Mit 14 San-A Lehrgang?

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5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo Adrian,

es ist oft kein böser Wille, wenn man mit 14 abgelehnt wird, oft hat es versicherungstechnische Gründe.

Bist Du im Jugend DRK? Wenn ja, hast Du da die Möglichkeit auf Weiterbildung über den KV. Bei mir früher gab es kein Jugend DRK und ich durfte bei den Großen mitmachen. War genau so angefressen wie Du.

Ich würde keine Mail schreiben. Gehe persönlich hin, rede mit den Leuten, komm ins Gespräch, halte Dich aber mit den ganzen Fremdwörtern etwas zurück. Nun sind Ferien, frag, ob Du mal bei der Leitstelle reinschauen darfst.

Ich glaube ich war auch ca 14 als ich San A, B und C gemacht habe. Ich war immer die Jüngste ;-) Aber genau so fitt wie die Erwachsenen.

Bleib dran, aber geb den SSD nicht auf.

LG

Okay danke:) Wie war das denn so, die Jüngste zu sein?

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@Adrian593

Ach irgendwie ganz nett. Sie haben mich oft unterschätzt. Vieles wusste ich, was andere noch nicht wussten. Am Ende haben sie keinen Unterschied mehr gemacht. Gleichberechtigung zwischen den Grossen und dem Kücken (so nannten sie mich immer). ;-)

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Hallo Adrian,

zunächst ist es sehr löblich, dass du dich in deinem sozialen Umfeld auf diese Art und Weise einbringen möchtest. Wenn dies durch dein Umfeld akzeptiert und positiv aufgefasst wird, dann hast du damit sogar eine Win-Win-Situation erreicht. Ich möchte dir - als generellen Tipp - allerdings ans Herz legen, die Resonanz deines sozialen Umfeldes zu beachten, denn es ist äußerst deprimierend sich für seine Passion und für andere "aufzuopfern" und dabei nur auf Ablehnung zu stoßen. Dies allerdings nur am Rande.

Nun ans Eingemachte: Ein San A (von DRK/BRK, DLRG und Co.) ist, auch wenn es blöd klingt, ein größerer Erste-Hilfe-Schein. Hier finden sich interessierte Laien um ein tieferes Verständnis für Körper und Krankheit zu erhalten und lernen dabei gewisse Dinge und Kniffe.

Wesentlich sind allerdings (sowohl unter Laien als auch unter Profis, ob du's glaubst oder nicht) in erster Linie die Basics. Zu wissen was bei einer DIC passiert, welche Formen von Aneurysmen es gibt und was ein Pseudopseudohypoparathyreoidismus ist mag ja ganz interessant sein, hilft in der Praxis allerdings nicht (das kann ich dir versichern). Wichtig ist zu wissen, dass es bei einer Reanimation auf eine korrekte Herzdruckmassage ankommt, dass ein bewusstloser Patient erstmal in die Seitenlage gedreht wird, dass bei einem Krampfanfall Sekundärverletzungen verhindert werden sollten indem gefährliche Gegenstände etc. entfernt werden, dass ein Treppensturz o.ä. erstmal seinen Kopf ruhig halten sollte und so weiter. Alles weitere kommt später.

Was du mit dem Passus bzgl. "vergleichbar mit einem Arzt ohne Dr. med. vor dem Namen" meinst, verstehe ich nicht ganz. Da dies allerdings ein häufiges Thema ist verliere ich auch hierzu ein paar Worte: Das Niveau eines Arztes ist nicht so einfach zu erreichen. Es wirkt zwar alles so easy wenn man ihn bei der Arbeit beobachtet und vieles, besonders in der Notfallmedizin, ist auch etwas, das man schnell im Kopf behält (Beispiel Narkose, es ist schnell gemerkt, wie viel Fentanyl, Propofol und Rocuronium man Pi mal Daumen braucht, was das ganz grob gesagt macht und was dann so passiert). Ein Arzt allerdings weiß auch, dass Rocuronium ein quarternäres Amin ist und was das bedeutet, was Succinylcholin genau veranstaltet und daher auch abstrahieren kann, wann man das unter keinen Umständen geben darf, weshalb Nitropräparate, welche vielfach bei Koronarsyndromen verwendet werden, in bestimmten Situationen brandgefährlich sein können, wie die Gerinnungskaskade funktioniert und wie die verschiedenen Thrombozytenhemmer und Antikoagulanzien wirken, was Komplementfaktoren sind und so weiter. Ein Medizinstudium ist knüppelhart und voll mit Lernstoff; es ist schlicht und ergreifend nicht möglich, diese geballte Fülle an Informationen derart zusammenzuschnüren, dass man am Ende annähernd den Wissensstand eines Arztes hat (von den Erfahrungen und Fertigkeiten aus Famulaturen, PJ und Co. ganz zu schweigen).

Was den Kurs selbst angeht kann ich dir nur raten, dich mal mit den nächstgelegenen Anbietern in Verbindung zu setzen, mehr bleibt dir an der Stelle wohl nicht übrig. Dann wird sich zeigen, ob man dir die Chance gewährt, bereits mit 14 Jahren einzusteigen. Probieren geht über studieren.

Fazit: Mach in erster Linie, was dir Spaß macht. Pass allerdings dabei auf, wie dein Umfeld auf dich reagiert, damit du dich nicht selbst ins Aus beförderst. Wenn du ein wirklich guter Schulsani sein willst, dann übe Verbände anzulegen (besonders Druckverbände), bekomme Routine in der Seitenlage und lerne, wie man mit Menschen redet, wie man sie beruhigt, wie man mit Worten Angst (und sogar Schmerzen!) nimmt und so weiter. Das ist, worauf es wirklich ankommt (sogar bei Profis im Rettungsdienst), denn all diese exotischen Krankheiten und Spezialfälle sind doch meist eher die Seltenheit. Verbeiß dich nicht zu sehr in Details, denn dann verliert man den Blick für das Wesentliche.

Falls du noch Fragen hast, immer zu.

Lieben Gruß ;)

Ich kann mich der Antwort nur anschließen! Wenn du Bock auf Notfallmedizin hast, solltest du versuchen, in einer Ortsgruppe (egal ob DRK, Johanniter, Maltheser etc.) vorbeizuschauen und dort längerfristig mitzumachen. Dabei kann man sicher schon eine Menge lernen, auch der San- Kurs sollte darüber zu organisieren kann (ich weiß aber nicht, ob 16 Jahre eine formelle Voraussetzung ist). Da hilft nur Interesse zeigen und nett fragen.

Du solltest aber auch nicht unterschätzen, dass man nicht mal eben zum "Super- Retter" wird, indem man sich privat ein bisschen weiterbildet. Nach den San- Kursen kommt der Rettungssanitäter, dann die Berufsausbildungen Rettungsassistent/ Notfallsanitäter (mittlerweile nur noch letzterer), Notarzt ist natürlich nochmal eine ganz andere Schiene.

Mag durchaus sein, dass man bei guter Ausbildung und Erfahrung mehr kann als ein Arzt, der mit Notfallmedizin nichts am Hut hat, (da hat der Dr.- Titel gar nichts mit zu tun) mit solchen Aussagen wäre ich aber immer ganz vorsichtig.
Damit kann man sich sehr schnell selbst disqualifizieren, du willst ja sicher nicht den Eindruck erwecken, dass du dich selbst überschätzt und arrogant bist :-)

Auf jeden Fall viel Erfolg!

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Super Antwort! Beim JRK bin ich nicht, da gefällt es mir einfach nicht, die Menschen und die Umgebung. Das mit dem Dr. Titel habe ich anders gemeint. Ich meinte, dass man als Sanitäter ernster genommen wird als jemand, der nur einen EH-Kurs hat, ausserdem kommen dann immer blöde Fragen wie "darfst du das Benutzen" oder " woher weisst du das". So ist es denke ich auch mit einem Arzt ohne Dr. Titel, so habe ich es zumindest gehört. Vielleicht auch einfach nur ein blödes Beispiel... Genau das ist ja das Problem, ich will nicht, dass es so rüberkommt, als würde ich mich selbst überschätzen o.ä. , aber zugleich von mir überzeugen, dass ich mitmachen darf.

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@Adrian593

Alles klar... Sehr selten, dass ein Arzt nach einem akademischen Grad in seiner Kompetenz bemessen wird. Arzt ist erstmal Arzt und um ganz ehrlich zu sein, eine Promotion in der Medizin ist auch nicht so sehr der Kracher. Wenn jemand nen Dr. z.B. in Physik hat, dann kann man sagen, derjenige hat echt was drauf. In Medizin sind Dissertationen (z.B. mit Physik verglichen) deutlich, deutluch weniger umfangreich.

Lebensalter und Umgang mit Patienten etc. führen in erster Linie zu Vertrauen und Anerkennung; an letzterem kannst du aktiv wirken.

Lieben Gruß ;)

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Natürlich sagt das nicht im geringsten etwas über die Kompetenzen.

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Für den San- Lehrgang und eine aktive Mitarbeit in einer Bereitschaft gilt ein Mindestalter von 16 Jahren.

Was das mitfahren auf einen RTW oder KTW angeht, gilt aus Jugendschutzgründen grundsätzlich ein Mindestalter von 18 Jahren. Dann kommt es darauf an was du möchtest, willst du neben der Regelbesatzung als dritter Helfer mitfahren, ist in manchen Kreisverbänden der San- Lehrgang ausreichend, manchmal wird aber auch dafür mindestens die Rettungshelferausbildung gefordert. Willst du hingegen als Teil der Regelbesatzung fahren, musst du die Qualifikation besitzen, die das jeweilige Rettungsdienstgesetz vorschreibt, das ist in der Regel für den KTW Rettungshelfer und für den RTW Rettungssanitäter. 

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