Mischpult Ausgang aufnehmen?

3 Antworten

Wenn die Aufnahme einigermaßen Qualität haben soll, benötigst Du ein Audio-Interface wie dieses.

https://www.thomann.de/de/focusrite_scarlett_2i2_2nd_gen.htm

Der Mikrofoneingang eines Onboard-Chips hat unter anderem folgende Probleme.

  1. Der Eingang ist nur Mono. Von einem Stereo-Signal kannst Du nur eine Seite einspielen, es sei denn Du kannst es vorher irgendwie auf Mono heruntermischen.
  2. Der Eingang ist asymmetrisch. Falls Dein MIschpult symmetrische Ausgänge hat, musst Du den invertierenden Ausgang gegen die Signalmasse kurzschließen, um de nicht-invertierenden Ausgang abnehmen zu können.
  3. Die Latenz ist viel zu hoch. Das ist in Deinem Fall nicht schlimm, da Du nur aufzeichnen möchtest.
  4. Die Impedanz ist viel zu niedrig. Das "verbiegt" den Frequenzgang und/oder führt zu Verzerrungen.
  5. Der akzeptierte Signalpegel ist meist zu niedrig. Das führt zu Verzerrungen.
  6. Die Empfindlichkeit ist in der Regel variabel. Das führt zu Lautstärkeschwankungen in der Aufzeichnung.
  7. Der Eingang stellt eine Gleichspannung zur Speisung von Elektretmikrofonen (Tonaderspeisung) zur Verfügung, die nicht abgeschaltet werden kann.

Wenn Dir das alles egal ist, kannst Du den Mikrofoneingang verwenden, wirst aber ein entsprechendes Kabel von was auch immer Dein Mischpult an Ausgängen hat (z. B. TS oder Cinch) auf 3.5 mm Klinke finden müssen. Auch das wird schwierig zu finden sein, da quasi kein Gerät im Bereich der Tontechnik die "Mini-Klinke" verwendet.

Aus all diesen Gründen würde ich definitiv dazu raten, ein Audio-Interface anzuschaffen.

Zum Aufzeichnen kannst Du, unabhängig davon, ob Du Dich für ein Audio-Interface entscheidest oder aber tatsächlich den Onboard-Sound verwenden möchtest, z. B. die freie Software Audacity verwenden.

Achja: Das Ding kostet nur die Hälfte, tut aber im Grunde exakt das selbe.

https://www.thomann.de/de/behringer_u_phoria_umc202hd.htm

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@Monster1965

Das halte ich für ein Gerücht.

Ich vermute im Gegenteil sogar stark, dass die beiden Interfaces technisch exakt identisch sind.

Beide haben ...

  • 1 MOhm Impedanz am Klinkeneingang (TRS)
  • 6 kOhm Impedanz am XLR-Eingang, wenn der Pad deaktiviert ist
  • 18 kOhm Impedanz am XLR-Eingang, wenn der Pad aktiviert ist
  • einen zuschaltbaren 20 dB Pad, der ausschließlich auf den XLR-Eingang wirkt
  • Line/Inst.-Switches, die ausschließlich auf den TRS-Eingang wirken
  • Pegel von -26 dB(V) bis +24 dB(V) - jeweils Vollaussteuerung - am Line-Eingang (TRS)
  • Pegel von -46 dB(V) bis 0 dB(V) - jeweils Vollaussteuerung - am Instrumenteneingang (TRS)
  • Pegel von -50 dB(V) bis 0 dB(V) - jeweils Vollaussteuerung - am XLR-Eingang (ohne Pad)
  • Pegel von -30 dB(V) bis +20 dB(V) - jeweils Vollaussteuerung - am XLR-Eingang (mit Pad)

(Diese Werte stehen nicht in den Datenblättern. Ich habe sie selbst ausgemessen.)

Die Bedienelemente sind ebenfalls exakt identisch - frontseitig jeweils Gain-Control, Line-/Instrument-Switch, Pad-Switch, Signal- und Clip-LEDs, für jeden Kanalzug, sowie einmalig ein Stereo-/Mono-Switch, der ausschließlich auf das Monitoring der Eingänge wirkt, einen "Monitor-A/-B"-Switch, der das Monitoring zwischen den Ausgängen 1/2 (Stellung "A") sowie 3/4 (Stellung "B") umschaltet, sowie einen "Mix"-Regler (bei beiden Modellen ausschließlich bei der Ausführung mit zwei Eingängen und vier Ausgängen), der ausschließlich dann Wirkung entfaltet, wenn der "Monitor-A/-B"-Switch in der Stellung "A" befindet.

Rückseitig verfügen beide Interfaces über Inserts in Form von TRS-Buchsen, einen Monitor-Ausgang als TRS-Buchsen, sowie (bei beiden Modellen ausschließlich bei der Ausführung mit zwei Eingängen und vier Ausgängen) jeweils Line-Outputs über Cinch-Buchsen, sowie MIDI-Buchsen über Diodenstecker.

Das sind schon alles arge Zufälle, insbesondere dass der Mixer bei beiden Interfaces nur dann aktiv ist, wenn die Ausgänge 1/2 für das Monitoring angewählt sind, nicht aber, wenn die Ausgänge 3/4 angewählt sind. Das sieht eher nach einem Versehen, als nach Absicht aus - und selbst das machen beide Interfaces gleich. Aber auch, dass die Features und Bedienelemente exakt identisch sind und bei der "kleineren" Version auch jeweils die selben Dinge fallen gelassen werden, kann schon kein Zufall mehr sein.

Aber es kommt noch besser: Die verbauten Audio-Controller sind von XMOS, die eigentlichen Codecs von CirrusLogic. Ich weiß leider nicht mehr, welche Operationsverstärker verbaut sind. Ist schon zu lange her, dass ich die Dinger mal von innen gesehen habe. Aber ich meine, mich zu erinnern, dass es auch die selben sind.

Es ist also faktisch das selbe Interface. Ich wette, es kommt aus der selben Fabrik und am Ende kommt eben ein anderes Gehäuse drum. Das gibt es überhaupt nicht, dass zwei verschiedene Firmen das so exakt identisch ausführen, mit den selben Bedienelementen, sowie Buchsen jeweils in sehr ähnlicher bis identischer Anordnung, den selben Chips auf dem Board und identischen technischen Daten, selbst in Bereichen, die in den Datenblättern überhaupt nicht spezifiziert sind. In "sauber" durchgeführten A-/B-Vergleichen hört man auch nicht wirklich einen Unterschied zwischen den Interfaces - beziehungsweise eigentlich hört man überhaupt keinen.

Ich weiß, Behringer hat im Audio-Bereich einen schlechten Ruf. Ich kaufe sonst eigentlich auch nichts von ihnen und möchte hier auch keine Werbung machen. (Ich arbeite auch nicht für sie. ;-) ) Aber meines Erachtens weist einiges darauf hin, dass es sich um das selbe Interface handelt, so wie etwa ein VW Sharan, ein Ford Galaxy und ein Seat Alhambra lange Zeit faktisch das selbe Auto waren.

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Danke für die Antwort!^^ Ist viel Technik, aber iwann werde ic so etwas sowieso brauchen :)
Danke

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Hi! Wenn Dein Mischpult nen USB-Ausgang hat nimm den. Ansonsten schliesse ich mich an: ein USB-Interface ... da dran den Ausgang vom Mischpult. Somit kannst Du über das Mischpult vormischen ... übertragen wird ja die Summe aller Mikros.

Das in Audacity aufnehmen und ggf. Effekte wie Equalizer, Normalisieren, etwas Hall vielleicht drauf legen.

Wichtig: das USB-Audiogerät muss in Audacity als Soundquelle eingestellt werden. Standardmässig zieht das die Windowssoundkarte! Viel Erfolg. Gruss Don

Woher ich das weiß:Hobby – Schlagzeuger seit über 30 Jahren, akustisches und EDrumSet

Kannst du so machen. Zum aufnehmen kannst du Audacity verwenden. Pass aber mit dem Ausgangspegel des Mischpults auf, dass der nicht zu hoch ist. erstmal vorsichtig rantasten.

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