Mir wurde mit Zwangsmedikation gedroht, ist das moralisch vertretbar?

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6 Antworten

Na ja, ich muss sagen, dass ich im Krankenhaus - nicht Psychiatrie - erlebt habe, wie einfach rabiat mit Patienten umgegangen wurde, ohne dass man ihnen vorher sagte, was man gleich machen würde und warum.

 Es wurde bspw. einem geistig Behinderten einfach an den Haaren der Kopf nach oben gerissen und eine Sauerstoffmaske übers Gesicht gestülpt, ohne dass dies kurz angekündigt und um seine Mitarbeit gebeten wurde (dann wäre das Reißen an den Haare nicht nötig gewesen). Davon gab es viele Vorfälle. So etwas kenne ich von früher, als ich als Kind im Krankenhaus war, gar nicht; damals wurde alles angekündigt und auch im Vorfeld erklärt (OP - was passiert vorher, währenddessen, nachher).

Die Pfleger im Krankenhaus heutzutage waren, jedenfalls in dem, das ich besuchte, heillos überfordert, in einem Fall wurde einer Patientin gesagt, der Arzt sei überhaupt nur kurz an einem Tag in der Woche auf der Station. Ich würde trotzdem eines empfehlen: Auch wenn Du in der Psychiatrie bist, hast Du Rechte und bist ein vollwertiger Mensch. Das muss betont werden, denn leider werden einige Mitarbeiter - Pfleger, Ärzte - betriebsblind. Ich habe das erlebt, als meine Großmutter im Krankenhaus war, und einfach als dement und schwerhörig behandelt wurde, "nur" weil sie auf der geriatrischen Station lag. Es wurde im Wortsinne über sie hinweg geredet und sie wurde "angeschrien" - als schwerhörig behnadelt - obwohl sie das nicht war.

Meine Empfehlung an Dich: Versuche, Dich ruhig mit den Ärzten und Pflegern zu verständigen. Sei freundlich, höflich, dankbar.

 Vermutlich haben sie schon öfter aufmüpfige Patienten erlebt oder solche, die sie versehentlich dafür halten, und schalten dann betriebsblind auf autoritär.

Frage ruhig nach, was Du für Medikamente bekommst, welche Wirkungen und Nebenwirkungen sie haben, ob es Alternativen gibt. Gib Deine Gründe für die Verweigerung eines Medikamentes an, teile Deine Sorgen darüber mit, frage nach Alternativen, frage, ob das zwingend nötig ist oder welche anderen Möglichkeiten es gibt.

Ich kenne Dein Alter nicht. Wenn Du unter Betreuung stehst von Eltern oder anderen, teile denen Deine Sorge mit, bitte sie, für Dich mit den Ärzten zu reden und nach Alternativen zu fragen.

Gib Dich möglichst kooperativ, mache alles freundlich und höflich mit, das Dir möglich ist. Dann hast Du schon mal Pluspunkte für Gespräche, wirst als vernünftig angesehen und man nimmt Dich eher ernst. Bitte darum, dass ein Arzt oder Pfleger Dir genau erklärt, welche Medikamente Du bekommst, warum genau, welche Wirkungen/ Nebenwirkungen sie haben, wie lange Du sie nehmen musst und welche Alternativen es gibt. Wenn es keine Alternativen gibt, nimm sie erst mal, teile aber Deine Bedenken mit.

Je kooperativer und gesprächsbereiter Du Dich zeigst, desto eher wirst Du ernstgenommen, und desto eher hast Du eine Chance auf ein echtes Gespräch, das möglicherweise auch eine Änderung bewirken kann.

Freundliches, höfliches, zurückhaltendes, dankbares Verhalten kommt viel positiver an als aufmüpfiges, "aggressives", (verzweifeltes), lautes, forderndes Verhalten. Dieses führt oft dazu, dass man ausgeblendet wird und vielleicht sogar nicht ernst genommen wird (bei Älteren wird gern gesagt, "der brabbelt da etwas vor sich hin", wenn sie nicht deutlich reden können, oder "der schreit immer so, der ist dement", wenn sie eben in ihrer Verzweiflung und evtl. Überforderung zu schreien anfangen. Man überlegt nicht "wie kann ich mich mit ihm verständigen" oder "warum schreit der, kann ich etwas tun, damit es ihm besser geht". Um mit dieser Umsicht behandelt zu werden, muss man leider oft den ersten Schritt tun und o.g. "höfliches" Verhalten zeigen.

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Kommentar von lebensfragen9
23.02.2016, 08:48

DANKE FÜR DIE ANTWORT 

Es ist schon einige Monate her, aber als Autist ist es extrem schwierig diesen gesellschaftlichen Anforderungen gerecht zu werden, die du unten im Text hinschreibst (trotz harten Trainings).

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Moralisch vertretbar: JA, wenn das Kind nicht versteht, dass es schwer gefährdet ist und die Medikamente notwendig sind, um gesund zu werden.

Wenn es nicht um DEIN LEBEN ginge, kann ich mir so drastische Mittel gar nicht erklären.

Worum geht's denn bei Dir, verrätst Du es?

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Kommentar von lebensfragen9
23.02.2016, 08:18

Ich war noch nie fremd- oder selbstgefährdend, hat mir mein Anwalt erklärt. Danke für die Antwort. Tatsache ist das er rechtlich falsch gehandelt hat.

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Ja, das ist moralisch vertretbar. Anscheinend bist du (zur Zeit) nicht in der Lage, sinnvolle Entscheidungen zu treffen.

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Kommentar von lebensfragen9
23.02.2016, 08:19

Danke für die Antwort.

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wenn du in der psychiatrie bist, wirst du natürlich auch ein handy haben. natürlich ist zwangsmedikation zu deinem wohl völlig vertretbar. gerade wenn du garnicht entscheidungen treffen kannst zu deinem wohl.

wenn mein kind derartig neben der spur läuft und in einer psychiatrie ist, willige ich ein das es alle medikamente bekommt die laut psychiater zu seinem wohl sind, auch und natürlich auch gegen den willen des kindes.

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Kommentar von lebensfragen9
23.02.2016, 08:21

Es war nicht wirklich zu meinem Wohl ,, gesundheitlich". Seit der Einnahme hatte ich Herzprobleme, Kreislaufprobleme und Atmungsprobleme. Mittlerweile bin ich von Medikamenten befreit, ABER DANKE FÜR DIE ANTWORT.

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Hört sich schlimm an. Aber ohne Hintergrundwissen kann man Dir darauf keine zufriedenstellende Antwort geben.

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Wenn es das beste für die Person ist ja

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Kommentar von lebensfragen9
23.02.2016, 08:22

Danke für die Antwort

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