Mit 16 Buddhistin werden?

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12 Antworten

Ich bin selbst Buddhist und finde das Alter persönlich weniger relevant, als die geistige Reife und die Kenntnisse über den Buddhismus.

Wenn du Konzepte wie die vier edle Wahrheiten, den edlen achtfachen Pfad, Karma, Theravada, Mahayana, Vajrayana und Bodhisattva kennst, hast du schon einmal die wichtigsten Grundkenntnisse.

Wenn du dich auch mit möglichen Negativaspekten des Buddhismus im Vergleich zum Christentum befasst hast, siehst du ihn vermutlich auch nicht allzu idealisiert.

Wenn du dann auch weißt, welcher Tradition du dich anschließen willst, sehe ich eigentlich keinen Hindernisgrund. Ob du das dann im Alter von 16, 18, 26 oder 80 Jahren machst, ist aus meiner Sicht weniger entscheidend.

Hallo Jasiii! Ich folge seit vielen Jahren buddhistischen Gedanken und meine zu Deiner Frage: Es ist keine Sache des Alters... Aber: was Du "bist", ist doch keine Frage des äußeren Bekenntnisses, sondern des Herzens. Kirchensteuer oder - zugehörigkeit machen nicht den Christen und der Kirchenaustritt ist auch nur äußerlich. Folge einfach Deinen Bedürfnissen, Deinen Fragen und schau, wohin sie Dich führen. Austreten bringt dafür keine Vor - oder Nachteile... Später kannst Du darüber nachdenken, ob Du der Kirche eine Steuer leisten möchtest oder nicht, ansonsten ist Glauben ein innerer Prozeß, dem Du, wenn Du möchtest z.B. durch Zufluchtnahme auch eine äußere Form geben kannst. Aber laß Dir Zeit und vermeide die    - ismen und - tums, wenn Du über Dich nachdenkst, das wäre mein Rat.

PS: Ich habe in keiner Gemeinschaft, von denen ich einige kenne, je einen einzigen Nazi getroffen. Das über Harrer hier geäußerte, kannst Du für Deine Entscheidung getrost vergessen...

Jasiii160200 24.10.2015, 00:10

:) Danke für die lange Antwort ^^ Für mich persölich ist der Austritt aus der Kirche auch nicht soooo wichtig, aber es hat schon Bedeutung. Es ist eher sowas für meinen eigenen Seelenfrieden, wenn man das so nennen will :D

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http://www.kirchenaustritt.de/

ist kein Problem, wenn dich die Lehre Buddhas mehr beeindruckt. Es gibt auch in Dland entsprechende Kloster; einfach hingehen und informieren. Auch in deiner Nähe.

Man kann auch ein guter Mensch sein und ein gutes Leben haben, wenn man den ganzen Schritt macht.

Warum den großen Unsinn durch den kleinen Unsinn erstezen, wenn man auch vernünftig werden kann?

Ich bin seit ich denken kann Atheist, und alle eine Kinder auch. Trotzdem liebe ich meine Kinder über alles, und sie lieben mich auch. Und wenn sie irgendwann hoffentlich ihre Lebenspartner und ihre Kinder mehr lieben als mich, dann ist das genau das, was ich ihnen beigebracht habe.

Oder fast, denn Liebe lässt sich nicht messen. Auch das wissen kluge Menschen. Und sie kann auch nicht richtig oder falsch sein.
Der Buddhismus macht vieles richtig und weniger falsch, nach allem, was ich weiß.
Das reicht aber nicht, dass er richtig ist. Wir leben im 21. Jahrhundert, nicht in arabischen Wüsten oder fernöstlichen Steppen.

Du, genau du, und genau jetzt weißt, was richtig ist, wenn du es nicht falsch wissen willst.

samizzze 21.10.2015, 23:53

Man kann aber auch vernunftbegabter Buddhist sein. ;) 

Genauso wie vernunftbegabter Christ, Moslem, Pastafarian oder eben Atheist, Pantheist oder was auch immer.

Ich vermute, dass das, was du als "Unsinn" bezeichnest, einfach Riten und Zeremonien sind, die sich nun mal im Laufe der Zeit in allen Religionen heraus gebildet haben. Und die schnell überflüssig werden, wenn man sich mit den "puren" Schriften der jeweiligen Religion auseinandersetzt.

Ich persönlich glaube an die Richtigkeit der buddhistischen Lehre, dafür brauche ich keinen Tempel, Weihrauch oder Pali-Rezitationen... 

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Jasiii160200 24.10.2015, 00:07

Ich sage auch nicht, dass der Buddhismus die eine Religion ist und alle ihm folgen müssen. Ich habe nur für mich selbst herausgefunden, dass er am besten zu meinen Wertvorstellungen passt, bzw fast mit ihnen übereinstimmt. Und was genau willst du mit Unsinn sagen? Ich will nicht alle Riten oder Zeremonien, die es im Buddhismus gibt, mitmachen, ich werde nur mein Handeln daran orientieren. Und das bedeutet eigentlich keine Umstellung für mich, weil ich schon immer danach gehandelt habe, weil es eben meine Wertvorstellungen sind. :) Und niemand hat gesagt, dass man als Atheist nicht liebt oder so...

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Wurde ich mit Ca.16 auch und hat mich bis heute sehr bereichert :)
Bin zu dem Zeitpunkt auch aus der Kirche ausgetreten ohne große Probleme ;)

Jasiii160200 21.10.2015, 12:04

Cool :o Ich hab gehört, der Austritt soll was kosten... stimmt das? :3

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Phagel 21.10.2015, 12:11

Ja, das kommt aufs Bundesland drauf an :)
Das müssten ungefähr 36€ gewesen sein soweit ich mich erinnere..

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1. Zunächst einmal ist es deine Sache. Da du aber so direkt fragst: Die weite Verbreitung asiatischer Religionen im Westen, die dort letztendlich auch verwestlicht werden und meist zu einer esoterisch-pazifistischen Möchtegern-Religion mutieren, geht teilweise zurück auf den Nationalsozialismus. Heinrich Himmler, der auch großes okkultes Interesse hatte, war eine wichtige Figur zur Interessenentwicklung des NS und somit auch Deutschlands in Asien. Heinrich Harrer, der selbst zumindest als Opportunist den Nazis folgte - insofern er nicht selbst überzeugter Nazi war - brachte dann den Anstoß für die westliche, religiöse Romantik für Buddhismus und Hinduismus. Wenn dir das klar ist und du auch ernsthaft eine religiöse Entsprechung anstrebst, sollte das aber kein Problem sein. Ansonsten: Was verstehst du unter den "Regeln"? Welcher Schule folgst du? 2. Mit der Vollendung des 14. Lebensjahres steht es dir frei zu konvertieren.

Jasiii160200 21.10.2015, 11:59

Mit Regeln meinte ich die Weisheiten des Buddhismus :) Ich wusste nicht, wie ich das anders sagen sollte ^^

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Draggyblackdots 21.10.2015, 14:54

 Heinrich Harrer ist in Tibet gelandet, weil er auf einem Bergsteiger-Trip war, als der zweite Weltkrieg ausbrach. Die Engländer waren hinter ihm her um ihn in Kriegsgefangenschaft zu nehmen. Er hat es geschafft sich bis in die Hauptstadt Tibets durch zuschlagen. Der Dalai Lama war 15 Jahre alt aber sehr interessiert an dem Fremden, denn Harrer hatte technisches Wissen. Das interessierte den Dalia Lama. Es gibt bekannte Fotos, wo der Dalai Lama ein Radio auseinander nimmt usw.

Westliche Buddhisten können nichts dafür, dass es  Harrer war, der als erster Westler nach Tibet kam und sogar ein Freund des Dalai Lama wurde. Und dass der Dalai Lama so technisch interessiert war und sich deshalb mit Harrer anfreundete. Die Tibeter waren ein Stammes Volk, das technische Wissen war wirklich Null als Harrer da ankam. Der Kontakt zur Außenwelt ebenfalls Null. Harrer hat dem Dalai Lama ein Kino gebaut. Die Filme, die der Dalai Lama in Harrer Kino geschaut hat, waren seine ersten Informationen über die Welt außerhalb des Himalaya. 

Außerdem stimmt es auch nicht, dass Harrer hier den Buddhismus groß verbreitet hat. Er war kein Buddhist und auch kein Esoteriker.

Viel mehr getan, damit die Buddhismus und Eso-Welle hier los ging, hat Helena Petrowna Blawatsky. Ich finde sie auch etwas schräg, aber das hat nichts mit Nazi zu tun. Sie lehrte nun mal keinen lupenreinen Buddhismus. Ihr bekanntester Schüler ist Rudoph Steiner und er lehrt bekanntlich auch keinen Buddhismus, sondern nur einzelne Ideen aus dem Buddhismus gemischt mit anderem. Von Steiner sollte man tatsächlich Abstand nehmen, er war ein Rassist und seine Ideen finde ich sehr kraus.

Heutzutage braucht aber kein westlicher Buddhist irgendetwas mit Blavatsky, Steiner oder Harrer zu tun haben. Man geht einfach zu einem asiatischen Meister. Viele Tibeter sind heimatlos und es wandern auch tibetische Meister nach Deutschland ein. Irgendwo müssen die Tibeter ja hin.

Westliche Vermittlungs Personen sind unwichtig, jetzt ist direkter Kontakt möglich. Du sprichst also von der Vergangenheit.

Und dass du das Interesse am Buddhismus als "Romantik" bezeichnest ist deine Interpretation. 

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Jonnymur 21.10.2015, 17:09

@DraggyBlackdots Ich bin was Harrer angeht gut informiert. ;) Wie du darauf kommst, jemand würde behaupten, er sei Buddhist und/oder Esoteriker gewesen, bleibt mir unklar. Es ist jedenfalls allgemein bekannt, dass Harrers Werke, insbesondere "Sieben Jahre in Tibet", maßgeblich für das Aufkommen der westlichen Buddhismus-Romantik waren. Blavatsky erschuf ein Konzept, das zwar recht populär wurde, jedoch nicht wirklich massenfähig sein konnte. Die Faszination für den Buddhismus, die erst richtig nach dem Zweiten Weltkrieg aufkam, ist und war nicht direkt esoterisch, sondern wurde durch die neuen Anhänger im Westen, für viele unbewusst, esoterisiert, wohlmöglich v.a. mit Ideen von Blavatsky, die wieder aufgegriffen wurden. Des Weiteren kann nicht vom Interesse am Buddhismus die Rede sein, wenn "der" Buddhismus im eigentlich Sinne gar nicht erst Thema der persönlichen Beschäftigung ist. Ein westlicher Buddhist braucht auch nicht von genannten Personen geprägt worden sein, ist es jedoch oftmals, wenn nicht meistens, ganz egal ob heute der direkte Kontakt mit religiösen Vermittlungspersonen möglich - oder besser: einfacher - ist.

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Buddhismus ist auf jeden Fall liberaler und moderner als das Christentum, wenn du eine Religion brauchst, halte ich den Buddhismus für eine bessere Entscheidung. Mit 16 kannst du aus der Kirche austreten (zumindest in Österreich ist das so). Ich hoffe, deine Entscheidung stößt auf Akzeptanz seitens deiner Familie und Freunde. Viel Glück.

ShmuelRotkraut 21.10.2015, 11:39

In Deutschland geht das sogar ab 14 wie ich gerade lese. Wir Österreicher sind so erzkonservativ -.-

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Jasiii160200 21.10.2015, 12:01

:D Trotzdem vielen Dank ^^

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Es geht ja gar nicht darum, was zu einem passt. Der Buddhismus lehrt die Wahrheit, deshalb möchtest du Buddhistin werden. Denk doch mal nach: Wie kann es sein, dass es einen Gott gibt, der allmächtig ist und trotzdem die Menschen nicht aus dem Leid befreit? Er müsste ja ganz schön grausam sein, wenn er sich das so angucken würde. Nein, kein Wesen ist allmächtig, auch der Buddha nicht. Denn das Schicksal ist wie ein Naturgesetz. Alles, was man tut, kommt wieder auf einen zurück. 

Die Buddhas haben grenzenloses Mitgefühl und Weisheit. Aber keine Allmacht. Daher leiden die Menschen und Tiere. Tiere leiden nicht nur wegen dem, was Menschen ihnen antun. Sie leben in ständiger Angst, gefressen zu werden. 

Ein anderer, ganz einfacher Gedanke: Wieso sollte nach dem Tod ein Paradies kommen? Es ist der Wunsch aller Menschen und Tiere nach ungetrübtem Glück. Das ist aber sehr schwer zu erreichen und kommt nicht einfach nur deswegen, weil man ein paar religiöse Regeln einhält im Leben und dann stirbt. Man muss sich sehr bemühen um nur ein kleines Bisschen weniger zu leiden, oder anderen zu helfen, ein Bisschen weniger zu leiden. So bleibt es auch nach dem Tod. Man muss es selbst tun, sich aus dem Leid zu befreien. Und sich gegenseitig helfen. Die Buddhas helfen einem, aber sie können einen nicht in den Zustand ewigen ungetrübten Glücks versetzen.

3125b 21.10.2015, 20:42

Der Buddhismus lehrt die Wahrheit

Nun behaupten das aber alle von sich ... 

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Jasiii160200 24.10.2015, 00:25

"Der Buddhismus lehrt die Wahrheit, deshalb möchtest du Buddhistin werden" Nrin, ich möchte Buddhistin werden, weil ich mich mit dieser Religion identifizieren kann. Ihre Wertvorstellungen und meine stimmen fast über ein :) Und ich sage nicht, dass der Buddhismus die Religion ist, die einem das meiste Glück oder das beste Leben oder sonstwas gibt. Mir ist klar, dass es kein vollkommenes Glück geben kann. In keiner Religion. Ich glaube auch nicht, dass ich durch den Buddhismus "mehr" Glück habe oder so.... es ist einfach meine persönliche Entscheidung, dass der Buddhismus am besten zu mir/meinen Wertvorstellungen passt.

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Draggyblackdots 29.10.2015, 12:35
@Jasiii160200

Es ist Grundlehre des Buddhismus, dass das vollkommene Glück aller Menschen, aller fühlenden Wesen erreicht werden kann durch den Pfad des Buddha.

Durch die Erleuchtung wird das Leid beendet.

Dazu kannst du die vier edlen Wahrheiten lesen.

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Ich würde beim Christentum bleiben. Auf youtube findest du viele Gründe Christ zu sein, zum Beispiel berichten dort Menschen von ihrer Begegnung mit Jesus.
Mit was kommst du denn im Christentum nicht so gut zurecht?

Jasiii160200 21.10.2015, 11:55

Mir gefällt dieses ganze, dass Gott über allem steht nicht... Er ist iwie so weit entfernt.

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comhb3mpqy 21.10.2015, 12:08

Gott ist Dir im Christentum sehr nahe, er schickte sogar seinen Sohn. Du kannst zu ihm beten und manchmal spürst du Ihn auch.

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Jasiii160200 21.10.2015, 12:18

Mag sein, dass es bei dir so ist und dass du das spürst, ich kann einfach keine richtige Bindung fühlen... und ich will auch nicht so tun, weil ich mir nur selbst was vor machen würde. Ich habe es versucht, aber es geht einfach nicht...

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comhb3mpqy 21.10.2015, 18:41

schau Dich doch mal auf dem youtube Kanal " mensch Gott" um

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Jasiii160200 24.10.2015, 00:17

Ich habe mir mal ein paar Videos angeschaut, aber mich überzeugt das alles einfach nicht. Ich selbst habe einfach noch nie so etwas erlebt und deshalb kann ich das einfach nicht glauben... Auch wenn viele Menschen davon reden.

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comhb3mpqy 24.10.2015, 13:58

in der Bibel gibt es viele erfüllte Prophezeiungen. Die Jünger waren so sicher, dass das Christentum wahr ist, dass sie sogar dafür gestorben sind. Das Kreuz auf dem Berliner Fernsehturm und das Paulus Christ wurde, obwohl er erst Christen verfolgte ist auch noch ein Grund, warum ich glaube. Auch er hatte kein Interesse sich dies auszudenken.

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Jasiii160200 28.10.2015, 23:59

Diese Diskussion hat, in meinen Augen, eig gar keinen Sinn... Du kannst mir noch so viele Wunder und Prophezeiungen usw. aufzählen, ich KANN einfach nicht daran glauben, weil ich nichts dergleichen selbst erlebt habe :) Du kannst glauben, was du willst, aber ich glaube eben nicht das gleiche.

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Also aus der Kirche würde ich so oder so austreten nur würde ich weiter jesus folgen anstatt Buddha. Beides erleuchtete Personen nur das jesus der erste Sohn Gottes ist. :-) 

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