Missionierung in Mexiko?

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5 Antworten

Die Spanier waren eine brutale Kolonialmacht!

Aber die Azteken waren noch deutlich brutaler! Deshalb ist es den Spaniern relativ leicht gefallen die Feinde der Azteken als Verbündete zu gewinnen. Die Azteken hatten keine Chance.

Die Spanier wollten die anderen Völker Mittelamerikas zwar in Kolonien verwandeln, aber daß sie das relativ reibungslos geschafft haben liegt nicht an den Spaniern, sondern daran, daß die Ureinwohner nicht gegen die eingeschleppten (euro-asiatischen) Krankheiten resistent waren. In wenigen Jahrzehnten starben 90 % der amerik. Ureinwohner.

Das war ein unabsichtlicher Effekt, den man damals garnicht verstand - typische Erklärungen sind etwas wie "Gott straft die Heiden!"

Die Christianisierung war nie vollständig, aber natürlich erzeugt eine überlegene Macht einen enormen Druck, die auf lange Sicht deutliche Effekte hat - das kann man auch im frühen (Vor-)Deutschland sehen: Karl d.Gr. gegen die Sachsen, od. d. Deutsche Orden im Baltikum, die Christianisierung der "Nordmänner" (Wikinger), oder auch die Anerkennung des Christentums als Staatsreligion durch Kaiser Konstantin.

Gruß

ulmimax 11.08.2017, 14:28

Im allgemeinen gebe ich Dir recht. Ich darf dennoch etwas präzisieren:

"Die Azteken hatten keine Chance"

Doch, hatten sie. Das erste Mal bei der Vertreibung der Spanier aus Tenochtitlan, der sog. noche trieste am 30.06.1520. Hier begnügten sie sich aber nach ihrem Sieg aber auf das Einsammeln der Beute, anstatt den Spaniern nachzusetzen und sie endgültig zu vernichten. Das zweite Mal kurz darauf in der Schlacht von Otumba (Otompan) vor den Toren Mexicos. Hier waren die Spanier und ihre Verbündeten schon fast vollständig besiegt, als der geniale Cortez auf die Idee kam, den Befehlshaber der Azteken, der in einer "Sänfte" getragen wurde, um den Überblick über das Schlachtfeld zu behalten, zu attakieren und zu töten, was ihm auch gelang. Daraufhin, da schlechtes Omen, flohen die Atzeken in Panik und verspielten ihren schon sicher scheinenden Sieg.

Zu den eingeschleppten Krankheiten:

Auch das ist nicht abzustreiten, allerdings waren die Reiche der Azteken und Inka von relativ wenigen Spaniern bereits unterworfen, ehe diese Krankheiten ausbrachen.

Die Mayas spielen bei der Unterwerfung eine gewisse Sonderrolle, auf die einzugehen hier etwas zu viel wäre.

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nax11 11.08.2017, 15:08
@ulmimax

Okay, die Spanier hatten militärische Rückschläge. Aber im Grunde waren das in Amerika auch eher Miniexpeditionen, wenn man es mit der Armada vergleicht. Bei genügendem Anreiz (für Isabella war offenbar alles reizvoll, was goldig glänzte), hätten die Spanier durchaus Verstärkung bekommen können, aber das läuft auf das berüchtigte, "wenn, falls, vielleicht" hinaus...

Du hast Recht, daß die am. Staaten/Reiche bereits besiegt waren, aber das war auch bei den Inkas eine Trickserei mit Gefangennahme des Herrschers. Ob das langfristig Bestand gehabt hätte ist heute wohl auch nicht mehr zu beantworten. 

Die Krankheiten waren für die Spanier aber auch kontraproduktiv, denn ihnen fehlten die Arbeitskräfte - ich halte das für einen der Gründe des massiven "Sklavenimports" nach Amerika.

Die Mayas hatten in der Tat eine Sonderrolle, was vielleicht auch daran lag, daß ihre eigentliche Blütezeit schon vorbei war - ob das die Schuld der Azteken war, ist meines Erachtens noch nicht erforscht.

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Das geschah in der zu der Zeit üblicher Manier: indem man die indigene Bevölkerung erst Geschenke brachte, dann andere Götter aus dem Ärmel zauberte, die angebetet werden sollten, und wenn die Bevölkerung darin kein Heil sah, sie bedrohte. 

Damit die "Bekehrung" (falsches Wort, denn eine Bekehrung beruht auf Einsicht) schneller voranging, haben die Mönche mit allen Mitteln versucht, die kulturelle Errungenschaften der Völker zu eliminieren. Ich meine es waren die Jesuiten oder Franziskaner die die große Mayabücherei verbrannt haben, aber ich kann mich irren. Zumindest hat man mit allen Mitteln versucht, die kulturelle Güter, die Zeugnisse der Vergangenheit und Kenntnissen der Indigenen zu vernichten, damit man eine Generation von "Unbedarften" und "Gutgläubigen" heranzog, die sich dann einfacher für die importierte Weltanschauung gewinnen ließen.

Es waren "Friss oder Stirb" Methoden. Wer sich nicht taufen lies, oder sich gar weigerte den neuen Gott anzubeten, wurde getötet. Wer sich heute über den IS und seiner Rabiaten Vorgehweisen empört, sollte mal 400-500 Jahre in unserer Vergangenheit zurückschauen. 

Viele Mexikaner fielen diese "Kreuzzügen" zum Opfer. Andere wurden dahingerafft von den Seuchen, die die Europäer mitgeschleppt hatten. Jene, die von einem größeren Überlebenswillen getrieben wurden, gaben nach, und gaben zumindest vor, das Christentum an zu nehmen. 

http://www.indianerwww.de/indian/maya_codizes.htm

ogdan 12.08.2017, 20:35

Das ist unhistorischer Quatsch.

Im übrigen würde ich mal überlegen, was wir heute machen würden, wenn wir auf Leute treffen würden, die Jugendlichen das Herz bei lebendigem Leib herausschnitten und diese dann in tiefe Löcher würfen?

"Häuten, köpfen, die Opfer verbrennen oder das schlagende Herz aus dem Leib reißen: Die Maya waren bei ihren Opferungstechniken einfallsreich."

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/menschenopfer-der-maya-fuenf-tode-fuer-den-regengott-mit-dem-langen-ruessel-a-531502.html

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Schwervelke 12.08.2017, 21:51
@ogdan

Leider fehlt der Nachweis über das "Unhistorisch".

Im Washingtoner Institut für Precolumbianische Kunst und Kultur befinden sich Texte im Archiv aus der Zeit von Cortez und kurz danach. Daraus geht hervor, dass die Opfer der Azteken Freiwillige waren, und dass der Andrang gross war. 

Woher ich das weiss? Ich habe zwischen 1986 und 1992 freiwillig für das Smithsonian gearbeitet, und dort Texte der Seefahrer aus dieser Zeit übersetzt. Ab und zu hatte ich auch im "PreCo" zu tun. Und ich habe die Vorlesungen dort besucht.

Also bitte schicke einen seriösen Beleg dafür, dass meine Antwort über die Praktiken der Mönchen nicht zutrifft. 

Den Spiegel lese ich schon nicht mehr seit "Desert Storm", als ich in DC, vor Ort, das Ausmaß an Fehlinformationen täglich überprüfen konnte.

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Schwervelke 12.08.2017, 21:54
@Schwervelke

Maya meine ich; ich war abgelenkt weil weiter unten Azteken steht. 

Die Kinder im Brunnen erklärt man heute ganz anders, aber das weisst du sicher schon.

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Na ja, die Religionen der Azteken, Maya, Inka usw. mit grauenhaften Menschenopfern war eben keine bessere Alternative.

Hallo, von vollständig kann keine Rede sein, denn es gibt noch genug altertümliche Riten, Totenkult und Santerismus in Mexiko. Deshalb ist auch die äußerste Brutalität mancher zu erklären, welche ein anderes, nichtchristliches Konzept haben.

Durch die Kraft Gottes. Menschen kriegen alleine sowas nicht hin.

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