Das betrifft ja nicht nur die Frage, welche Generation auf ihren Posten wie mit Pattex festgeklebt zu sitzen scheint. Es geht auch um politische und wirtschaftliche Paradigmen, wo sich diese Generation das Zepter nicht aus der Hand nehmen lassen will.

Da bei uns in Deutschland rein statistisch mehr als die Hälfte der Wähler oberhalb 45 Jahre alt sind, stützt sich von der politischen Seite her diese Generation auch selbst - zu Lasten jüngerer Generationen. Sieht man ja z. B. auch im Bereich der Rentenpolitik: obwohl Reformen zugunsten der langfristigen Zukunftsfähigkeit bitter nötig wären, zieht man es vor, heute noch obenauf Geschenke zu verteilen. Dadurch wird die Generationengerechtigkeit noch weiter torpediert, als sie es ohnehin schon ist.

Bei der Frage, welche Generation auf was für Posten sitzt, sollte man sich auch immer die demographische Struktur insgesamt anschauen. Die Geburtenjahrgänge bis ca. 1970 waren sehr geburtenstark. D. h. es gibt schlicht viele von denen, sie sind in eine Zeit langen Aufschwungs hineingeboren, und zudem war es damals noch üblicher, dass Karrieren konstanter verlaufen. Also keine Hoppelei von Praktikum über Minijob zu zig befristeten Verträgen, sondern klassisch eben Ausbildung/Studium - Eintritt Berufsleben - Karriere innerhalb eines Betriebes. Lebensläufe, die man heute nicht mehr so häufig findet.

Die Geburtenjahrgänge zwischen 1970 und 1980 sind statistisch quasi nicht präsent. Das waren geburtenschwache Jahrgänge, die entsprechend auch keine gesellschaftliche Lobby haben. Zudem ist das die Altersgruppe, die im Prinzip voll in die Rezessionszeit hinein durchgestartet ist: wer aus diesen Altersgruppen kommt, wurde z. B. pünktlich zur Jahrtausendwende mit Studium/Ausbildung fertig. Da gab's dann noch 1-2 Jahre New-Economy-Party, samt großem Crash hinterher. 9/11, Rezession 2003, HartzIV-Reformen und einhergehendes Lohndumping ab 2005, Lehman-Krise nach 2007 usw. Eigentlich hatten wir ja in Deutschland ein ganzes Jahrzehnt lang Dauerkrise (Herbst 2001 bis ca. 2012). Erst in den letzten Jahren geht's wieder aufwärts. Keine gute Zeit, um "Karriere" zu machen. (Während aber die Generation drüber weiterhin durchgängig fest im Sattel gesessen hat.)

Die jüngeren Jahrgänge (Geburten nach 1980) haben wieder günstigere Verhältnisse angetroffen. Da hat die Politik angefangen, mit verstärkter Kinder- und Familenförderung zugunsten dieser Jahrgänge umzuverteilen. Was wiederum den "Mittelalten" überhaupt nicht hilft, bzw. für diese sogar kontraproduktiv ist.

Großer Nachteil jüngerer Generationen ist aber, dass z. B. wirtschaftlich wesentlich weniger Spielräume bestehen: niedrigere Einstiegsgehälter, komplexere Ausbildung, in der Wirtschaft mehr Regulierung, durch die "alte Generation" mit ihrem Wohlstand in die Höhe getriebene Immobilienpreise, gleichzeitig keine zeitliche Entschuldungsoption über Inflation mehr wie früher.

Meines Erachtens greift es zu kurz, nur auf die Karrierefragen im Arbeitsumfeld zu schauen. Die gesamte Gesellschaftsstruktur inklusive des Wirtschaftssystems ist einfach drauf ausgelegt, dass diejenigen, die ihre Pfründe schon beiseite geschafft haben, zu stützen. Wobei die Naivität nachrückender Generationen auch nicht gerade hilfreich ist, die Zustände zu verändern. Bestes Beispiel: die linken Bahnhofsklatscher in 2015, als die Massenimmigration losging. Das waren überwiegend junge Menschen, die sich sozusagen noch darüber gefreut haben, dass ihnen zusätzliche Konkurrenz auf den Arbeitsmarkt geholt und zusätzliche Transferleistungsempfänger ins Land geholt werden. Wer zahlt die Zeche langfristig? Es wird am langen Ende nicht mehr die Generation der vor 1970 geborenen sein. Nein, statistisch gesehen wird der Bärenanteil der Last auf die Leute gehen, die nach ca. 1985 geboren sind. Während gleichzeitig gerade auf den einfachen Jobs dadurch das Lohnniveau sicher nicht steigen wird.

Ansonsten würde ich Dir dringend empfehlen, Dich von der etwas verklärten "mit 30-40 Jahren Haus kaufen und abbezahlen"-Romantik zu verabschieden. Das war früher mal so. Heute können sich das die meisten nicht mehr leisten. Vermögenswerte sind völlig überteuert, keine indirekte Entschuldungsoption über Inflation, mehr Regulierung wie z. B. EnEV schaffen neue Kostenbarrieren, Steuerlast heute erheblich höher als vor 50 Jahren usw. Jemand, der heute auch nur ein klein wenig "besser" verdient und ledig Steuerklasse 1 ist, zahlt schnell 30 % Einkommensteuer oder noch mehr. Wer in den 1960ern ein Haus gebaut hat, hatte weniger als 15 % Einkommensteuerlast, keinen Solizuschlag, vor den 1960en gab es nichtmal eine Umsatzsteuer, die uns heute bei jedem Einkauf schon mal 19 % aus der Tasche zieht. D. h. allein die Steuerersparnis, mal auf einige Jahre hochgerechnet, entspricht schon dem Gegenwert eines halben Eigenheims. Diese Vorteile gab es damals noch, während heute alles durch die Abgabenlast erdrückt wird.

Lösung wäre im Prinzip ein "großer Reset" des Systems. Und vor allem Entrümpelung des Staatswesens, sowohl bezogen auf die ganze Umverteilerei wie auch bezogen auf Regulierungsdichte. Interessanterweise steht solchen Überlegungen die ältere Generation sogar noch offener gegenüber als gerade die jungen Erwachsenen. Letztere sind es, die mehr "öko", mehr "sozial", mehr "Refugees welcome" usw. rufen. Und sich dann wundern, warum sie beruflich und wirtschaftlich nicht vom Fleck kommen.

Während - wie erwähnt - die ältere Generation gerade auf besseren Jobs zumindest noch einige Jahre weiterhin bombenfest im Sattel sitzt und ausgesorgt hat.

Der Umdenkprozess muss also bei der Jugend und bei den jungen Erwachsenen stattfinden.

Diese guten Positionen und Verdienste sind normalerweise die SUMME aller Erfahrungen, jahrelanger Fleiß, Beharrlichkeit und geleisteten Arbeiten. Viele der heute in guten Positionen stehenden Manager haben ganz klein und von Grund auf angefangen (auch mit Praktika).

Man hat seinen Rhythmus und sein Geleichgewicht gefunden und fällt reife, weitblickende Entscheidungen aufgrund der angesammelten Lebenserfahrungen.

Ein junger Mensch mit 20 muss alle diese Erfahrungen, die uns prägen, erst noch machen. Er ist einfach nicht so reif und weitblickend - das kommt mit den Jahren . Dafür kann er aber auch sehen, was "die Alten" gut oder schlecht machen und dann besser machen - das ist der Vorteil der Jungend :-)

Einzige Ausnahme vielleicht: die Politik - hier kommen nicht die reifen Weitblickenden nach oben, sondern die, die sich gut verkaufen, gut reden können bzw. Kontakte haben..

Mit Anfang 20 ist man fast noch ein Kind. Dies liegt wohl u.a. daran, dass man erst spät Berührung mit der wirklichen Arbeitswelt hat und mit eigener Familie.

Ich hab mal ein Video gesehen über eine Familie, die einen LKW Fuhrpark hat. Deren Sohr übernahm mit 15 Jahren die gesamten Rangieraufgaben auf dem elterlichen Betriebsgelände. Er wirkte schon relativ reif und selbst die Angestellten konnten ihm ohne große Bedenken Aufgaben übertragen. Er hat aber schon seit dem 7. Lebensjahr mitgeholfen.

Im Vergleich dazu fangen Jugendliche frühestens mit 15 ihre Lehre an, Abi gibt's erst mit 18 oder später.

Kindergeldanspruch auch noch nach der Ausbildung (erster berufsqualifizierender Abschluss)?

Hallo

Ich beende diesen Sommer meine Ausbildung in der Bank und möchte anschließend gerne den Bankfachwirt , BankBetriebswirt und anschließend den Bachelor Business Administration (BWL) machen.

Im Rahmen der mehrtaktiger Ausbildung kann man ja auch nach dem Abschluss des ersten berufsqualifizierenden Abschlusses weiterhin Kindergeld erhalten sofern die Ausbildungen sachlich und zeitlich auf ein ander aufbauen und das Berufsziel mit dem ersten Abschluss noch nicht erreicht ist.

Doch wie weit würde bei meinen angestrebten weg der Begriff der mehrtaktigen Ausbildung gehen? Würde es bis Bachelor gehen? Denn die Schritte davor sind alle notwendig für mich um den Bachelor machen zu können, denn der Fachwirt und Betriebswirt werden auf den Bachelor angerechnet wodurch sich die Studiums Zeit verkürzt.

Danke für eure Antworten.

Und bitte keine ...Kindergeld gibt’s nicht mehr... habe mich informiert und die Bildungseinrichtung bei welcher ich mit dem Fachwirt etc. Starte stellen fleißig kindergeldbescheinigungen aus daher wird da was dran sein...

Mit freundlichen Grüßen

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