mit 21 aus dem Elternhaus ausziehen - Psychospielchen

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4 Antworten

Auf dem Jugendamt warst du ja schonmal mit deiner Mutter zusammen. Geh doch nochmal alleine hin und lass dich beraten. Bestimmt gibt es Wohnheime oder etwas ähnliches in deiner Nähe, wo du unterkommen kannst. Wenigstens für's erste, bis du dein eigenes Geld verdienen kannst und dir eine eigene Bude leisten kannst.

In diesem Alter ist das nicht zu erwarten, es sei denn, der FS ist in irgendeiner Form behindert oder extrem entwicklungsverzögert.

Das Jugendamt ist nicht dafür zuständig, Erwachsene zu beherbergen, denen es im Hotel Mama zu ungemütlich ist.

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@Jule59

Ob es nur um Ungemütlichkeit im Hotel Mama geht oder wirklich um einen unhaltbaren Konflikt, der entzerrt gehört, maße ich mir angesichts der wenigen Informationen nicht an zu beurteilen.

Das Jugendamt ist der richtige Ansprechpartner. Oder welche Anlaufstelle schlägst du sonst vor? Natürlich müssen die sich den Fall genau angucken und prüfen, ob der FS "Hilfe für junge Volljährige" nötig hat (und wenn ja, in welcher Form).

Auszug aus dem SGB VIII - Kinder- und Jugendhilfe:

§ 7 SGB VIII Begriffsbestimmungen

(1) Im Sinne dieses Buches ist

(...)

3. junger Volljähriger, wer 18, aber noch nicht 27 Jahre alt ist,

(...)

§ 41 SGB VIII Hilfe für junge Volljährige, Nachbetreuung

(1) Einem jungen Volljährigen soll Hilfe für die Persönlichkeitsentwicklung und zu einer eigenverantwortlichen Lebensführung gewährt werden, wenn und solange die Hilfe auf Grund der individuellen Situation des jungen Menschen notwendig ist. Die Hilfe wird in der Regel nur bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres gewährt; in begründeten Einzelfällen soll sie für einen begrenzten Zeitraum darüber hinaus fortgesetzt werden.

(2) Für die Ausgestaltung der Hilfe gelten § 27 Absatz 3 und 4 sowie die §§ 28 bis 30, 33 bis 36, 39 und 40 entsprechend mit der Maßgabe, dass an die Stelle des Personensorgeberechtigten oder des Kindes oder des Jugendlichen der junge Volljährige tritt.

(3) Der junge Volljährige soll auch nach Beendigung der Hilfe bei der Verselbständigung im notwendigen Umfang beraten und unterstützt werden.

27 Hilfe zur Erziehung - § 28 Erziehungsberatung - § 29 Soziale Gruppenarbeit - § 30 Erziehungsbeistand, Betreuungshelfer - § 33 Vollzeitpflege - § 34 Heimerziehung, sonstige betreute Wohnform - § 35 Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung - § 35a Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche - § 36 Mitwirkung, Hilfeplan - § 39 Leistungen zum Unterhalt des Kindes oder des Jugendlichen - § 40 Krankenhilfe)

Das ganze Gesetzbuch unter: http://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbviii/1.html

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@Sylvestra

Es ist dennoch nicht zu erwarten, dass der FS in einer Einrichtung der Jugendhilfe untergebracht wird. Die Plätze werden für Leute benötigt, die wirkliche Probleme haben.

Um Menschen jenseits der 21 kümmert sich das Jugendamt -SGB VIII hin oder her - nach meiner Erfahrung nur noch in sehr seltenen und wirklich gravierenden Ausnahmefällen. Dies ist z.B. bei Verlängerungen von Maßnahmen der Fall, die bereits früher begonnen wurden.

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Ich habe meine Kinder aus dem Haus gescheucht, als sie volljährig waren. Nicht, weil wir Probleme gehabt hätten, sondern weil ich ein Fan davon bin, Selbstständigkeit zu fördern. Die beiden, die eine Ausbildung gemacht haben, welche sie mit 16 begannen, konnten bis zum Abschluss derselben zuhause bleiben und waren dann beide 19.

Die beiden anderen zogen zum Studienbeginn aus und waren 18 und 19. Wir schenkten jedem unserer Kinder zum Auszug eine Wasch- und eine Bohrmaschine, die beiden, die noch studierten, bekamen das Kindergeld und wir zahlten die Miete samt Nebenkosten für ein WG- bzw. Studentenwohheimzimmer. Für den Rest ihres Unterhalts mussten sie selbst aufkommen, indem sie nebenbei jobbten. Wenn es mal eng wurde, weil z.B. ein Kind krank wurde und nicht arbeiten konnte, sprangen wir natürlich ein, aber das kam wirklich selten vor, weil auch unsere Kinder den Wunsch hatten, ihr Leben selbst auf die Reihe zu kriegen.

Zum (Auto-) Führerschein gab es von uns Eltern pro Kind 800 Euro, den Rest mussten sie selbst zusammensparen. Unserer ältesten Tochter war ein Roller wichtig, für dessen Führerschein und Anschaffung sie selbst sorgen musste. Das bedeutete, dass sie neben der Schule und in den Ferien einige Jahre regelmäßig jobben musste. Steuer und Versicherung übernahmen wir, Benzin war ihre Sache.

Ich persönlich würde ein wenig weniger Anspruchsdenken von deiner Seite aus und dafür das Zeigen von Leistung für eine gute Idee halten.

Sieht ganz so aus, als müsstest du für eine kleine Zeitspanne unten durch. Ich würde dir raten, dein grosskotziges Gehabe mal im Keller zu deponieren und erst wieder hervor zu holen, wenn du dann die Ausbildung fertig gemacht hast.

Geh erst mal deinen Job ohne Roller suchen und wenn du dann genug verdient hast, kannst du selbständig den "Rollerführerschein in Angriff setzen" und auch gleich noch den Roller selber bezahlen.

Neustart - was soll das? Was ist das für ein Neustart, bei dem sie wieder zuerst die Leistung erbringen muss, nämlich den Rollerführerschein bezahlen. Dabei füttert sie dich eh schon durch.

Ansonsten, junger Herr, wenn du deine Mutter nicht aushalten kannst, ist das Leben wahnsinnig einfach: du suchst dir einen Job, ein Zimmer und sagst tschüss Mama.

Mit wenigen Worten hast Du die verkehrte Welt vom Kopf wieder auf die Füsse gestellt. Das verdient meinen Dank und ein DH. :-))

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Ich brauche genaue Informationen wie ich hier aus dem Irrenhaus komme.

Arbeiten, Geld verdienen, ausziehen...

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